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24. August 2015 | Deutschland | 

Heute Vater sein - Texte von Pater Kentenich aus der Reihe "Am Montagabend - mit Familien im Gespräch"


Pater Josef Kentenich mit einer Familie in Milwaukee (Foto: Archiv Marienschwestern Waukesha USA)

Pater Josef Kentenich mit einer Familie in Milwaukee (Foto: Archiv Marienschwestern Waukesha USA)

Sr. Mariengund Auerbach, CBre. Die Erneuerung einer immer stärker durch die Säkularisierung geprägten Gesellschaft muss wesentlich von der Familie ausgehen. Diese Auffassung vertritt der Gründer Schönstatts, Pater Josef Kentenich bereits 1964 in Vorträgen, die er während seiner Exilszeit in Milwaukee/USA für Ehepaare gehalten hat. Der Schönstatt-Verlag in Vallendar hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Vorträge einem breiten Leserkreis zugänglich zu machen. Im 30. Band der Reihe „Am Montagabend – mit Familien im Gespräch“ steht unter dem Titel „Heute Vater sein“ die christliche Familie als Lebens- und Liebesgemeinschaft im Zentrum. Pater Kentenich zeigt seinen Zuhörern Grundprinzipien und Leitsterne der Erziehung und gibt praktische Hilfestellungen für den Alltag. Dabei wird deutlich, welche zentrale Bedeutung für die Erziehung er dem Beispiel von Vater und Mutter beimisst.

Mit großer Sorgfalt widmet sich Pater Kentenich an mehreren Abenden dem Ideal des Vaters in der Familie. Wo die Gottesmutter sich im Hausheiligtum der Familie niedergelassen hat, sorgt sie dafür, dass neue Menschen erzogen werden.

Cover "Am Montagabend Band 30 Heute Vater sein" (Foto: Schönstatt-Verlag)

Cover "Am Montagabend Band 30 Heute Vater sein" (Foto: Schönstatt-Verlag)

Erneuerung der heutigen Welt nur durch Erneuerung der Familie

O-Ton Pater Kentenich: „Wenn die heutige Welt erneuert werden soll, können wir das kaum von der Pfarrkirche aus oder von der Schule aus tun, das muss vom Haus ausgehen. Das ist eben so, das ist alles zu groß und zu weit. Die Atmosphäre lässt sich nicht mehr so tief durchdringen, weil wir halt in einer durch und durch säkularisierten Zeit leben. Darum muss alles wieder zurück zur Familie. Darum müssen wir aber als Eltern auch wieder viel stärker sein, Pflichtbewusstsein haben. … Sie müssen immer festhalten: Erziehung ist eigentlich die Hauptaufgabe der Familie.“

Pater Kentenich ist überzeugt, dass die Eltern als Erziehungsgemeinschaft erziehen müssen, beide: Vater und Mutter, und dass beide dadurch angeregt werden, sich selbst zu erziehen. Gerade die religiöse Erziehung muss von den Eltern kommen und kann nicht an Kindergarten, Gemeinde oder Schule abgegeben werden.

In den in dem Buch gesammelten Texten zeigt Pater Kentenich sowohl die großen Linien auf, widmet sich aber auch ganz praktischen Alltagsfragen: Wie können Eltern ihren Kindern den Sinn vorehelicher Reinheit vermitteln? Was müssen Eltern in der Pubertätszeit der Kinder beachten, um sowohl Freiheit als auch Nähe zu vermitteln? Hört Eltern sein mit großen Kindern auf?

Schwerpunkt: die Stellung des Vaters in der Familie

Viel Raum nehmen Pater Kentenichs Ausführungen über die Stellung des Vaters in der Familie ein. Ausführlich beschreibt er, wie sich durch die Wandlung der Gesellschaftsordnung im 19. und 20. Jahrhundert die bisherige Stellung des Vaters verändert hat. Da der Vater tagsüber nicht mehr zu Hause ist und die Kinder ihn nur abends mitbekommen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass er abends – so die Überzeugung Pater Kentenichs – Zeit mit den Kindern verbringt und zur Verfügung steht, mit warmem Interesse an ihrem Tag teilnimmt und nicht seinen Feierabend gestaltet, weil er müde von der Arbeit ist. Die „Revolution der Söhne“ und die umfassende Autoritätskrise fordern ihn  stärker als bisher heraus, seine Erzieheraufgabe auch wirklich wahrzunehmen. Der Vater als Erzieher soll für seine Kinder ein Abbild des Vatergottes sein und teilnehmen an der Vatergüte, am Vaterreichtum und an der Vatermacht Gottes. Er sagt: „Das ist so wichtig, auch für uns heute, auch für unsere Kinder. Die brauchen … Kenntnisse über Gott und wir als Väter müssen oft mithelfen, dass diese Erkenntnisse vertieft werden. … Nach meiner Auffassung ist heute nichts so wirksam, wo es sich um Gotteserfahrung handelt, als die Begegnung mit einem Menschen, an dem man spürt, in dem lebt der liebe Gott. … Sehen Sie, dass muss eine Aufgabe für mich als Vater sein.

Daten zum Buch:

  • Kentenich, Josef, Am Montagabend, Band 30 - Mit Familien im Gespräch
    Heute Vater sein, Preis 14,90€,
  • Schönstatt-Verlag, ISBN 978-3-935396-59-2
  • Bestelladresse
    Schönstatt-Verlag, Hillscheider Str. 1, 56179 Vallendar
    Tel.: 0261/6404-300,
  • E-Mail: schoenstatt-verlag@s-ms.org
  • Internet: www.schoenstatt-verlag.de

In der Reihe „Am Montagabend ...“ werden die Vorträge veröffentlicht, die Pater Josef Kentenich (1885–1968) im Zeitraum von 1955 bis 1964 für Ehepaare in Milwaukee/USA gehalten hat.

Die schlichte, persönliche Redeweise kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie fundamental das Anliegen ist, das Pater Kentenich mit diesen Vorträgen verfolgt. Noch vor dem Konzil nimmt er bereits zu dessen Kernproblem Stellung, zur Gottesfrage in der Welt von heute. Im Eingehen auf konkrete Lebens- und Erziehungsfragen, im Aufgreifen von Zeitströmungen und -ereignissen gibt er seinen Zuhörern praxisnahe Antworten und Hilfestellungen für ihr Leben. Er übt mit ihnen ein, was er im Konzentrationslager Dachau einmal in die Verse kleidete: „dass wir das Leben sehn in Gottes Sicht und wandeln allezeit im Himmelslicht“.


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