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Weihnachten dauert weiter an – „Zehn Minuten an der Krippe“ auf Berg Schönstatt schenken Raum für Ruhe, Hoffnung und inneren Frieden
"10 Minuten an der Krippe" in der Anbetungskirche, Berg Schönstatt, Vallendar - eine beliebte nachweihnachtliche Veranstaltung für Klein und Groß (Foto: Brehm)
Hbre. Für viele endet die Weihnachtszeit früh. Kaum ist der zweite Weihnachtsfeiertag vorbei, verschwinden Christbäume aus den Wohnzimmern und landen am Straßenrand. Der Alltag kehrt zurück – oft schneller, als es dem eigenen Inneren lieb ist. Auf Berg Schönstatt in Vallendar setzt ein tägliches Angebot bewusst einen anderen Akzent: Bei den „10 Minuten an der Krippe“ wird Weihnachten noch einmal neu berührt: leise, schlicht und mitten im Leben.
Ein kurzer Moment – und doch so viel mehr
Täglich um 15 Uhr, vom 26. Dezember 2025 bis zum 6. Januar 2026, versammeln sich in der Anbetungskirche Hunderte Menschen für eine kurze Gebetszeit an der Krippe. Zehn Minuten – das klingt überschaubar. Und doch erleben viele genau in dieser Kürze eine besondere Dichte: ein Innehalten zwischen den Jahren, ein Atemholen, ein bewusstes Verweilen bei dem, was trägt.
Hunderte Menschen versammeln sich täglich auf Berg Schönstatt um in das weihnachtliche Geschehen einzutauchen (Foto: Brehm)
Die teilnehmenden Kinder dürfen diese Zeit aktiv mitgestalten. Als Engel, Hirten, Schäfchen, Könige sowie als Maria und Josef ziehen sie zur Krippe. Ihre Rollen sind einfach, ihre Präsenz berührend. Sie nehmen die große Geschichte von Weihnachten spielerisch auf und machen sie so für sich und für die anwesenden Großeltern, Eltern und Besucher neu erfahrbar.
Schwestern der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern leiten die 10 Minuten (Foto: Brehm)
Eine Musikgruppe unterstütz die weichnachtlichen Lieder, die alle mitsingen können (Foto: Brehm)
Sternenzettel werden an der Krippe gesammelt (Foto: Brehm)
Lieder, die Erinnerungen wecken
Bekannte Weihnachtslieder wie „Alle Jahre wieder“, „Stille Nacht“, „Kommet ihr Hirten“, „Zu Bethlehem geboren“ oder „O du fröhliche“ begleiten die Gebetszeit. Für viele Erwachsene sind es die vertrauten Melodien und Texte, die Erinnerungen wachrufen: an frühere Weihnachten, an die eigene Kindheit, an Erfahrungen von Geborgenheit und Familie. Gleichzeitig öffnen diese Lieder den Kindern einen Zugang zur Weihnachtsbotschaft, nicht erklärend, sondern einfach erlebbar.
Namen auf Sternenzettel: so wird Weihnachten konkret
Ein zentrales Zeichen der „10 Minuten an der Krippe“ sind die sogenannten Sternenzettel. Alle sind eingeladen, die Namen von Menschen aufzuschreiben, die ihnen wichtig sind: Menschen, die sie begleiten, die ihnen Sorgen machen oder die ihre besondere Nähe brauchen. Diese Zettel werden von den als Könige verkleideten Kindern eingesammelt und an der Krippe niedergelegt. Damit bekommt das Gebet ein Gesicht, oder besser: viele Namen. Die Anbetungsschwestern, die mit ihrer ganzen Gemeinschaft, dem Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiern, nehmen diese Namen in ihr Gebet auf. Am 18. Januar werden die Sternenzettel bei der Liebesbündnisfeier der Schönstatt-Bewegung am Urheiligtum im sogenannten „Bündnisfeuer“ verbrannt, als Zeichen des Vertrauens, dass alles Ausgesprochene und Ungesagte Gott anvertraut ist.
Weihnachten trifft den Alltag
In den Texten und Gebeten klingt immer wieder an, was viele bewegt: Sorgen, Ängste, Unsicherheiten, Fragen nach Frieden und Halt – persönlich, familiär, gesellschaftlich. Es ist kein entrücktes Weihnachtserlebnis, sondern eines, das den Alltag ernst nimmt. Die Hirten bringen zur Krippe, was sie belastet. Und mit ihnen tun es auch die Menschen von heute. Gebetet wird für Familien, für Erziehende, für Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft, für Menschen in Not, für vom Krieg betroffene Regionen, für alle, die sich nach Frieden sehnen. Und immer wieder klingt die Bitte durch, dass Christus neu im eigenen Herzen geboren werden möge.
Ein Ort zum Verweilen und ein leiser Gegenentwurf zum schnellen Abschied von Weihnachten
Über die Gebetszeit hinaus laden die Schönstätter Marienschwestern zum Bleiben ein. Im Pater-Kentenich-Haus gibt es Weihnachtstee und Plätzchen, einen Maltisch für Kinder sowie Videoclips rund um „100 Jahre Schönstätter Marienschwestern“. So wird aus den zehn Minuten an der Krippe für manche ein längerer Aufenthalt, ein bewusster Schritt aus der Hektik des Jahreswechsels heraus.
Die „10 Minuten an der Krippe“ sind kein großes Event. Und gerade darin liegt ihre Kraft. Sie setzen dem zu schnell wieder einholenden Alltag einen stillen Gegenentwurf entgegen. Sie geben Raum für den Wunsch vieler Menschen: Weihnachten nicht einfach abzuräumen, sondern etwas von seiner Ruhe, seinem Licht und seinem inneren Frieden mit in den Alltag zu nehmen.
Alle Kinder, die möchten, werden aktiv in die Gestaltung der "10 Minuten an der Krippe" einbezogen (Foto: Brehm)
