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11. Juni 2020 | Deutschland | 

Das Erbe von Gertraud von Bullion aufgreifen


Teaser Gertraud von Bullion Aufruf Festschrift

Hbre. Am 11. Juni vor 90 Jahren verstarb Gertraud Gräfin von Bullion. Ihr Lebensmotto war „Serviam – Dienen will ich”. Als freiwillige Rote-Kreuz-Schwester im Ersten Weltkrieg lernte sie durch den Pallottinerstudenten Franz-Xaver Salzhuber und seine Theologengruppe die Schönstatt-Spiritualität kennen und nahm per Post Kontakt mit dem Gründer P. Josef Kentenich auf. Am 8. Dezember 1920 vollzog sie gemeinsam mit ihrer Kusine Marie Christmann als erste Frauen in der Schönstatt-Bewegung die Weihe an die Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt. Die Folgen einer Lungentuberkulose, die sie sich während ihres Sanitätsdienstes zugezogen hatte, führen am 11. Juni 1930 zu ihrem Tod.

Die bleibende Botschaft heben

Greifen Sie das Erbe der Gertraud von Bullion auf!“ Diese Worte richtete Pater Kentenich bei seinem Besuch in Augsburg am 2./3. Juni 1966 an die Vertreter der dortigen Schönstattfamilie. Als Gründer der Schönstatt-Bewegung hat er mehrmals auf die erste Frau der Schönstattgeschichte hingewiesen und bei ihr eine bleibende Botschaft zu sehen vermocht. Eine Botschaft, von einer selbstbewussten christlichen Frauenpersönlichkeit mit dem Feuer des Anfangs, mit der Kraft einer großen Liebe und mit dem Mut, dem Leben zu dienen, die von sich selbst sagt: „Ich habe eigentlich zwei Leidenschaften: die eine ist, allen Menschen zu helfen, jedem da, wo er es braucht, die andere: Gott überall geehrt und geliebt zu wissen.“ Oder anders ausgedrückt: Sie wollte dem Leben dienen – überall, wo sie war, in allem, was sie tat, durch alles, was auf ihrem Weg geschah, denn die Liebe, die von Gott kommt, rief und drängte sie dazu. Das ist eine Botschaft, die heute, 90 Jahre nach ihrem Tod und 100 Jahre nach dem Beginn der Frauenbewegung in Schönstatt, möglicherweise aktueller ist denn je.

Dr. Alicja Kostka vor einem Gemälde von Gertraud von Bullion (Foto: privat)

Dr. Alicja Kostka vor einem Gemälde von Gertraud von Bullion (Foto: privat)

Eine Frau, deren Licht nicht unter den Scheffel gehört

„Am 11. Juni jährt sich der 90. Todestag der jungen Gräfin, die als erste den Mut aufbrachte, sich mit ihrer Weihe am 8. Dezember 1920 für die Entstehung der Frauenbewegung innerhalb der bis dahin ausschließlich aus Männern bestehenden Schönstatt-Bewegung zur Verfügung zu stellen“, macht die Theologin und Publizistin Dr. Alicja Kostka, Mitglied im Schönstatt-Frauenbund, gegenüber schoenstatt.de deutlich. Gertraud von Bullion sei in Schönstatt ja keine Unbekannte. „Mehrere Bücher sind seit ihrem frühen Tod über sie geschrieben worden: Lebensbilder und Novenen in verschiedenen Sprachen“, so Kostka. Und trotzdem, – wie der ehemalige Augsburger Bischof Josef Stimpfle (1916-1996) schrieb, der sich um ihre Seligsprechung bemühte: „kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, Gertraud Gräfin von Bullion entzieht sich der Öffentlichkeit. Ihr Gebet war ganz ernst gemeint: ‚Mutter, wenn ich eine Heilige werden soll, so gib, dass niemand es merkt, und ich am allerwenigsten.‘ So war es. Niemand sollte etwas merken. Aber man darf und soll das Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern auf den Leuchter, dass es allen leuchtet.

Mitwirken bei der Neuentdeckung des Charismas von Gertraud von Bullion

Dr. Alicja Kostka: „Diese Worte von Bischof Stimpfle sind heute, rund um das 100. Jubiläum ihrer Weihe an die Gottesmutter und somit auch der Frauenbewegung Schönstatts, immer noch gültig. Sie sind auch der Anlass, dass ich die Schönstatt-Bewegung sowie alle Freundinnen und Freunde von Gertraud von Bullion zur Mitwirkung an einer Festschrift einladen möchte, welche die Bedeutung dieser Frau zum Ausdruck bringt und mithelfen kann, ihr besonderes Charisma der Kirche zu schenken.“

Dr. Kostka möchte kurze, persönliche Zeugnisse sammeln von Menschen, die mit Gertraud von Bullion „leben“, die von ihr inspiriert wurden, die von ihrer Fürsprache überzeugt sind, die ihr Erbe weiterführen wollen. „Im gemeinsamen Hinschauen liegt die Chance, dieses umfassende Erbe aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und neue Gesichtspunkte zu gewinnen“, so die 1971 in Polen geborene Publizistin. „Damit gehen wir auch auf die Einladung des Gründers ein, das Erbe Gertrauds ins Heute zu heben. Tun wir es gemeinsam, wie es sich für eine internationale Familie im Liebesbündnis gebührt in einem ‚Nichts ohne dich – nichts ohne uns‘, als Dank für diese große Frau des Anfangs.“

Beiträge zu einer Festschrift

Bitte senden Sie kurze, persönliche Zeugnisse zu den folgenden Fragen:

  • Wie lebt Gertraud von Bullion in Ihnen?
  • Wie inspiriert sie im Alltag ihre christliche Berufung wahrzunehmen?
  • Was verdanken sie ihrem Vorbild, ihrer Fürsprache?
  • Was ist für Sie das Erbe Gertraud von Bullions?

DOWNLOAD: Einladung zur Mitwirkung an der Festschrift

Bis zum 1. Oktober 2020 können die Beiträge per Post oder E-Mail geschickt werden an: Dr. Alicja Kostka, Haus Mariengart, Am Marienberg 3, 56719 Vallendar, E-Mail: admirabilis2014@gmail.com

Mehr Informationen

Internetseite: www.gertraud-von-bullion.org


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