Schönstatt Spiritualität


Das Liebesbündnis

Ein zentraler Punkt Schönstatts ist das Liebesbündnis. Es steht nicht in Konkurrenz zum Alten Bund (Jahwe mit seinem auserwählten Volk Israel) bzw. dem Neuen Bund (der Bund Gottes mit den Menschen durch Jesus Christus) sondern es ist eine originelle, lebensmäßige Realisierung dieser Bündnisse im konkreten Hier und Jetzt, eine persönliche Verlebendigung des Taufbundes.

Maria, die Mutter Jesu, ist Partnerin in diesem Liebesbündnis, das eine Weg- und Lebensgemeinschaft mit ihr begründet. Sie, die Frau in der unmittelbaren Nähe Jesu in seinem historischen Leben, führt auch heute Menschen zu ihm.

Anliegen, Opfer, Danksagungen, Anfragen, Streitgespräche, Gebete, usw. legen Menschen im Liebesbündnis in die Hände der Muttergottes im festen Vertrauen, daß sie, was ihr anvertraut wird, in Gottes Hände geben und was ihr geschenkt wird, reichlich an andere austeilen wird.

Sie, der vollkommene Modellfall eines heilen und erfüllten Menschen ist uns Vorbild und Erzieherin, ist damals wie heute Brückenschlag zwischen Gott und den Menschen. Dies alles ist ausgedrückt in zahlreichen, den Schönstättern wichtigen Symbolen so z.B. dem Marienbild der Bewegung (Christus und Maria), dem Heiligtum (zentral darin: Marienbild und häufig ganztägig geöffneter Tabernakel), dem Kreuz der Einheit mit der Darstellung von Jesus und Maria,

Der Bund mit Maria erleichtert und sichert das Bündnis mit Gott. Pater Kentenich sagt: "Für uns ist das Liebesbündnis mit der Muttergottes eine tiefgreifende Erneuerung, Festigung und Sicherung des Taufbündnisses, das heißt des Bündnisses mit Christus und dem Dreifaltigen Gott. Jede Weihe und jeder in ihr zum Ausdruck gebrachte erneuerte Bündnisschluß bedeutet für unser Denken und Wollen eine neue freigewählte und freigewollte Entscheidung für Christus."

Das Liebesbündnis zwischen der Muttergottes und jedem Schönstätter ist konkret verbunden mit dem Heiligtum. Das sogenannte "Urheiligtum" in Schönstatt war der Ort, an dem dieses Liebesbündnis von Pater Kentenich und einer Gruppe von Schülern geistlich vorbereitet und am 18. Oktober 1914 erstmals geschlossen wurde.

Dies war der Ursprung einer in ihrem Ausmaß noch nicht absehbaren katholischen Erneuerungsbewegung. Heute stehen rund um den Globus sehr viele Heiligtümer, alles Nachbildungen des Urheiligtums. Dort möchte Maria an erster Stelle die Gnade der Beheimatung und des Wohlfühlens schenken. Gelingt das, so wächst in Menschen die Offenheit und Bereitschaft, sich von innen her wandeln und entzünden zu lassen für missionarischen Dienst am Reich Gottes. So kann ein neuer Mensch in neuer Gemeinschaft heranreifen.

Auch richten sich viele Schönstätter in ihren Wohnungen sogenannte Hausheiligtümer ein, um die Muttergottes - und mit ihr Christus - in ihren Alltag möglichst intensiv hereinzuholen.

Was versteht man unter Beiträge zum Gnadenkapital

In einem großen Radio-Sender wurde eine Umfrage unter den HörerInnen gestartet: "Welchen Satz hören sie von ihrem Partner am liebsten?" Letztendlich gewann folgender Satz: Wenn nachts um 3 Uhr das Baby schreit und der Partner sagt: "Bleib liegen, ich geh' schon!".

Aus dieser Situation wird deutlich: Liebe ist immer mit Handeln bzw. Opfern verbunden. Wenn der Partner sich in Freiheit für die Überwindung der Bequemlichkeit, der Müdigkeit entscheidet, so ist es ihm vielleicht nicht ganz leicht gefallen. Liebe braucht fundamental diese Herzens- und Opfergemeinschaft.

Genauso ist es mit dem Liebesbündnis. Wir sammeln in Herzensgemeinschaft mit der Muttergottes Opfer, Gebete, Liebeserweise, usw., die unsere Beziehung zur Muttergottes lebendig machen. Dies sind die Beiträge ins Gnadenkapital. Mit ihnen möchten wir zeigen, daß es uns ernst ist mit unserer Liebe, daß uns die Liebesbeziehung mit ihr auch etwas kosten darf.

Im Liebesbündnis lässt sich Maria darauf ein, die Überanstrengungen, Überforderungen, Anliegen, Liebeszeichen usw. von Christus in sein einzigartiges Liebeszeichen - sein Erlösungsopfer - hineinnehmen zu lassen und sozusagen in Zärtlichkeiten, Zuwendungen, Heimaterfahrungen ... für Menschen zu verwandeln, denen sie von irgendeinem ihrer Heiligtümer auf der Welt aus diese zuwenden möchte. Auf diese Weise wird jeder, der Beiträge zum Gnadenkapital der Muttergottes beisteuert, zum Partner in einem weltweit geknüpften Band von Mensch zu Mensch.

Andererseits läßt sich auch die Muttergottes diesen Liebesbund einiges kosten. Sie beschenkt uns überreich, 24 Stunden, rund um die Uhr; es gilt, für dies sensibel zu werden, um sie im Vorsehungsglauben hinter den Geschehnissen des Alltags zu entdecken. Diese Gedanken bündeln sich in dem Motto:
Nichts ohne Dich Nichts ohne uns!



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Letzte Aktualisierung: 09.07.1999, 21:21
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