| published: 2007-09-14 |
Ökumene nicht ohne Schönstatt und Schönstatt nicht ohne ÖkumenePersönliche Eindrücke |
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RUMÄNIEN, Pfr. Christian Löhr. Vom 4.- bis 9. September 2007 waren sechs Delegierte der Schönstatt-Bewegung, Elisabeth Braunbeck, Christian Löhr, Bernhard Maas, Michael Marmann, Wolfgang Müller, Wieslaw Reglinski und Erzbischof Ignazio Sanna für die italienische Bischofskonferenz, bei der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung im rumänischen Sibiu (Hermannstadt). Vor allem in persönlichen Gesprächen mit Versammlungsteilnehmern versuchten wir, Zeugnis von unserer Bewegung, unserem Charisma und dem, was wir daraus für die Ökumene fruchtbar machen können, zu geben. In den großen Plenarsitzungen der 2.500 Delegierten aus allen europäischen Kirchen waren wir eher aufmerksame Zuhörer denn aktive Teilnehmer. Vielleicht könnte sich das bei vergleichbaren Veranstaltungen künftig noch ändern, wenn es uns gelänge, schon im Vorfeld Einfluss auf die thematische Arbeit zu nehmen. Zumindest ermutigte uns dazu Pater Marmann, der ja jetzt schon ausgezeichnete ökumenische Kontakte unterhält. Für mich war Sibiu die erste Erfahrung mit einer internationalen Konferenz. Ich war beeindruckt von den Hauptrepräsentanten aus Kirche und Politik, die auf dem Podium mit großartigen Ansprachen beieindruckende ökumenische Visionen zeichneten. Unter den Hauptrednern im Plenum waren der ökumenische Patriarch Bartholomäus, Metropolit Cyrill in Vertretung des russisch-orthodoxen Patriarchen, der anglikanische Bischof von London Chartres, Kardinal Kasper und EKD-Ratsvorsitzender Huber. Der rumänische König ließ durch den Kronprinzen eine Botschaft verlesen, der Präsident Rumäniens gab uns die Ehre und selbst EU-Ratspräsident Barroso reiste für eine Rede an. Die christlichen Kirchen Europas, vertreten durch ihre namhaftesten Vertreter, so geballt erleben zu dürfen, war schon eine erhebende, ja geradezu historische Erfahrung. Lebensvorgänge, die zutiefst ökumenisch sindAber schon am ersten Arbeitstag drückten viele Stimmen auch mein Unbehagen aus, daß so viel übereinander, aber zu wenig miteinander gesprochen wurde. In nachmittäglichen Foren und kleineren Gesprächsgruppen wurde versucht, dem Wunsch nach persönlicher Begegnung der Tagungsteilnehmer breiteren Raum einzuräumen. Dabei wurden mir, wie vielen anderen Teilnehmern auch, sehr schöne Begegnungen mit orthodoxen, anglikanischen und protestantischen Amtsträgern und Laienchristen geschenkt. Immer wieder konnte ich von unserem Gründer und von unserer schönstättischen Spiritualität erzählen und traf auf interessierte Ohren. Ökumene ist in unseren Gliederungen bisher vielleicht noch zu wenig explizit: Bei einem Mittagessen tauschte sich unsere schönstättische Delegation darüber aus, und fand viele Lebensvorgänge in unseren Gemeinschaften, die zutiefst ökumenisch sind oder für die Einheit der Christen fruchtbar gemacht werden könnten. Sollten wir mit diesem Pfund nicht stärker wuchern und dem ökumenischen Gedanken nicht auch explizit breiteren Raum bei uns einräumen? Nach drei sehr intensiven Studientagen begingen die christlichen Konfessionen in Sibiu, jede auf ihre Weise, den Gedenktag der Geburt Mariens. Wir Lateiner waren von den Griechisch-Unierten zur Mitfeier der göttlichen Liturgie in einer Sporthalle eingeladen. Es gibt noch viel zu tunUnd am Nachmittag desselben Tages wurde die "Botschaft der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu" verkündet. Auf fünf Seiten wird darin versucht, die Arbeitsergebnisse der Konferenz zu bündeln und ökumenische Handlungsfelder für die Zukunft abzustecken. (Das Dokument findet sich unter www.eea3.org) Die Christen Europas verpflichten sich darin, weiter an der sichtbaren Einheit der Kirche, unseres Kontinentes und der Welt zu bauen. Dabei sollen stärker als bisher die Carta Oecumenica aus dem Jahr 2001 umgesetzt und die gegenseitige Anerkennung der Taufe zwischen den Kirchen weiter vorangetrieben werden, und man verspricht, sich gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung und für Migranten und Afrika einzusetzen. Mit tiefen ökumenischen Erfahrungen bereichert, kehrte unsere Schönstatt-Delegation aus Sibiu wieder nach Deutschland zurück. Dass Wolfgang Müller und ich 10 Stunden am Flughafen in Sibiu festsaßen, weil die Fluggesellschaft unsere Namen aus der Passagierliste gestrichen hatte, ist für mich wie ein Symbol für den Ökumenismus: Es hakt und klemmt noch an vielen Stellen, aber wir können uns in Gebet und Tun dafür einsetzen, ökumenisch doch noch von der Stelle zu kommen. |
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Last Update: 14.09.2007
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