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5. Januar 2022 | Deutschland | 

Ein großes Herz für die Jugendarbeit – Klaus M. Rosenits verstorben


Todesanzeige Klaus M. Rosenits (Foto: privat)

Todesanzeige Klaus M. Rosenits (Foto: privat)

C&Hbre. Am 30. Dezember 2021 ist der Schönstätter Marienbruder Klaus Maria Rosenits im Alter von 78 Jahren vom Dreifaltigen Gott in seine himmlische Herrlichkeit heimgerufen worden. Der gelernte Raumausstatter und Sozialarbeiter begann 1968 mit seinem Engagement für die Schönstatt-Mannesjugend in den bayerischen Diözesen. Von 1979 bis 1987 prägte er als Standesleiter die Schönstatt-Mannesjugend Deutschland mit. Von 1986 bis 2006 war er Leiter des Jugendzentrums Marienberg in Schönstatt, Vallendar. Am 5. Januar 2022 fand für ihn in der Hauskapelle des Pilgerhauses Schönstatt in Vallendar das Requiem statt.

Requiem für Klaus M. Rosenitz in der Hauskapelle des Pilgerhauses Schönstatt (Foto: Dillinger)

Requiem für Klaus M. Rosenitz in der Hauskapelle des Pilgerhauses Schönstatt (Foto: Dillinger)

Halt geben in einer haltlosen Welt

„Wir nehmen Abschied“, so Schönstatt-Pater Peter Nöthen, der das Requiem hielt, „vom Bruder, Onkel, Mitarbeiter, ehemaligem Chef, Mitbruder und vor allem von einem Wegbegleiter.“ Jeder der anwesenden Trauergäste sei ein Stück Weges mit Klaus M. Rosenits gegangen, jeder habe ihn in einem speziellen Kontext kennengelernt. „Mich persönlich hat sehr beeindruckt, wie Klaus Rosenits als junger Mann ganz klar bemüht gewesen ist, seine innere Linie durchzuhalten, auch wenn das Klima, in dem er lebte, so ganz anders gewesen ist“, so Pater Nöthen in seiner Predigt. Das habe er den ausführlichen Aufzeichnungen entnehmen können, die Rosenits über seine innere Vorbereitung zur Berufung als Marienbruder aufgeschrieben und in die er ihm später Einblick gegeben habe. Es sei auch beeindruckend, wie sich Klaus Rosenits – der den Vater früh verloren hatte – von der väterlichen Art seines Ausbilders und seines Kaplans habe prägen lassen. Das habe ihm später, in seiner Verantwortung für die Schönstatt-Mannesjugend (SMJ), geholfen, selbst ‚Vater‘ für viele Jugendliche zu werden.

Predigt: Pater Peter Nöthen ISch (Foto: Dillinger)

Predigt: Pater Peter Nöthen ISch (Foto: Dillinger)

In der gemeinsamen Arbeit für die SMJ, so Nöthen weiter, habe er immer viel Respekt gehabt für die Art, wie der Verstorbene seine Berufung gelebt habe: „Er konnte für Ideale, die er lebte, begeistern. Er konnte auch, wenn nötig, Ordnung schaffen.“ Er habe die Jugendlichen in die religiöse Welt, für die er selbst gebrannt habe, hineingeführt. „Ich erlebte, wie sie Vertrauen fanden, sich bei ihm aussprachen, sein Verstehen erleben durften. Er wusste, wo ihnen der Schuh drückte. Er wollte ihnen Halt geben in einer haltlosen Welt. Für ihn ist das Ideal ‚puer et pater‘ (Kind und Vater) eine geistige Mitte gewesen.“

Seine Ideale weiter zu leben, trotz der Parkinsonerkrankung, die in den letzten Jahren den Alltag Rosenits immer deutlicher geprägt hätten und Bewegung, Gehen, Reden und Kontakte immer schwieriger für ihn geworden seien, habe er als Herausforderung angenommen. Bei der Frage nach dem Sinn, so Nöthen, könne man nur auf Paulus hören, der in der Lesung sage: „Ich bin überzeugt, dass die Leiden dieser Zeit nichts sind im Vergleich zu den Herrlichkeiten, die uns im Himmel erwarten.“ Und: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereichen wird.“ Pater Nöthen schloss seine Predigt mit den Worten: „Wie groß muss der Segen sein, den Herr Rosenits für das Gnadenkapital erworben hat. Darin verwirklicht sich das, was er im jugendlichen Elan für sich formulierte: Durch mein Sein und Leben möchte ich helfen, Menschen hinzuweisen auf den Heilsplan des Vaters im Himmel.“

Corona-bedingt waren nur wenige Mitfeiernde beim Requiem anwesend (Foto: Dillinger)

Corona-bedingt waren nur wenige Mitfeiernde beim Requiem anwesend (Foto: Dillinger)

Stationen seines Lebens

Klaus M. Rosenits wurde am 6. Dezember 1943 als viertes von sieben Kindern in Kaufbeuren geboren. Nach der Volksschule begann er mit 14 Jahren seine Ausbildung zum Polsterer und Tapezierer (Raumausstatter). Im Alter von 20 Jahren entschied er sich, in die Gemeinschaft der Schönstätter Marienbrüder einzutreten. Ausgehend von seinem Wunsch, in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt zu werden, ließ ihn die Gemeinschaft in Freiburg Sozialarbeit studieren. In dieser Zeit erwarb er auch die Missio Canonica (kirchliche Lehrerlaubnis).

Nach dem Studium arbeitete er ab 1968 zunächst für zwei Jahre bei der Caritas Aschaffenburg, wo er sich um Suchtkranke und Obdachlose kümmerte. Gleichzeitig begann er mit der Begleitung der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) in den bayerischen Diözesen. Gemeinsam mit Dr. Mahlmeister vom Priesterverband nahm von Lohr aus die Arbeit mit der SMJ der Diözese Würzburg mehr und mehr Raum ein. Gemeinsam haben sie die Zeltlager-, Gruppen- und Kreisarbeit geprägt, die Klaus M. Rosenits psychologisch, sozial und pädagogisch mitkonzipierte und begleitete. Ab 1971 engagierte er sich auch in den Diözesen Eichstätt, Augsburg und Regensburg für die Schönstatt-Mannesjugend.

Von 1972 bis 1986 leitete er die Redaktion der SMJ-Zeitschrift „Unsere Welt". Von 1979 bis 1987 prägte er als Standesleiter die Schönstatt-Mannesjugend Deutschland mit. Von 1986 bis 2006 war er Leiter des Jugendzentrums Marienberg in Schönstatt, Vallendar. Mit dem Aufbau eines Gästestammes sowie vielfältigen Anstößen und Initiativen für die Fertigstellung und Gestaltung des Hauses leistete er eine wesentliche Aufbauarbeit für die neu gebaute „Heimat“ der SMJ.

Die Parkinson-Erkrankung machte im März 2007 einen Umzug ins Mario-Hiriart-Haus notwendig, wo er wegen der fortschreitenden Krankheit nur noch kurzzeitig das Amt des Ökonoms der Gemeinschaft übernehmen konnte. Solange er konnte, war er oft bei Gottesdiensten und beim Gebet im Urheiligtum anzutreffen. Nach langer Krankheit wurde er am 30. Dezember 2021 vom himmlischen Vater heimgerufen. „In Dankbarkeit schauen wir zurück auf all seinen Einsatz für viele Mitmenschen innerhalb und außerhalb der Schönstatt-Bewegung“, so Thomas Butz, Generaloberer der Schönstätter Marienbrüder im Nachruf.

Persönliche Eindrücke

Vor dem Schlusssegen des Requiems war Gelegenheit über Klaus M. Rosenits noch ein paar persönliche Worte zu sagen.

Pfr. Dr. Wilhelm Mahlmeister (Foto: Dillinger)

Pfr. Dr. Wilhelm Mahlmeister (Foto: Dillinger)

Artur Eisenacher (Foto: Dillinger)

Artur Eisenacher (Foto: Dillinger)

Treue und Kontinuität

Pfr. Prof. Dr. Wilhelm Mahlmeister, Hammelburg, der als junger Kaplan mit Marienbruder Klaus Rosenits in der SMJ Würzburg zusammengearbeitet hat, betonte, dass er sich in allen Bereichen völlig auf Herrn Rosenits habe verlassen können. „Ich habe ihn als absolut treuen Menschen erlebt: Treue zur Sendung, Treue zu den Jugendlichen. Er hat die jungen Menschen hervorragend begleitet. Unter ihm hat es eine große Kontinuität in der Würzburger Jugendarbeit gegeben.“

Was euch gefällt, ist mir wichtig

Pfr. Gerhard Pfennig bezeichnete sich als „Frucht“ der Doppelspitze Mahlmeister-Rosenits. Er habe Rosenits auf Zeltlagern erlebt und in der Arbeit für die älteren Jugendlichen in Kreisen. Durch sein Mitspielen bei Fußball und bei zahlreichen anderen Aktivtäten habe er immer gezeigt: was euch gefällt, ist mir wichtig! „Als ich dann als Theologiestudent meine Diplomarbeit über die Mannesjugend schrieb, habe ich auch Herrn Rosenits um Material gefragt. Sehr hilfreich ist mir dabei ein Din A 4 Blatt quer geworden, auf dem Herr Rosenits die Grundzüge seiner pädagogisch-psychologischen Arbeit aufgeschrieben hat“, so Pfennig. Ihm sei dabei klar geworden, dass hinter dem, was Rosenits jahrelang praktiziert habe, ein sehr bewusstes Herangehen gestanden habe, aber auch die Bereitschaft, zu schauen, was im jeweiligen Jugendlichen ansteht und ein sich auf ihn Einlassen.

Hilf mir, treu zu sein

Die Schönstätter Marienschwester M. Lioba Rupprecht erzählte kurz, wie sehr sich Klaus M. Rosenits während des Gedenkgottesdienstes am 18. September 2018 gefreut habe, dass eine der Anbetungsschwestern ihn in seinem Rollstuhl in die Gründerkapelle gefahren habe. „Hinterher hat er sich dafür in einem Brief bedankt und erzählt, dass er 1968 am offenen Sarg Pater Kentenichs gebeten hat: ‚Hilf mir, dass ich treu sein kann!‘ Und dafür hat er sich jetzt – 50 Jahre danach – bedanken können“, so Schwester Lioba.

Laikales Bewusstsein mitgegeben

Er habe vier Jahre lang mit Pfarrer Mahlmeister und Herrn Rosenits als Jugendlicher die Verantwortung für die SMJ Würzburg gehabt, machte Artur Eisenacher in seinem Beitrag deutlich. „Ich schätze die Art und Weise, wie er mit uns unterwegs war sehr. Er ging mit uns Ski fahren, pilgern von Würzburg nach Dachau, wir waren gemeinsam auf den Spuren Mario Hiriarts in Südamerika unterwegs und im Zweifelsfall gingen wir Sonntag abends zu ihm zum Schach.“ Er habe sie geprägt, so Eisenacher, „dass wir Gesellschaft christlich mitgestalten und die Kirche mitbauen. Er gab uns ein laikales Bewusstsein mit.“


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