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19. Februar 2021 | Impuls aus Schönstatt | 

Vertrauen – eine Haltung, die in Krisen trägt


Impuls aus Schönstatt (Foto: Brehm)

Nun dauert es bereits fast ein Jahr, dass wir uns mit der Corona-Pandemie beschäftigen. In mehreren Beiträgen stellen wir Ihnen Anregungen vor, wie wir persönlich gelassener durch die Krise kommen können.

Ein Pastoralreferent, der in der Krankenhausseelsorge arbeitet, schrieb uns, was ihn in seiner Arbeit mit Patienten bestärkt:

"Die Corona-Pandemie hat viele Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen gestellt. Als Klinikseelsorger erlebe ich tagtäglich Menschen, die im Dienst für die Kranken bis an die Grenzen der Belastbarkeit gehen und darüber hinaus.

Diese Einsatzbereitschaft zeugt in meinen Augen von einem großen Vertrauen, dass die gewaltigen Aufgaben gemeinsam bewältigt werden können, wenn jeder seine Kompetenz und Profession mit ganzer Tatkraft einbringt. Im Klinikalltag darf ich immer wieder die Erfahrung machen, dass man sich wirklich aufeinander verlassen kann.

Als ich vor kurzem im Rahmen meiner Rufbereitschaft nachts zu einer an Covid-19 erkrankten Patientin gerufen worden bin, hat sich das Pflegepersonal mit großer Sorgfalt darum gekümmert, dass die Angehörigen und ich mit sicherer Schutzkleidung ausgestattet wurden. Nur so war es möglich, dass wir die im Sterben liegende Frau begleiten konnten.

Die Fürsorge der Pflegekräfte hat ein Klima des Vertrauens geschaffen, das allen Beteiligten in dieser schwierigen Situation gutgetan hat. Vertrauen ist kein Selbstläufer. Man muss die Voraussetzungen dafür aktiv gestalten. Wo Menschen aber einander im Vertrauen begegnen, öffnen sich Türen und werden Kräfte freigesetzt, mit denen man vorher nicht gerechnet hätte.

Ich persönlich sehe darin immer auch ein Wirken Gottes. Daher bete ich täglich für die Menschen, mit denen ich als Seelsorger in der Klinik zu tun habe. Ich vertraue darauf, dass Gott gerade in Krisenzeiten mit uns ist, uns trägt und uns begleitet."

Vertrauen kann man trainieren:

Vertrauens-Übung, allein

Diese Übung dauert etwa 30 Minuten. Machen Sie am Abend, wenn es dunkel ist, einen kurzen Spaziergang durch Ihren Wohnort (außer bei Schnee und Eis). Nehmen Sie bewusst die leichte Beklemmung wahr, wenn Sie an Stellen kommen, die nicht so gut durch Straßenlaternen ausgeleuchtet sind. Wenn Ihnen jemand begegnet (abends werden Hunde Gassi geführt), grüßen Sie eventuell kurz und gehen weiter ihres Weges.

Vertrauens-Übung, mit einem Partner

Die Übung dauert etwa 10 Minuten. Sie kann in einem Gebäude (drinnen) oder in der Natur (draußen) durchgeführt werden. Lassen Sie sich von einem Partner (Freund, Bekannten) die Augen mit einem Schal verbinden. Der Partner legt seine rechte Hand auf Ihre linke Schulter und führt sie sanft und sicher – an Hindernissen (Stuhl, Stein) vorbei – einen kleinen Parkour. Dabei wird nicht gesprochen. Ziel der Übung ist es, dass Sie als Geführter Ihrem Partner vertrauen lernen sollen. Nach etwa 5 Minuten wird gewechselt: jetzt führen Sie Ihren Partner.

Vertrauens-Übung im Gebet

Vertrauen in der Krise
Ich vertraue auf die Solidarität meiner Mitmenschen
ich vertraue auf die Mitverantwortung aller,
ich vertraue darauf, dass wir gemeinsam Krisen bewältigen,
weil Gott uns dazu befähigt hat.
In diesem Vertrauen lege ich meine Aufgaben
in Gottes Hand und weiß mich getragen,
in meinem Tun und Handeln,
in meiner Verantwortung für das Ganze.
In diesem Vertrauen bete ich
um Mut und Entschlossenheit,
um Aufmerksamkeit und Rücksicht,
um Mitgefühl und Hilfsbereitschaft
und um Gottes Kraft und Segen!

Nun dauert es bereits fast ein Jahr, dass wir uns mit der Corona-Pandemie beschäftigen. In mehreren Schüben kamen immer wieder neue Themen auf, mit denen sich alle Länder rund um den Globus beschäftigen mussten. Zuerst ging es um die Frage: Wer ist schuld an dem ganzen Dilemma? Dann gab es eine Berg- und Talfahrt, welche Anforderungen unseren Alltag bestimmen sollten: Schutzmasken, Abstand, Veranstaltungsstopp, unterschiedliche Gefährdung der Altersgruppen, Lockdown und dessen weitreichende Folgen. Und nun gibt es Empörung darüber, dass die Impfungen nur zögerlich laufen.

Wichtige Fragen:
Wenn auch diese Probleme alle gelöst werden müssen – wenden wir uns doch den Fragen zu:

  • Wie kann jede und jeder einzelne von uns mit dieser Situation, die wir nicht ändern können, umgehen?
  • Was hilft uns, Unsicherheiten über eine so lange Zeitdauer zu ertragen?
  • Was kann uns stärken in der Situation, Distanz zueinander zu halten und uns nicht mit anderen treffen zu können?
  • Mit welchen Haltungen können wir Alltagsprobleme, Homeoffice und Homeschooling bewältigen?

Dieser Beiträgen ist einer von mehreren, in denen wir Ihnen Anregungen vorstellen.

Redaktion Impuls aus Schönstatt
Klaus Glas, Prof. Dr. Hubertus Brantzen, Heinrich Brehm, P. Lothar Herter, Michaela Koch, P. Heinrich Walter

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