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Bad Kissingen und der Kreuzweg von Pater Franz Reinisch
Gedenk-Gottesdienst für Pater Franz Reinisch in der Stadtpfarrkirche von Bad Kissingen. Franz-Josef Tremer trägt ein Lied zum Thema "Gewissen" vor (Foto: Michael Tremer)
Franz-Josef Tremer / Hbre. Bad Kissingen ist ein bedeutender Ort in der Erinnerung an Pater Franz Reinisch, der hier im April 1942 seinen Widerstand gegen den nationalsozialistischen Kriegsdienst begann. Mit seiner Entscheidung, den Eid auf Adolf Hitler zu verweigern, begann für Reinisch ein Kreuzweg, der ihn letztlich bis zur Hinrichtung am 21. August 1942 in Brandenburg/Havel führte. Seit dem vergangenen Jahr erinnert die Schönstatt-Bewegung mit einem Gedenkgottesdienst in der Stadtpfarrkirche an diesen entscheidenden Moment in der Geschichte des Priesters und Märtyrers.
Plakette von der Kasernen-Kapelle (Foto: Tremer)
Gedenkgottesdienst am 22. April 2025
Am 22. April 2025 zelebrierte Domkapitular Pfarrer Armin Haas einen Reinisch-Gedenkgottesdienst. In seiner Einleitung erinnerte er an den ersten Gerichtstermin von Pater Reinisch in Würzburg, der sich am gleichen Tag im Jahr 1942 ereignete. Haas las dabei den bewegenden Bericht des Gerichtsrats Dr. Oehrlein vor, der die juristischen Vorgänge und die Persönlichkeit von Reinisch schilderte. In seiner Predigt hob er die Gewissensbotschaft von Pater Reinisch hervor, die auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Besonders betonte er, wie Reinischs Haltung gerade in einer Welt, in der „Fake News“ immer häufiger verbreitet werden, eine klare und aufrichtige Stimme für den eigenen moralischen Kompass darstellt.
Erinnerung an den Martyrerpriester Pater Franz Reinisch
Der Gottesdienst wurde musikalisch von Stadtkantor Burkard Ascherl an der Schuke-Orgel begleitet und von etwa 40 Gläubigen mitgefeiert. Nach der Kommunion trug Liedermacher und Theologe Franz-Josef Tremer ein selbstverfasstes Lied über das Gewissen vor. Geschrieben und komponiert zum 70. Todestag von Pater Franz Reinisch, beschreibt es das Gewissen als ein „tiefes Licht“, das sowohl in jedem Menschen selbst als auch in den anderen Menschen leuchtet.
Im Altarraum der Kirche war neben dem Schönstattbild der Muttergottes auch eine Plakette aus der Kaserne aufgestellt, in der sich Pater Reinisch einst gegen den Kriegsdienst stellte. Die Inschrift auf der Plakette erinnert an den mutigen Widerstand des Schönstatt-Martyrers und besagt: „In dieser Kaserne entschied sich das Schicksal des Schönstatt-Martyrerpriesters Pater Franz Reinisch. In Treue zu Gott und zu seinem Gewissen widerstand er der verbrecherischen Willkür von Adolf Hitler. Dafür wurde er am 21.08.1942 in Berlin Brandenburg enthauptet.“ Der Seligsprechungsprozess von Pater Reinisch läuft derzeit in Rom.
Gedenkgottesdienste wie dieser setzen wichtige Akzente, um das Andenken an Pater Franz Reinisch wachzuhalten und seine Botschaft der Gewissensfreiheit und des Widerstands gegen Unrecht auch heute zu bewahren.
