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30. April 2025 | Deutschland | 

Ein gemeinsames Zeichen der Erinnerung und Versöhnung


Polnisch-deutscher Gedenkgottesdienst in der Todesangst-Christi-Kapelle der KZ-Gedenkstätte Dachau anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Polnisch-deutscher Gedenkgottesdienst in der Todesangst-Christi-Kapelle der KZ-Gedenkstätte Dachau anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers (Foto ©: Andreas Pollok, DBK)

Hbre. Mit einem Gottesdienst in polnischer und deutscher Sprache haben am Samstag, 26. April, rund 1.400 Gläubige – darunter zehn Bischöfe aus Polen und Deutschland und mehr als 50 Priester – des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau gedacht. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Eucharistiefeier in der Todesangst-Christi-Kapelle kamen aus Polen sowie den polnischen katholischen Gemeinden in Deutschland. Die Veranstaltung wurde von der Erzdiözese München und Freising und der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Polnischen Bischofskonferenz ausgerichtet. Auch einige Mitglieder der Schönstatt-Bewegung, deren Gründer ebenfalls in Dachau interniert war, waren unter den Mitfeiernden.

Märtyrer als Glaubenszeugen im KZ Dachau

Das Konzentrationslager Dachau hat für die katholische Kirche in Polen eine besondere Bedeutung, da dort rund 1.800 polnische Priester inhaftiert waren – etwa die Hälfte von ihnen kam ums Leben. Der Gottesdienst wurde geleitet von Erzbischof Józef Kupny. Zum Abschluss der Feier wurden 57 Lichter entzündet – in Erinnerung an die bereits selig- oder heiliggesprochenen Märtyrer von Dachau.

Erzbischof Józef Kupny, Breslau, stellvertretender Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, stand der Feier vor  (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Erzbischof Józef Kupny, Breslau, stellvertretender Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, stand der Feier vor  (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Predigt: Bischof Dr. Michael Gerber, Fulda, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Predigt: Bischof Dr. Michael Gerber, Fulda, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Die Kerzenleuchter auf dem Altar der Todesangst-Christi-Kapelle stammen ursprünglich aus der Lagerkapelle des Konzentrationslagers und befinden sich heute zusammen mit dem „Dachau-Altar“ im Priesterhaus Berg Moriah, Schönstatt, Simmern/WW.  (Foto: Grimm)

Die Kerzenleuchter auf dem Altar der Todesangst-Christi-Kapelle stammen ursprünglich aus der Lagerkapelle des Konzentrationslagers und befinden sich heute zusammen mit dem „Dachau-Altar“ im Priesterhaus Berg Moriah, Schönstatt, Simmern/WW.  (Foto: Grimm)

Erzbischof Kupny betonte in seiner Ansprache die klare Haltung der Kirche: Sie stehe entschieden auf der Seite der Opfer und rufe dazu auf, aus der Geschichte Verantwortung zu übernehmen. Polen und Deutschland hätten durch ihre leidvollen Erfahrungen im 20. Jahrhundert eine besondere moralische Verpflichtung, vor den Gefahren totalitärer Ideologien zu warnen.

Das Vermächtnis der Versöhnung: Der Brief von 1965

Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda), stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, erinnerte in seiner Predigt an das mutige Zeugnis der Märtyrer und an die Kraft des Glaubens, der auch in Zeiten der Verfolgung Hoffnung spendet. Besonders hob er den Brief der polnischen Bischöfe vom 18. November 1965 hervor, der als ein Meilenstein der europäischen Versöhnung gilt.

„Friede ist möglich“, so Gerber, „wo erlittenes Leid anerkannt und Unrecht bekämpft wird – wo wir im Anderen den Bruder oder die Schwester erkennen.“ Die Erinnerung daran sei heute umso wichtiger, da die Stimmen der Zeitzeugen bald verstummen werden.

Deutsch-polnische Freundschaft als Frucht der Erinnerungskultur

Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, würdigte den Gottesdienst als starkes Zeichen für die deutsch-polnische Freundschaft. Nach den tiefen Wunden des Krieges sei es kaum vorstellbar gewesen, dass diese beiden Völker gemeinsam den Weg zu Verständigung und Frieden gehen würden. Umso wichtiger sei es, die Erinnerung wachzuhalten – in Worten, Handlungen und Haltungen.

Solche Gedenkfeiern seien „Zeichen des Versöhnung Suchens, Friedenstiftens und Hoffnung Gebens“ – nicht nur für Polen und Deutschland, sondern für ganz Europa.

Glaube, Mut und Menschlichkeit als bleibende Mahnung

Karl Freller MdL, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, erinnerte an die über 2.700 inhaftierten Geistlichen in Dachau. Ihre Geschichten seien Zeugnisse des Glaubens und des Mutes – und Mahnung, Menschlichkeit zu bewahren, auch unter schwersten Bedingungen.

Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, betonte, dass das gemeinsame Gedenken an diesem Ort ein starkes Zeichen für friedliches Zusammenleben sei – ganz im Sinne des Vermächtnisses der Überlebenden: für die Würde des Menschen einzutreten und eine werteorientierte, solidarische Gesellschaft zu fördern.

Etwa 1400 Personen nahmen an diesem Gedenkgottesdienst teil (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

Etwa 1400 Personen nahmen an diesem Gedenkgottesdienst teil (Foto ©: Andreas Pollok DBK)

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Unter Verwendung einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz

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