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29. Juni 2023 | Deutschland | 

Ein doppeltes Kapellchenfest in Weiskirchen


Gebetszeit bei der "Nacht am Heiligtum" in Weiskirchen, Bistum Mainz (Foto: Blumers)

Gebetszeit bei der "Nacht am Heiligtum" in Weiskirchen, Bistum Mainz (Foto: Blumers)

H. Brantzen. Zum alljährlichen Weihetag des „Heiligtums der Werktagsheiligkeit“ in Rodgau-Weiskirchen, Bistum Mainz, gab es dieses Mal eine Premiere. Gleich zweimal wurde gefeiert: Am Samstag, den 24. Juni, gestaltete die junge Generation eine „Nacht am Heiligtum“, am folgenden Sonntag folgte das traditionelle Kapellchenfest.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hatten Mitglieder der Gemeinschaften Schönstattbewegung Mädchen-Junge Frauen (MjF) und der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) auf die Idee gebracht, für die jungen Schönstätterinnen und Schönstätter des Bistums den Tag vor dem Weihetag des Heiligtums als eigenes Fest zu gestalten. Die überzeugenden Erlebnisse bei der „Nacht des Heiligtums“ in Schönstatt waren für sie Anreiz, am Mainzer Heiligtum eine Nacht am Heiligtum zu initiieren. Eingeladen waren auch Ehemalige aus SMJ und MjF sowie junge Paare und Familien.

Mitglieder von MJF und SMJ gestalteten eine "Nacht am Heiligtum" für junge Schönstätterinnen und Schönstätter aus dem Bistum Mainz (Foto: Blumers)Mitglieder von MJF und SMJ gestalteten eine "Nacht am Heiligtum" für junge Schönstätterinnen und Schönstätter aus dem Bistum Mainz (Foto: Blumers)

Mitglieder von MJF und SMJ gestalteten eine "Nacht am Heiligtum" für junge Schönstätterinnen und Schönstätter aus dem Bistum Mainz (Foto: Blumers)

Und sie kamen. Am Samstagnachmittag startete ein Familienprogramm, nach dem gemeinsamen Abendessen gab es ein „Pubquiz“, danach Anbetung und Lagerfeuer. Die Bilder von dieser „Nacht am Heiligtum“ zeugen von der spirituellen und zugleich lockeren Atmosphäre. Für die Teilnehmenden war am Ende klar: „Das ist es – für uns!“

Glaube bedeutet kindliches Vertrauen

Der Gottesdienst am folgenden Sonntag war neben dem gewohnten gemütlichen Zusammensein geprägt durch den Festgottesdienst, dem Schönstatt-Pater John Peter Savarimuthu, Pfarrer des erst kürzlich eingerichteten Pastoralraumes, vorstand. Er verwies in seiner Predigt auf die enorme Herausforderung hin, diesen großen Pastoralraum, zu dem auch das Schönstatt-Zentrum gehört, geistlich zu gestalten. Dem Gremium, das diese Gestaltung, nicht zuletzt den Abbau von Immobilien, spirituell begleitet, gehört auch ein Mitglied aus der Leitung der diözesanen Schönstatt-Bewegung an.

Schönstatt-Pater John Peter Savarimuthu (Foto: privat)

Schönstatt-Pater John Peter Savarimuthu (Foto: privat)

Neugestaltung der Grabanlage am Schönstatt-Heiligtum Weiskirchen, wo Fritz Esser und Pfr. Werner Grimm ihren letzten Ruheplatz gefunden haben (Foto: Brantzen)

Neugestaltung der Grabanlage am Schönstatt-Heiligtum Weiskirchen, wo Fritz Esser und Pfr. Werner Grimm ihren letzten Ruheplatz gefunden haben (Foto: Brantzen)

Pater John Peter gab für diesen pastoralen Weg aus der Schatztruhe seiner persönlichen Erfahrungen Empfehlungen mit, die auch für das persönliche Leben aus dem Glauben Bedeutung haben. Es waren Empfehlungen, die er in dem Buch „Kind sein vor Gott“, einer Wiedergabe von Exerzitien Pater Kentenichs, gefunden hatte: Es geht um ein tiefes kindliches Vertrauen gegenüber Gott, das befähigt, das eigene Leben und das Leben in den Gemeinden und Gemeinschaften anzupacken.

Neugestaltung der Gräber von Fritz Esser und Werner Krimm

Dieses kindliche Vertrauen konnte ein Stichwort sein für einen weiteren Akzent des diesjährigen Kapellchenfestes. Die Teilnehmenden konnten die Grabanlage neben dem Heiligtum besichtigen, die pünktlich zu diesen beiden Tagen neu gestaltet worden war. Durch die beiden Gräber von Fritz Esser und Monsignore Werner Krimm wird deutlich, was der Satz „Nichts ohne dich – nichts ohne uns“ bedeutet. Beides gehört zusammen: menschliches Engagement und kindliches Vertrauen auf Gott. In und durch menschliches Wirken gestaltet Gott unsere Welt, die Kirche und das persönliche Leben.

Fritz Esser (1900-1924), aus dem Bistum Mainz stammend und ein Theologiestudent aus der Gründergeneration Schönstatts, war bereits 1995 an das Schönstatt-Zentrum Weiskirchen umgebettet worden. Er hatte seinerzeit als Sakristan des Urheiligtums den ersten Lichtrahmen um das Bild der Gottesmutter geschnitzt: „Servus Mariae nunquam peribit.“ – „Ein Diener Mariens geht nie zugrunde.“ Dieser Satz wurde zu seinem Lebensmotto. Gegen Ende seines kurzen Lebens schrieb ihm Pater Kentenich, sein geistlicher Begleiter, ins Hildegardis-Krankenhaus in Mainz: „Bleiben Sie das sorglose Kind an der Hand der himmlischen Mutter.“

Werner Krimm (1928-2000), Priester des Bistums Mainz und Mitglied im Schönstatt-Institut Diözesanpriester, war ebenfalls im Mainzer Hildegardis-Krankenhaus gestorben und 2022 nach Weiskirchen umgebettet worden. Wie Fritz Esser prägte ihn die Botschaft vom kindlichen Vertrauen auf Gott. In seiner seelsorglichen Arbeit und in der geistlichen Begleitung hunderter Menschen wollte er wie ein liebender Vater die Menschen diese Botschaft erleben lassen. Darum steht auf dem Kreuz seines Grabes: „Kind sein vor Gott – Vater für die Menschen“.

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