Karl Leisner: Zum Priester geweiht im KZ – Christus, meine Leidenschaft

Karl Leisner (1915- 1945), GermanyKarl Leisner, von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1996 seliggesprochen, wurde am 28. Februar 1915 in Rees geboren. Er wächst in Kleve am Niederrhein auf und findet in der katholischen Jugendbewegung seine erste geistige Heimat. Er wird Gruppen-, Bezirks- und Diözesanjungscharführer. Bald wird er von der Geheime Staatspolizei beobachtet. In der Karwoche 1933 nimmt er in Schönstatt an einer Tagung mit Exerzitien teil. Später stellt er fest, dass sein Leben dadurch eine Wende zu intensiverem Apostolat und tieferer Innerlichkeit erfahren hat.

Christus, meine Leidenschaft

Christus, meine Leidenschaft - geführt von diesem Ideal, wirkt er in der diözesanen Jugendarbeit und kämpft sich durch, zu seiner Entscheidung zum zölibatären Leben als Priester. In Münster studiert er Theologie und schließt sich dort einer Schönstattgruppe an, zu der auch der spätere Bischof von Münster, Heinrich Tenhumberg, gehört. Dieser Gruppe bleibt er lebenslang treu. Auf seinem Berufungsweg sind ihm der Gnadenort und die Spiritualität Schönstatts eine wichtige Hilfe. Am 25. März 1939 wird er zum Diakon geweiht.

Wegen einer gefährlichen Lungenkrankheit muss er ins Sanatorium nach St. Blasien. Eine kritische Äußerung über Hitler bringt ihn am 9. November 1939 ins Gefängnis und später ins KZ Dachau. Auch im Konzentrationslager schließt er sich einer der Schönstattgruppen um P. Josef Kentenich an. Seine Krankheit bricht wieder aus und bindet ihn die meiste Zeit ans Krankenrevier.

Priesterweihe in der „Hölle von Dachau“

In der „Hölle von Dachau“ wird er - schwerkrank - am 17. Dezember 1944 von Bischof Gabriel Piguet, Bischof von Clermont, Frankreich, und ebenfalls in Dachau inhaftiert, zum Priester geweiht. Die Primiz am Fest des hl. Stephanus ist die einzige hl. Messe, die er als Priester feiern kann.

Nach der Befreiung aus dem KZ stirbt Karl am 12. August 1945 im Waldsanatorium Planegg. Als letztes Wort vertraut er seinem Tagebuch an: „Segne auch, Höchster, meine Feinde!“

Papst Johannes Paul II. hat Karl Leisner zusammen mit Bernhard Lichtenberg am 23. Juni 1996 in Berlin selig gesprochen. Leisners Grab befindet sich in der Krypta des Xantener Doms.

(Text: unter Verwendung eines neuen Andachtsbildchens über Karl Leisner,
im August 2015 herausgegeben vom
Schönstatt-Institut Diözesanpriester, 56337 Simmern/Ww.)
 

Mehr Informationen

Weiterführende Literatur:

  • René Lejeune: Wie Gold im Feuer geläutert, ISBN 3-907523-26-1
  • Hermann Gebert: Geschichte einer Berufung - Karl Leisner (1915-1945), ISBN: 978-3-87620-234-1
  • Joachim Schmiedl: Mit letzter Konsequenz - Karl Leisner 1915 - 1945 (Wissenschaftliche Biografie), ISBN 3-933144-13-2

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