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8. Juli 2020 | International | 

Durch Fragen und Kritik weiter wachsen – Brief des Generalpräsidiums an die Schönstattfamilie in aller Welt


Brief an die internationale Schönstattfamilie (Foto: Brehm)

Brief an die internationale Schönstattfamilie (Foto: Brehm)

Hbre. Nach der Bekanntgabe einer neuen Historikerkommission für den Seligsprechungsprozess Pater Kentenichs durch das Bistum Trier wendet sich das Generalpräsidium des internationalen Schönstattwerkes mit einem Brief an die Schönstattfamilie in aller Welt. Das Präsidium betont, „den vielen berechtigten Fragen, Irritationen und Forderungen nach Transparenz entsprechen“ zu wollen. Manches sei „aus Rücksicht und zum Schutz von Personen und Gemeinschaften zu lange zurückgehalten“ worden, doch Gott spreche durch die Ereignisse: „Im Vorsehungsglauben verstehen wir, dass wir Neues lernen sollen. Durch Fragen und Kritik will Gott uns weiterbringen, weiter wachsen lassen“, so Pater Juan Pablo Catoggio ISch, Vorsitzender des Präsidiums. Der Brief im Wortlaut:

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Liebe Schönstattfamilie in aller Welt!

Gestern hat Bischof Stephan Ackermann von Trier bekanntgegeben, dass er im Seligsprechungsverfahren für unseren Vater und Gründer, P. Josef Kentenich, eine neue Kommission von Historikern einsetzen wird. Aufgabe dieser Fachleute, die mehrheitlich nicht der Schönstattbewegung angehören, wird es sein, in den Vatikanischen Archiven jene Dokumente zu sammeln, die erst vor kurzem für die Forschung freigegeben wurden, und sie auszuwerten. Das betrifft die Dokumente aus der Amtszeit Papst Pius XII., die sich auf Pater Kentenich und Schönstatt beziehen. Wir begrüßen diese Entscheidung des Bischofs sehr, da so die Klärung in den Fragen um die Person und das Handeln P. Kentenichs auch weiterhin in Zusammenarbeit mit der Diözese Trier und den Verantwortlichen für den Seligsprechungsprozess geschehen. (Vgl.:  Seligsprechungsgsverfahren Kentenich: Neu gefundenes Material auswerten )

Wir verstehen, dass die Schönstattfamilie in aller Welt von uns Initiativen erwartet, die den vielen berechtigten Fragen, Irritationen und Forderungen nach Transparenz entsprechen. Zu Recht erwarten Sie, dass die Geschichte Pater Kentenichs, die Geschichte Schönstatts, die Geschichte der Schwestern offener und transparenter aufgearbeitet und der Schönstattfamilie mitgeteilt wird. Wir erkennen an, dass wir manches aus Rücksicht und zum Schutz von Personen und Gemeinschaften zu lange zurückgehalten haben.

Gott spricht durch die Ereignisse. Im Vorsehungsglauben verstehen wir, dass wir Neues lernen sollen. Durch Fragen und Kritik will Gott uns weiterbringen, weiter wachsen lassen.

Wir nehmen wahr, dass zurzeit Erklärungen und Schriften von vielen Seiten bekanntgemacht und in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Auf diesem Weg suchen Sie nach Antworten auf die Fragen, die Sie jetzt haben.  Das ist verständlich. Uns ist dabei wichtig, dass die einschlägigen Texte unseres Gründers oder historische Einzeldokumente aus ihrem Kontext heraus verstanden werden können. Führungsgremien der Bewegung vor Ort bemühen sich, dazu Hilfen zu geben. Darüber hinaus wird Ihnen in der nächsten Zeit, koordiniert durch ein kleines Team, fortlaufend Informations- und Dokumentationsmaterial  in verschiedenen Sprachen zu den historischen Ereignissen zur Verfügung gestellt werden. Das wird geschehen über unsere offizielle Webseite www.schoenstatt.com. Wir werden auch von unserer Seite aus die nötigen Schritte tun, das Material der jetzt zugänglichen Archive zu sichten.

Wenn Sie aktuelle Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne unter der Adresse communication@schoenstatt.com an unsere Internationale Koordinationsstelle in Schönstatt wenden. Soweit es uns möglich ist, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wir sind überzeugt, dass diese Aufklärungsarbeit auf unterschiedlichen Ebenen die Wahrheit ins volle Licht rücken und somit auch eine sachliche und umfassendere Deutung der Person, der Handlungsweise und des Charismas Pater Kentenichs ermöglichen wird.

Am Jahrestag der Priesterweihe unseres Vaters, den wir heute feiern, verbinden wir uns gerade jetzt mit ihm und untereinander im Gebet. In seiner Spur suchen wir in Treue die Wahrheit.

Schönstatt, 8. Juli 2020

Das Generalpräsidium des Schönstattwerkes

P. Juan Pablo Catoggio


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