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15. Juli 2010 | Deutschland | 

Die große Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes


Heiligtum, du bist Gold wert!mkf. „Endlich ist es so weit! Am Countdown-Kalender ist das letzte Blatt abgerissen worden. Das goldene Jubiläum von Haus und Heiligtum ist da!" Lange haben sich die Marienschwestern in der Schönstatt-Au in Borken, die regionale Schönstatt-Bewegung, Schülerinnen und Lehrpersonal der Marienschule in Borken und die vielen Pilger, die mit dem Heiligtum verbunden sind, auf das Goldene Jubiläum vorbereitet. Und trotz Endspieltag und brütender Hitze sind sie zu Hunderten gekommen, um dem Heiligtum im Sinne des Jubiläumsmottos zu sagen: „Du bist Gold wert".

 

Festliche Stimmung liegt über dem ganzen Tag

Liegt es an der „königlichen Nacht" der SchönstattMJF von Borken? An der eucharistischen Anbetung in der Nacht auf das Jubiläum? An den vielen Gebeten, Einsätzen, Beiträgen zum Gnadenkapital? Oder einfach an der echten Jubiläumsfreude der vielen Helfer? Gnade lag in der Luft.

Gold wertDie weit geöffneten Türen des prachtvoll girlandengeschmückten Jubiläumsheiligtums mit der goldenen 50 über dem Türbogen schienen wie dazu angetan, der großen „Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes" Wege zu öffnen auf das ganze Gelände und weit darüber hinaus... Es ist ein Wort Pater Kentenichs, das nicht ohne Wirkung bleibt, und die innere Linie dieses Jubiläumsfestes prägte. Bei seinem letzten Besuch im Heiligtum in Borken betete er darum, dass von hier eine große Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes ausgehe...

Erlebnisse, die bleiben

Die Begrüßung durch Schw. Gisela-Maria Mues, Provinzoberin der nordwestdeutschen Provinz der Schönstätter Marienschwestern und der Delegatur Indien, ging nahtlos über in den ersten Teil der vom Bläserquintett Raesfeld und dem Chor der Marienschule musikalisch abwechslungsreich gestalteten Feststunde, in der Schülerinnen der Marienschule in Borken in kleinen, gut vorbereiteten Interviews die Entstehung von Haus und Heiligtum lebendig werden ließen.

Interview mit Schw. Gisela-Maria Mues, ProvinzoberinVon Schw. Gisela-Maria erfuhren sie, dass dieses Haus Heimat von insgesamt etwa 220 Schwestern ist, und derzeit 100 hier wohnen - im Provinzhaus und im Altenheim.

Die ersten Schwestern, die damals in das noch nicht ganz fertige Haus eingezogen sind, ehemalige Schülerinnen der Marienschule und Mitarbeiter der am Bau beteiligten Firmen wussten eine Menge an Geschichten zu erzählen, die hängen blieben und auch noch im Laufe des Tages für Gesprächsstoff sorgten - etwa die vom Mercedes des Regierungsdirektors, der am Tag der Einweihung in der Bocholter Aa landete...

Deine Tür steht immer offen

Choreographie„Deine Tür steht immer offen", heißt es im Jubiläumslied, das eine Gruppe von Marienschwestern im zweiten Teil der Feststunde anstimmte und das die Sendung dieses Heiligtums umschreibt: Hier sollen Menschen durch Maria erfahren, dass der Vatergott sie liebt, von hier soll eine Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes ausgehen, hier sollen Menschen wie Maria zu Trägern dieser Strömung werden. Kinder und Jugendliche zeigten zuvor mit einer anmutigen Choreographie das Geheimnis dieses Heiligtums und seiner Sendung: es ist Maria, deren Ja der Verkündigungsstunde hier weiter wirkt, Maria, die erfahren hat, dass Gott Barmherzigkeit ist. Lass von hier eine große Strömung ausgehen, damit die Menschen glauben lernen an die Barmherzigkeit Gottes: darum hat Pater Kentenich in diesem Heiligtum gebetet. Eine Reihe von Zeugnissen, von Sprechern vorgetragen, zeigen, wie Menschen auf unterschiedlichste Weise die Fruchtbarkeit des Heiligtums erfahren. Bezaubernd die kleine Vivien, die unbedingt an diesem Jubiläumstag ihr Bündnis mit Maria schließen möchte.

Was die Ästhetik eines Menschen ausmacht

Das gekrönte MTA-Bild der SchönstattMJFApplaus kommt auf beim Zeugnis von Lisa Altena, Verantwortliche der Schönstatt-Bewegung Mädchen/Junge Frauen in Borken, die von der „königlichen Nacht" im Heiligtum erzählt, von der Krönung des Bildes der Gottesmutter im Jugendraum in der Jubiläumsnacht. Man wird immer mit anderen verglichen, muss sich immer beweisen, so Lisa Altena. „Bei der Gottesmutter macht der Charakter die Ästhetik eines Menschen aus und nicht die Nase, die Taille oder die Frisur..." Grußworte von Bürgermeister Lührmann und der Vertreterin des Landrats, Silke Sommers, schließen die Feststunde ab. Rolf Lührmann, der bei seinem Wechsel nach Borken eine Zeitlang in der Schönstatt-Au gewohnt hat, betont die Bedeutung dieses Ortes für die Stadt und die Umgebung. Neben der Ausrichtung auf die Gottesmutter mache „das Familiäre" das Besondere dieses Ortes aus, der auf für Borken Gold wert sei, wie es im Jubiläumsmotto heißt. Zum ersten, aber sich nicht zum letzten Mal sei sie heute hier gewesen, so Silke Sommers. In der heutigen Alltagshektik sei es wesentlich, Ruhe und Kraft zu bekommen, und dies sei ein Ort, an dem das geschehen könne.

„Wie auf der Gruga"

Blasmusik zur Mittagszeit - Borkener BläserDas ist wie auf der Gruga, meint Schw. M. Dagmaris schmunzelnd. Und in der Tat: das Gelände rund um Haus und Heiligtum ähnelt von kurz vor zwölf bis halb vier - da beginnt die heilige Messe - dem großen Freizeitpark mit all seinen vielfältigen Ständen und Attraktionen. Unter allen verfügbaren Schattenspendern sammeln sich die Leute in Gruppen, freuen sich besonders daran, dass die vielen anwesenden Marienschwestern sich ganz selbstverständlich unter die Leute mischen, Zeit haben, zuhören, Wiedersehen feiern, erzählen. Von den umliegenden Schönstattzentren und Diözesen sind nicht nur Marienschwestern, sondern auch Diözesanpräsides und Verantwortliche der Schönstattgemeinschaften in großer Zahl gekommen. Und es ist Zeit für Begegnung, viel Zeit, gut und gern genutzte Zeit. Auf der „Gruga" unter freiem Himmel gibt es Waffeln, Eis, Kaffee, kalte Getränke, Erbsensuppe, Reibekuchen, Brötchen und Würstchen, drinnen ein prächtiges Kuchenbuffet. Die Dokumentation zu den Besuchen Pater Kentenichs in Borken, ein Film über die Geschichte des Heiligtums sind „Dauerattraktionen". Auf der Wiese vor Marienfried läuft ein buntes Kinderprogramm. Die Borkener Bläser sorgen mit Blasmusik zur Mittagszeit für Stimmung. Und dann die Verlosung! Hunderte von Losen werden verkauft, und am Ende des Tages sind die vielen tollen Gewinne, in der Aula aufgebaut waren, tatsächlich fast alle weg!

Die Leichtigkeit echter Freude

FestgottesdienstZwei Minuten vor Beginn der heiligen Messe beginnt das Glöckchen des Heiligtums zu läuten. Von Haus Marienfried aus ziehen die Priester ein, voran Vertreter der Gruppen, die mit dem Heiligtum verbunden sind, viele davon mit Fahnen und anderen Identitätszeichen - Zeichen für das Leben, das sich in diesen fünf Jahrzehnten vom Heiligtum aus entfaltet hat: Architekten und Vertreter der Baufirmen, Schönstatt-Bewegung (Gliederungen, Pilgernde Gottesmutter), Seminarteilnehmer... Ein festlicher Zug bewegt sich zur Freitreppe vor dem Provinzhaus, die morgens als Bühne und jetzt als Altarinsel dient. Hauptzelebrant ist Propst W. Theising, Borken, ernannter Weihbischof für den Niederrhein. Und das ist eine große Freude für alle, wird das Jubiläum nun doch mit einem (ernannten, wenn auch noch nicht geweihten) Weihbischof gefeiert, und ist es zugleich auch eine schöne Gelegenheit, Probst Theising zu danken für seine Verbundenheit mit der Schönstatt-Au.

Zu Beginn des Gottesdienstes wird das Grußwort des Bischofs von Münster, Felix Genn, verlsen, und die Jubiläumskerze gesegnet und entzündet. Alles ist Festlichkeit und Jubiläumsfreude: Der eigens für das Jubiläum gebildete Projektchor, die Instrumentalgruppe, , der Kantor - Musikdirektor FDB Robert Kemper -, die Borkener Bläser. Trotz beinahe unerträglicher Temperaturen und rinnender Schweißtropfen liegt die Leichtigkeit echter Freude über diesem Festgottesdienst.

Wo der barmherzige Samariter heute die Menschen unterbringt, die er am Wegrand findet

Entzünden der JubiläumskerzeDas Tagesevangelium vom Barmherzigen Samariter, so Probst Theising in der Predigt, dürften wir heute deuten auf das Heiligtum hin. Jesus ist auch heute noch der Barmherzige Samariter; er geht durch die Welt und sammelt die Gestrandeten, die Gescheiterten, die verletzt am Wegrand Liegenden. Doch er kann und will nicht alles allein tun. Darum braucht er wie der Samariter im Gleichnis Stationen unterwegs, wo er die Menschen unterbringen kann, wo sein Werk des Heilens und Helfens fortgesetzt wird. Im Evangelium wendet er sich dazu an den Wirt, heute an Maria. Im Evangelium gibt er dem Wirt ein paar Denare, Maria erhält von ihm viel mehr, um seinen Auftrag zu erfüllen. Der Mensch, der Hilfe braucht, fühlt sich deswegen oft minderwertig; er braucht die Zusage: Du bist Gold wert, weil du schwach, weil du hilfsbedürftig bist, weil du nicht alles kannst und nicht alles schaffst, was du dir vorgenommen hast. Hier im Heiligtum ist der Ort, wo die Liebe Christi zum Greifen nahe ist, die Menschen finden hier nicht nur das Gasthaus des Samariters, sondern ein Haus der barmherzigen Vaterliebe Gottes, seines Sohnes, des Samariters aller Zeiten, und Maria, die uns wieder auf die Beine hilft, wo wir verletzt und gedemütigt, gestrandet und enttäuscht sind, und wo sie Menschen finden, die sich solidarisch zeigen.

An diesem Jubiläumstag gelte es den Marienschwestern zu danken, dass sie für so viele Menschen diesen Ort geschaffen haben und lebendig halten. Es gelte zu Gott zu danken, dass es die Schwestern und diesen Ort gibt; und es gelte letztlich dafür zu danken, dass Menschen hier den Weg zum großen Samariter, zu Gott, finden.

„Denn du führst den Weg zum Vater, der mir sein Erbarmen gibt"

Segen„Denn du führst den Weg zum Vater, der mir sein Erbarmen gibt": Das Leitmotiv des Festes, seine Botschaft, ausgelegt am Gleichnis des Barmherzigen Samariters: die freudige Überraschung über die Predigt von Probst Theising steht vielen ins Gesicht geschrieben. Nach dem Schlussgebet der heiligen Messe klingt das Wort von der großen Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes noch einmal auf, als die Priester, Diakone, Messdiener und die Schwestern der Provinzleitung zum Heiligtum ziehen und im Zeichen der Jubiläumskerze allen Dank bringen und auch das Versprechen, weiterhin dafür zu wirken, dass „von diesem Heiligtum aus jene große Strömung der barmherzigen Vaterliebe Gottes ausgehen kann, die Pater Kentenich von hier erbeten hat".

In der weit geöffneten Tür des Heiligtums, wo den ganzen Tag über Menschen gebetet haben, erteilt Probst Theising dann den Segen, Chor und Gemeinde stimmen „Großer Gott, wir loben dich an".

Ist das Fest jetzt, ist es nach den abschließenden Dankesworten zu Ende? Dafür ist noch viel zu viel Freude übrig... und da es auch immer noch Kaffee, Eis und Kuchen gibt, bleiben noch viele lange beieinander, um diesen „goldenen" Tag ausklingen zu lassen.

Jubiläumsheiligtum

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