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Ich empfinde es als großes Glück auf diesem Kongress in Stuttgart gewesen zu sein. Die Tage gaben mir persönlich viel Kraft und starke Impulse. Jedoch ist es nicht ganz leicht zu benennen, was das Treffen zu etwas so Großartigem gemacht hat. Ich denke es war vor allem der durchweg positive Grundton, große Freude zu empfinden zusammengekommen zu sein und der Sehnsucht nach einem christlich beseelten Europa Ausdruck und Gestalt zu verleihen. Und diese Freude an der Zusammenkunft konnte nur deshalb entstehen, weil die konkreten Begegnungen mit den Menschen aus anderen Gemeinschaften von großer Wertschätzung und Freude geprägt waren. Es war einfach sehr schön zu erleben, dass die anderen ganz ähnlich denken, aus derselben Motivation heraus handeln und gleiche Ziele verfolgen. So waren die zahlreichen schönen Begegnungen und interessanten Unterhaltungen für mich der größte Schatz des Treffens. Offen über den Glauben redenGleichzeitig konnte man sehen, dass andere Gemeinschaften manches etwas anders angehen und teilweise ein Reichtum vorhanden ist, den es so bei uns nicht gibt. Bemerkenswert war auch die Offenheit und Bereitschaft, vom anderen zu Lernen. So beeindruckte mich beispielsweise sehr, wie selbstbewusst und mutig manche Gemeinschaften auf nicht-gläubige Menschen zugehen und offen über den christlichen Glauben reden. Müsste es nicht auch uns ein viel größeres Anliegen sein, auf unsere Freunde, Arbeitskollegen und Klassenkammeraden zuzugehen und sie an der befreienden und heilbringenden Botschaft Jesu teilhaben zu lassen und mit ihnen zusammen erste oder neue Glaubenschritte zu gehen? Den christlichen Lebensentwurf auf dem Markt der Möglichkeiten attraktiv erscheinen lassenWäre es nicht langsam an der Zeit unsere sichere und behütete Welt zu verlassen und über unseren oft zu eng abgesteckten Horizont hinaus zu denken und zu handeln? Das heißt: transindividuell, transnational und transschönstättisch. Wie überzeugend wir dann in unserem apostolischen Engagement sind hängt letztlich davon ab, wie wir dem anderen gegenübertreten. Und dabei sollten wir uns stets die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen bewusst machen. Walter Heidenreich, Leiter der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft Lüdenscheid erzählte auf dem Kongress in bewegender Art und Weise davon in einer kranken, alten Frau in Thailand die Herrlichkeit Gottes gesehen zu haben. Er habe sie in den Arm genommen und dabei selbst große Freude empfunden. Wenn es uns gelingt so eine christliche Kultur der Nächstenliebe zu leben, und den christlichen Lebensentwurf auf dem Markt der Möglichkeiten attraktiv erscheinen zu lassen, so dass die Menschen im Christentum die richtigen Antworten auf ihre Nöte und Fragen sehen, dann kann der Traum von einem geschwisterlichen, gerechten und in Christus geeinten Europa Wirklichkeit werden. Europa ist nicht irgendwas diffuses, sondern konkret und erfahrbar. Europa beginnt hier und heute: in meinem Freundeskreis, am Arbeitsplatz, im Zeltlager, in der Vorbereitung des Weltjugendtages. Aus: Zapfsäule, SMJ Deutschland, 2/2004 |
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Last Update: 28.05.2004
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