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28. Juni 2018 | Impuls aus Schönstatt | 

Was meinst du dazu, Pater Kentenich? - Eine Frage an den Gründer Schönstatts 50 Jahre nach seinem Heimgang


Impuls aus Schönstatt (Foto: Brehm)

Es sind am 15. September in diesem Jahr genau 50 Jahre nach dem Tod von Pater Josef Kentenich. Wir nennen ihn einen Propheten für unsere Zeit, den Mann einer großen Sendung, der die Entwicklungen der Kirche voraussah und durch Schönstatt eine Antwort auf die Fragen und Probleme geben wollte. Wir erleben eine Kirche in unserem Land, die immer weniger Menschen erreicht. Und Schönstatt teilt ihr Schicksal. Da kommen einem Fragen, die man gerne an den Gründer richten würde ….

Lieber Pater Kentenich, wenn ich auf dein Leben schaue, dann habe ich den Eindruck, dass du bei allen Schwierigkeiten und Rückschlägen immer ein Wachstum der Schönstattbewegung erlebt hast. Du hast neue Gemeinschaften gegründet; die Zahlen sind stetig angestiegen; du hast Schönstatt in andere Kontinente getragen. Was sagst du uns heute hier in Deutschland, wo wir weniger werden, Berufungen für unsere Kerngemeinschaften ausbleiben und um unsere Zentren bangen?

Man kann ihn so nicht direkt fragen. Aber er hat uns gewiesen, dass wir in der Zukunft gemeinsam das leisten müssten, was er als Gründer getan hat: Zeit deuten, suchen, fragen, antworten. Aus seinem Geist heraus können wir es versuchen. Den Versuch will ich damit beginnen, dass ich eine Überlegung anbiete, die mich selbst sehr motiviert.

Ich setze beim Evangelium des vorletzten Sonntags (17. Juni) an. Jesus spricht im Gleichnis von der „selbstwachsenden Saat“ und vom „Senfkorn, das zum großen Baum wird“ (Mk 4, 26-34). Sie sind für ihn geeignete Vorstellungen vom Reich Gottes. Wir können darauf vertrauen, dass Gottes Kraft schon da ist und wirkt, auch heute. Und wir können versuchen, dieses Wachstum zu ermöglichen und zu fördern. Dabei geht es um hilfreiche Rahmenbedingungen und eine Grundhaltung: Nicht wir machen selbst, sondern wir sind wie ein Gärtner, der sich um das Wachstum der Pflanzen bemüht. In dieser Rolle verstand sich Pater Kentenich als jemand, der „selbstlos fremdem Leben dient“. Echtes Leben hängt nicht an der Größe und an der Zahl. Wenn wir die Natur beobachten, dann sehen wir, dass selbst kleinste Anfänge zu etwas Großem werden können. In der Natur gibt es Werden und Vergehen. Pater Kentenich war ein Meister darin, das Leben der Menschen, das gläubige Leben und das Leben in den Seelen zu beobachten, zu schätzen und zu fördern. Er war der Mann einer großen Vision, der sich gleichzeitig um den Einzelnen und das Kleine kümmerte, als gäbe es nichts und niemand anderes auf der Welt.

Diese Haltung täte unserer Kirche gut. Man fragt dann nicht mehr, ob bestimmte Erwartungen erfüllt werden, was alles nicht mehr geht oder was „sein müsste“. Sondern man richtet seine Energie und Aufmerksamkeit auf das, was den Menschen, Familien, Gruppen hier und jetzt weiterhilft in ihren Fragen, Hoffnungen, Sorgen und in ihrem Glauben. Jeder von uns kann in dieser Haltung anderen Menschen begegnen. Das heißt: mit ihnen leiden, sich freuen am Erfolg der anderen, ermutigen, an die eigenen Sehnsüchte zu glauben. Wenn wir Freude teilen, verdoppelt sie sich; wenn wir miteinander trauern wird sie halbiert. Ich glaube, das war auch das Klima, das Jesus selbst verbreitete, das heilte und befreite und zum Glauben an den guten Gott, den Abba-Vater, führte.

Der Beitrag Pater Kentenichs für unsere Kirche ist, in eine gläubige Haltung zu kommen, die mit dem Wirken Gottes rechnet, dieses erkennt und zur Grundlage des eigenen Handelns macht. Dafür braucht es kein Wissen um weitreichende Ziele, auch wenn es immer schön ist, diese zu haben. Es genügt zunächst das Erkennen des nächsten Schritts und die Bereitschaft, sich dabei von Gottes Geist führen zu lassen. Also:

  • Lernen wir, mit offenen Augen und Herzen auf das zu schauen, was der Gott des Lebens in den Herzen der Menschen wirkt und im Miteinander von kleinen und großen Gruppen bewegt, dann werden wir immer fasziniert bleiben und genügend Motivation finden, um an Seiner Kirche und seinem Reich weiterzubauen.
  • Versuchen wir in jeder Situation nach dem zu fragen, was Gott uns hier und jetzt sagen will und es dann umzusetzen. Das nennt Pater Kentenich ‚praktischen Vorsehungsglauben‘.

Wer mit dieser doppelten Grundausrichtung ‚unterwegs‘ ist, lebt aus dem Bund mit Gott und baut mit Ihm an der Zukunft der Kirche. Bleiben wir nicht bei äußern Strukturreformen und immer neuen Zusammenlegungen stehen! In der gläubigen Haltung, die Pater Kentenich vorlebte, können wir lernen, uns Schritt für Schritt von Gott in die Zukunft führen lassen.

Und was ist nach Ihrer Meinung ein Beitrag Pater Kentenichs für die heutige Situation der Kirche?


Pater Lothar Herter,
Redaktion "Impuls aus Schönstatt“

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