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10. November 2018 | Rund ums Urheiligtum | 

Reinisch-Musical wirkt nach: Spannender Handlungsverlauf auf verschiedenen Ebenen


Musical-Szene mit dem eigens für das Musical gebildeten Tanzensemble (Foto: Kröper)

Musical-Szene mit dem eigens für das Musical gebildeten Tanzensemble (Foto: Kröper)

Hbre. Als am 20. Oktober 2018 in der Pilgerkirche in Schönstatt das Reinisch-Musical „Gefährlich“ aufgeführt wurde, saßen unter den vielen Zuschauern etliche Schülerinnen und Lehrpersonen der Schönstätter Marienschule, berichtet Sr. M. Verena Röhrig, die Lehrerin an der Schönstätter Marienschule Vallendar ist. Offensichtlich habe der Autor und Komponist Wilfried Röhrig mit dem Musical über Reinisch einen Lebensnerv Jugendlicher getroffen. Das sei ihr bei der Vor- und Nachbereitung des Musicals im Deutsch- und Religionsunterricht bewusst geworden. Lesen Sie Ihren Bericht, der viele Stimmen der Schülerinnen enthält nachfolgend.

Pater Reinisch hat Schule gemacht

Sr. M. Verena Röhrig. Interessiert verfolgten meine Schülerinnen der 10. Klasse bereits im Vorfeld die Dialoge, in denen Pater Reinisch gegenüber seinen Mitbrüdern und dem Gefängnisseelsorger begründet, warum er den Nationalsozialismus ablehnt und den Fahneneid auf Hitler verweigert. Dass Lügen durch das Land hinken, wie es in einem Lied heißt, konnten die Schülerinnen aufgrund ihres geschichtlichen Vorwissens über die NS-Zeit gut nachvollziehen. An Hitlers Bruch des Reichskonkordats, der Gegenstand des Religionsunterrichts war, machten sie z. B. die Verlogenheit des NS-Regimes fest.

Musical-Szene: Franz Reinisch (Mitte) im Gesprächg mit Mitbrüdern (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Franz Reinisch (Mitte) im Gesprächg mit Mitbrüdern (Foto: Kröper)

In der Woche nach der Aufführung wirkte in der Schule der Sturm der Begeisterung, der in der Pilgerkirche am 20. Oktober zu spüren war, noch stark nach. Dieser spiegelt sich in folgenden Eindrücken wider: hochmotivierte Akteure mit musikalischem und schauspielerischem Können, ansprechendes Bühnenbild, spannender Handlungsverlauf auf verschiedenen Ebenen, durch Musik- und Tanzeinlagen verlebendigt.

Meine 15- und 16-jährigen Schülerinnen haben aufgeschrieben, was sie an Franz Reinisch besonders beeindruckt. Einige kommen nun selbst zu Wort:

Musical-Szene: Franz Reinisch im Schönstatt-Heiligtum (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Franz Reinisch im Schönstatt-Heiligtum (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Verurteilung zum Tod (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Verurteilung zum Tod (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Pfarrer Kreuzwald besucht Reinisch im Gefängnis (Foto: Kröper)

Musical-Szene: Pfarrer Kreuzwald besucht Reinisch im Gefängnis (Foto: Kröper)

  • „Lebensfroh und mit positiver Energie ist Franz Reinisch durchs Leben gegangen und hat sich nicht einschüchtern lassen.“
  • „Was immer auch passierte und was immer er aufgeben musste, er war positiv eingestellt und ließ sich durch nichts runterziehen.“
  • „Franz Reinisch war ein echter Mensch. Es fiel ihm schwer, seine große Liebe zu verlassen und mit dem Rauchen aufzuhören. Doch er hat klar seine Meinung gesagt und andere bestärkt, selbständig zu denken.“
  • „Er hatte Angst vor der Enthauptung und überlegte sich ernsthaft, ob es wirklich Gottes Wille ist, dass er den Eid nicht ablegt. Immer hielt er zu Gott und fragte nach seinem Willen, obwohl er wusste, dass er dafür sterben würde.“
  • „Mir gefällt, dass Pater Reinisch sich nicht von seinem Standpunkt abwenden ließ; denn er hat auf Gott gehört und ihm vertraut. Das gab ihm den Mut, sich gegen den NS zu stellen und nicht wie viele andere zu schweigen.“
  • „Pater Reinisch war einer von wenigen Menschen, die sich getraut haben, aus der Masse herauszustechen; denn er hat gesagt, was ihm nicht passt und hat viel Mut bewiesen, um sich gegen Hitler zu stellen und den Eid auf ihn zu verweigern.“
  • „Er vertrat stets seine Meinung und ging offen damit um. Er ließ sich nicht von anderen beeinflussen oder unterdrücken. Ich bewundere vor allem sein starkes Vertrauen auf Gott und dass er seine Ziele strikt verfolgte, auch wenn es ihm schwer fiel. Seine starke Persönlichkeit und sein Mut sind für mich faszinierend. Auch dass er sein Jura-Studium aufgab  und Theologie studierte, um Gott als Pater zu dienen und anderen Menschen zu helfen. Was ich als eine schwere und unvorstellbare Entscheidung empfinde, hat er gut gemeistert.“
  • „Er hat seine Freundin aufgegeben, um seiner Bestimmung zu folgen; er spürte, dass Gott diesen Weg für ihn vorgesehen hatte.“
  • „Mit Ludowika hätte er eine Familie gründen können, doch sein Glaube sagt ihm, dass Gott ihn einen anderen Weg führen möchte. So entscheidet er sich, Pater zu werden.“
  • „Er ist ein mutiger Mann, der sich für den Tod entscheidet, anstatt den Eid auf Hitler zu leisten.“
  • „Franz Reinisch hat nicht geschwiegen, wie viele andere es taten. Er war kein Mitläufer, sondern hat auf sein Gewissen gehört und sich getraut, die grausamen Verbrechen des NS offen anzusprechen.“
  • „Pater Reinisch folgt Gott auf dem Weg, den er geführt wird – egal, ob andere ihn davon abhalten möchten, egal, wie viel Angst er hat. Wegen Gott gibt er Dinge und Personen auf, die eigentlich wichtig für ihn sind. Das zeugt von wahrer Stärke.“
  • „Mich beeindruckt, dass er niemals die Hoffnung oder den Glauben verliert.“
  • „Für mich ist Franz Reinisch ein glaubwürdiger Mensch, der mit offenen Augen durchs Leben geht, hinter seiner Meinung steht und seine Würde in allen Situationen bewahrt.“
Abschluss-Szene: "Uns gilt ein Auftrag, wisst ihr es schon? Wir sind auf Sendung, wir sind auf Mission. Jede und jeder, weil Gott auf uns zählt, wir sind auf Sendung, in dieser Welt." (Foto: Kröper)

Abschluss-Szene: "Uns gilt ein Auftrag, wisst ihr es schon? Wir sind auf Sendung, wir sind auf Mission. Jede und jeder, weil Gott auf uns zählt, wir sind auf Sendung, in dieser Welt." (Foto: Kröper)

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