Zum Weiterdenken - Considerations - Para reflexionar
 published: 2004-05-25

Europa lieben lernen

Stuttgart 2004: Was weiterwirkt

Pater Heinrich Walter, Generaloberer der Schönstatt-Patres, Vorsitzender des Generalpräsidiums
 
 
 
 
 
 
 

Fotos: © 2004

 

"Zum ersten Mal habe ich Liebe zu Europa empfunden" faxte ein junger Mann nach dem Europatag der christlichen Bewegungen in Stuttgart. Dieser Stimme können sich viele anschließen, die am 8. Mai unter den 10 000 Teilnehmern in der Schleyerhalle waren.

Was macht das mit uns, dieses größer werdende Europa? Viele leben in der Spannung, diesem großen Gebilde gegenüber so ohnmächtig zu sein und doch etwas Wichtiges für Europa beitragen zu wollen. Für die Jugendlichen sind viele Hoffnungen und Erwartungen mit dem größeren Europa verbunden.

Christen aus 150 verschiedenen Gemeinschaften und Bewegungen haben einen Schritt in mehr gemeinsame Verantwortung getan und ein Licht der Hoffnung entzündet. Ein zweitätiger Kongress von 2000 Verantwortlichen hat die anschließende Großveranstaltung gut vorbereitet. Politiker und Bischöfe sprachen von einem historischen Augenblick für Europa, der durch die Satellitenübertragung weltweit dokumentiert ist.

Gemeinsam etwas Konkretes für Europa tun

In dem Jahr der Vorbereitung ist unter den Bewegungen der Wille entstanden, gemeinsam etwas Konkretes für Europas zu tun. Wir sind stolz auf unser plurales Europa, stolz auf die reiche Geschichte und Kultur. Wir wollen aus diesen Wurzeln dem heutigen politischen und wirtschaftlichen Gebilde mehr Seele geben. Es war die Rede von einem Europa der Herzen, von einem Europa der Geschwisterlichkeit. Jeder schätze den anderen höher als sich selbst, jedes Volk nehme die anderen als Bruder und Schwester an. Nur in dieser Haltung der Wertschätzung kann Europa zu einem gesunden lebendigen Organismus der Völker werden. Ein derart geeintes Europa kann zu einem Sauerteig für den Weltfrieden werden, denn Europa darf nicht nur an sich selber denken.

Bündnis der Achtung und Liebe

Wir Schönstätter sind gewohnt vom Abendland zu reden und meinen damit nicht zuerst das Territorium Europa, sondern das kulturgewordene Christentum des Westens. Wir verstehen Schönstatt als Beitrag, damit das Erbe dieses Abendlandes einen fruchtbaren Weg in die Zukunft der Welt findet. Es geht darum, dass wir uns Menschen im Bund der Liebe mit Gott erleben und durch den Mensch die ganze Welt und Schöpfung in ihrem Schöpfer zuhause ist. Dieses Liebesineinander mit Gott und zwischen den Menschen ist unser Sauerteig, den wir in die Weltgestaltung einbringen wollen.

So ist für uns das Bündnis der Achtung und der Liebe, das 200 Verantwortliche verschiedener Bewegungen und Kirchen auf der Bühne vor der Weltöffentlichkeit am 8. Mai geschlossen haben eine große Einladung und Herausforderung. Jeder kleine Schritt der Geschwisterlichkeit, der aus Liebe getan wird ist ein Beitrag für die Seele Europas. Zu den kleinen Schritten des Alltags werden auch große Schritte in gemeinsamen Projekten aller Lebensbereiche kommen. Daraus wird der europäische Weg entstehen, den wir mitgestalten. Mögen sich viele finden, die stolz sind, Europäer zu sein und die ihr Leben dafür investieren.

Aus: Zapfsäule, SMJ Deutschland, 2/2004



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Last Update: 28.05.2004 Mail: Editor /Webmaster
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