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27. Oktober 2023 | ImPuls - Schönstatt - synodal | 

Gespräch im Geist - Folge 5 der Serie "Synodales Leben im Bund"


ImPuls - Schönstatt - synodal (Montage: POS, Brehm)

Kurt Faulhaber. Die Weltsynode Teil 1 geht zu Ende. Wenig drang nach außen. So wollte es der Papst. Ein Bericht ist angekündigt. Am meisten Beachtung fand: Sie saßen an runden Tischen. Sprachen miteinander, sollten vor allem aufeinander hören. Um im Hören aufeinander die Stimme des Heiligen Geistes zu hören, so Papst Franziskus. Im abschließenden Gemeinsamen Schreiben an das Volk Gottes ist zu lesen: „Mit der Methode des Gesprächs im Geist teilten wir demütig den Reichtum und die Armut unserer Gemeinschaften auf allen Kontinenten und versuchten zu erkennen, was der Heilige Geist der Kirche heute sagen will.“

Die Synode berät den Papst in der Leitung der Kirche. Hat sie nun die Stimme des Heiligen Geistes gehört? Ich muss an die Vision Pater Kentenichs von der nachkonziliaren Kirche denken: eine durch und durch vom Heiligen Geist geleitete Kirche. (10. Februar 1968) Davon haben wir in Schönstatt (fast) nicht mehr gesprochen. Wir konnten uns darunter auch (fast) nichts vorstellen: „eine Kirche, die sich vorbehaltlos dem Geiste Christi, dem Heiligen Geiste aussetzt“. Ist etwas davon in den letzten 4 Wochen in Rom Wirklichkeit geworden?

Die Synodenleitung hat dafür eine Methode vorgeschlagen. „Gespräch im Geist“ genannt. Sie vollzieht sich in drei Schritten.

„In der ersten Phase kommt jeder und jede zu Wort, ausgehend von der eigenen persönlichen Erfahrung... Die anderen hören schweigend zu, ohne sich auf Debatten oder Diskussionen einzulassen, in dem Bewusstsein, dass jede Person einen wertvollen Beitrag zu leisten hat.“ 

„Im zweiten Schritt ergreift jedes Mitglied der Gruppe das Wort: nicht um zu reagieren und dem Gehörten entgegenzuwirken, indem es seine eigene Position bekräftigt, sondern um das auszudrücken, was ihn oder sie während des Zuhörens am tiefsten berührt hat und wodurch er oder sie sich am meisten angesprochen fühlt.“

„Der dritte Schritt schließlich besteht darin, die Schlüsselpunkte, die sich herauskristallisiert haben, zu identifizieren und einen Konsens über die Früchte der gemeinsamen Arbeit zu erzielen (...), in dem jeder sich vertreten fühlen kann (...) Es gilt, Unterscheidungsvermögen zu zeigen, indem man auf marginale und prophetische Stimmen achtet und die Bedeutung der Punkte, in denen Meinungsverschiedenheiten auftreten, nicht übersieht.“

„Der Weg mündet im Gebet, um Gott für die gemachte Erfahrung zu preisen und zu danken.“

Jedem Schritt geht eine Stille voraus. In ihr fragt jeder und jede im Dialog mit Gott, was er oder sie den anderen mitteilen sollte. So wird der Gesprächsbeitrag ein „vom Gebet gespeistes Wort und keine spontan improvisierte Meinung“.

„Die inneren Spuren, die das Zuhören der Schwestern und Brüder in jedem einzelnen hinterlässt, sind die Sprache, mit der der Heilige Geist seine eigene Stimme erklingen lässt.“

Faszinierend ist für mich, dass hier konkret die Stelle und der Vorgang benannt wird, wo die Berührung durch den Heiligen Geist geschieht und seine Stimme zu hören ist: In den „Spuren“, die die Worte der anderen im eigenen Innern erzeugt haben.

Was in der Synodenaula geschah, das soll „auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens“ weiter geschehen, darin sollen alle Verantwortlichen in der Kirche sich schulen. „Die Ausbildung zum Gespräch im Geiste ist eine Ausbildung darin, synodale Kirche zu sein.“

Wir nennen diesen Vorgang in Schönstatt das Hören auf die „Seelenstimmen“ und gehen ihnen nach in der „Spurensuche“. Die „Pastoral am Puls“ greift diese Anregung der Weltsynode auf, macht damit gute Erfahrungen und vermittelt sie weiter. 

  • Das Gespräch im Geist bestätigt uns und bestärkt uns.
  • Das Gespräch im Geist erschließt uns und entfaltet weitere Möglichkeiten.
  • Das Gespräch im Geist ist eine Anfrage und Anregung an die Leitungsgremien in den Schönstattgemeinschaften.
  • Das Gespräch im Geist lässt uns eintreten in den großen Prozess der Gesamtkirche.
  • Das Gespräch im Geist lässt uns ahnen und erfassen, wie das gehen kann: das sich vorbehaltlos dem Geist Christi Aussetzen, das durch und durch Geleitetwerden vom Heiligen Geist.

Leser-Resonanz

 

ChK (Name ist der Redaktion bekannt)
06.11.2023, 12:48

Das ist ähnlich wie das Bibelteilen in den Basis-Gemeinden Latein-/Mittel-Amerikas. Ob wir das wieder mehr in die Pfarreien einfließen lassen sollten?

Ein Leser schickt zu diesem Beitrag per Mail das folgende Zitat von Bischof Felix Genn, Münster:
29.10.2023, 11:47

Bischof Dr. Felix Genn: „Es war eine Synode, die Räume öffnet...  Die Methode des ‚Gesprächs im Heiligen Geist‘ half uns, aufeinander zu hören und in den Worten und Zeugnissen der anderen auch dem nachzuspüren, was der Heilige Geist seiner Kirche im 21. Jahrhundert sagen will.“

Michael Schlüter
Deutschland
28.10.2023, 16:35

Das synodale Vorg1ehen ist vom Autor erfreulich gestrafft und klar dargestellt! Der methodische Dreischritt schafft in der Tat eine angst- bzw. aggressionsfreie Atmosphäre: Jede/r kommt garantiert zu Wort, wird gehört (wie beim Bibelteilen), danach kristallisieren sich Schwerpunkte heraus. Könnte mir vorstellen, dass wir bei konsequenter Anwendung in unseren Gremien mit der Zeit 1. einen achtsameren Umgang miteinander und 2. auch tiefere Erkenntnisse bzw. neue Sichtweisen/ Inhalte bekämen!

 

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