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28. November 2019 | Deutschland | 

„Starke Männer in stürmischer Zeit“ - Exerzitien für Männer im Schönstatt Zentrum Marienfried in Oberkirch


Die Teilnehmer der Männerexerzitien im Schönstatt-Zentrum in Oberkirch (Foto: Manfred Schemel)

Die Teilnehmer der Männerexerzitien im Schönstatt-Zentrum in Oberkirch (Foto: Manfred Schemel)

Jörg Simon/Hbre. Anstelle von heftigen Herbststürmen regnete es, als sich 19 Männer zu den Jahresexerzitien der Schönstatt-Männerbewegung vom 6. bis 10. November 2019 im Schönstatt Zentrum Marienfried in Oberkirch, eingefunden hatten. Thematisch ging es vor allem um Persönlichkeit und Identität.

Suche nach Identität

Die Suche nach der „Identität“, nach einer „selbst erlebten inneren Einheit und Echtheit einer Person“ sei eine Kernfrage unserer Zeit, die viele Bereiche betreffe, so der exerzitienmeister in seinem Eröffnungsvortrag: „Die Parteien suchen nach ihrer Identität, Europa fragt nach seiner Aufgabe und Bedeutung im Konzert der Weltmächte, Angebote der Sinnsuche, die eigene Mitte wiederzufinden oder gar neu zu entdecken, stoßen auf große Resonanz.“

Pfarrer Jörg Simon beim Vortrag (Foto: Manfred Schemel)

Pfarrer Jörg Simon beim Vortrag (Foto: Manfred Schemel)

Gebetsmoment an der Franz-Reinisch-Stele (Foto: Manfred Schemel)

Gebetsmoment an der Franz-Reinisch-Stele (Foto: Manfred Schemel)

Gebetsmoment an der Franz-Reinisch-Stele (Foto: Manfred Schemel)

Gebetsmoment an der Franz-Reinisch-Stele (Foto: Manfred Schemel)

Nach der Liebesbündnisfeier im Schönstattheiligtum (Foto: Manfred Schemel)

Nach der Liebesbündnisfeier im Schönstattheiligtum (Foto: Manfred Schemel)

Auf diesem Gebiet habe der christliche Glaube sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Er müsse sich gegen ein breites Angebot esoterischer und synkretistischer Sinndeutungen behaupten. Die Individualisierung der Gesellschaft, einhergehend mit neuen Lebensmodellen und Lebensentwürfen, habe zu einer tiefen Verunsicherung bei den Menschen geführt. „Wer bin ich? Woher komme ich? Gibt es einen geheimen Plan meines Lebens? Was ist meine Aufgabe? Gibt es überhaupt einen tieferen Sinn meiner Existenz?“, mit solchen Fragen konfrontierte der Exerzitienmeister die Teilnehmer.

Aus dem Glauben heraus, richtungsgebende Entscheidungen für die Zukunft treffen

Auf der Grundlage des christlich-biblischen Menschenbildes und den Lebens-und Glaubensgeschichten von Männern des Alten und Neuen Testamentes, sowie wichtigen Persönlichkeiten der Kirchengeschichte ging Pfr. Simon diesen Fragen nach. Dabei stellte er heraus, dass es „Zeitenwenden“ gegeben habe, in denen einzelne Persönlichkeiten auftraten, die aus dem Glauben heraus, richtungsgebende Entscheidungen für die Zukunft trafen. Hier seien beispielhaft genannt: der Hl. Benedikt (Bindeglied zw. Spätantike und christlichem Abendland), der Hl. Franz von Assisi (Hochmittelalter-Beginn der Neuzeit), der Hl. Ignatius von Loyola (kath. Erneuerung vom 16. bis 18. Jahrhunderts), Pater Josef Kentenich und die „internationale Schönstatt-Bewegung“ (I. Weltkrieg und „Zeit der Moderne und Postmoderne).

Der „gemeinsame Nenner“ all dieser Persönlichkeiten konkretisiere sich an heiligen Orten, heiligen Zeiten, heiligen Zeichen und einer marianisch-kirchlichen Grundhaltung. Diese „vier Grundkonstanten“, so Pfr. Simon, ließen sich auch auf das Leben heute übertragen. Jeder habe durch Taufe und Firmung, „als Gesandter an Christi statt“, einen christlichen Gründerauftrag, den er eingeladen sei, als Mann und Vater, in Familie, Beruf und Alltag, in heutiger Zeit umzusetzen. Das Liebesbündnis von Schönstatt mit der Gottesmutter Maria, biete dazu eine sichere und feste Grundlage. Maria hat gerade heute den Auftrag, als „Pädagogin und Psychologin“ tätig zu sein. „Innere Heimat, seelische Heilung und persönliche Sendung“, sind heute mehr denn je gefragt.

Im festlichen Schlussgottesdienst schloss einer der Teilnehmer sein Liebesbündnis. Weitere Teilnehmer erneuerten ihr Liebesbündnis, mit dem sie ihre Zugehörigkeit zur Bewegung und ihr Bemühen um ein Leben in Verbindung mit Gott und Maria zum Ausdruck bringen.

Nach der Liebesbündnisfeier im Schönstattheiligtum (Foto: Manfred Schemel)

Nach der Liebesbündnisfeier im Schönstattheiligtum (Foto: Manfred Schemel)


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