Sekretariat Pater Josef Kentenich

Das Mitteilungsblatt des Sekretariates Pater Josef Kentenich

erscheint seit 1969 vier Mal jährlich. Darin können Impulse aus den Worten Pater Kentenichs, Lebenszeugnisse und Berichte über erfahrene Hilfe in den verschiedensten Bereichen des menschlichen Lebens nachgelesen werden. Dies hat bei vielen Menschen Vertrauen und Mut zum Gebet bewirkt.

Impulse fürs Leben

Impulse fürs Leben
Neues aus dem Sekretariat Pater Josef Kentenich

Auszug aus Heft 4/2008

 

 

"Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen“

(Ps 116,15)

1968 – 2008

40 Jahre seit dem Tod von Pater Kentenich

Am 15. September 1968 durfte Pater Kentenich sein irdisches Leben vollenden – ein Leben der Hingabe an Gott und die Menschen, ein Leben in Treue zu seiner Sendung. Er selbst wünschte sich die Inschrift auf seinem Grabstein:

Dilexit Ecclesiam – er liebte die Kirche.

Wie vollzog sich sein Heimgang in die Ewigkeit?

Der folgende Bericht geht auf Aussagen von Augenzeugen zurück:

Kurz nach 6 Uhr betritt Pater Kentenich am Morgen des 15. September 1968 die Sakristei der Anbetungskirche. Er begrüßt die Sakristanin und Pater Weigand, der ihm bei der Eucharistiefeier assistieren wird. Dann legt er die priesterlichen Gewänder an.

Um 6.15 Uhr gehen die Priester zum Altar. Ein dritter Priester kommt noch hinzu: Pater Drago Maritsch, ein Unbeschuhter Karmelit aus Jugoslawien, der gerade zu Ferien in Schönstatt weilt. Pater Kentenich feiert das heilige Messopfer wie gewöhnlich. Es fällt auf, dass ihm die Kniebeuge bei der Wandlung beschwerlich ist.

In die Sakristei zurückgekehrt, spricht Pater Kentenich kurz mit den beiden Priestern und lädt sie zu sich zum Mittagessen ein. Dann legt er die priesterlichen Gewänder ab, steht einen Augenblick still vor dem Ankleidetisch – wahrscheinlich betet er. Plötzlich fällt er mit dem Oberkörper nach vorn auf den Tisch. Pater Drago und Pater Weigand, die noch neben ihm stehen, greifen ihm unter die Arme. Sie können den zusammensinkenden Körper aber nicht mehr halten und müssen ihn auf den Boden legen. Kurz darauf, sieben Minuten nach sieben Uhr, setzt die Atmung aus. Ganz still und lautlos vollzieht sich sein Heimgang in die Ewigkeit. „Ein wunderbarer Priestertod!“, sagt Bischof Höffner, als er davon hört.

Ein Siegel Gottes auf das Leben eines großen Menschen, der unserer Zeit durch sein persönliches Vorbild, durch seine Botschaft und durch das Werk, das er gründen durfte, viel zu geben hat.

Was wollte Pater Kentenich eigentlich in seinem Leben?

Zwei Gebäude drücken es aus. Der Gründer Schönstatts begann sein Werk in dem kleinen Heiligtum im Tal, in dem er mit der Gottesmutter am 18. Oktober 1914 ein Liebesbündnis schloss. Er vollendete sein Leben in der Kirche auf Berg Schönstatt, die sein Sterbeort und zugleich seine letzte Ruhestätte wurde. Am Dreifaltigkeitssonntag 1968, kurz vor seinem Tod, wurde sie eingeweiht. Als man Pater Kentenich fragte, wem die Anbetungskirche geweiht sein solle, antwortete er klar und bestimmt: „Der heiligsten Dreifaltigkeit“. Er wollte mit dieser Entscheidung bewusst das Ziel Schönstatts signalisieren: Mit Maria hin zu Christus, hin zum Dreifaltigen Gott! Der geistige Weg Schönstatts geht vom Marienheiligtum im Tal zur Dreifaltigkeitskirche auf dem Berg.

Und so ist es stimmig, dass Pater Kentenich sein Leben in dieser Kirche vollenden durfte. Alle, die sich an ihm orientieren, gehen ihm nach auf diesem Weg, denn, wie Augustinus sagt: „Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es ruht in dir.“ Oder, wie Pater Kentenich es immer wieder formuliert hat: "Heimwärts zum Vater geht der Weg!

"Heimwärts zum Vater geht der Weg!

(Vgl. Erklärungen an der Grabstätte Pater Kentenichs, 14.09.08, Schw. M. Pia)

 

Ihm heute begegnen ...

1600 Pilger kommen zur Feier des 40. Todestags von Pater Kentenich nach Schönstatt

Schon gegen 9.30 Uhr herrscht vor der Pilgerkirche in Schönstatt reges Leben, obwohl der Beginn des Festgottesdienstes mit Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, erst auf eine Stunde später festgesetzt ist. Die Menschen strömen in die runde Holzkirche, die an das Zelt Gottes mitten unter den Menschen erinnert: Pilger aus ganz Deutschland, darunter eine große Anzahl aus der Diözese Osnabrück, die zur Diözesanwallfahrt da sind, Gruppen aus Argentinien und Chile, Vertreter aus anderen geistlichen Bewegungen, aus Politik und Gesellschaft.

Als das Lied "Ein Haus voll Glorie schauet" angestimmt wird, und Erzbischof Zollitsch am Ende einer langen Reihe von Priestern zur Messfeier einzieht, ist die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt – wirklich ein Bild für das Haus Gottes, in dem die Freude und Gemeinschaft des Glaubens sichtbar und spürbar wird.

Unter den Priestern ist auch der derzeitige Pfarrer von Gymnich, dem Geburtsort Pater Kentenichs, der mit einer Delegation seiner Gemeinde kam. Sie sind heute stolz auf den "großen Sohn" ihrer Pfarrei und setzen sich dafür ein, die Botschaft Pater Kentenichs allen Besuchern des Geburtshauses nahe zu bringen. "Wir haben zum Gedenktag eine Blumenschale mitgebracht, die werden wir nachher zur Grabstätte stellen," sagen die Gymnicher gleich bei der Ankunft.

In seiner Predigt findet Erzbischof Zollitsch ermutigende und zukunftsweisende Worte. Er berichtet von einer persönlichen Begegnung mit dem Gründer Schönstatts und betont, es komme jetzt vor allem darauf an, "die Geisteshaltung Pater Kentenichs auch in unsere Zeit mit hinüberzunehmen." Die Inhalte des Glaubens müssten in die neue Zeit hineingetragen und in sie übersetzt werden. Dabei könne Schönstatt mit dem von Pater Kentenich grundgelegten Liebesbündnis und dem Glauben an den lebendigen, kraftvollen Gott, der mitten unter uns wirkt, der Kirche wertvolle Dienste leisten. "Mit Maria hoffnungsfreudig und siegesgewiss in die neueste Zeit!" – dieses Wort Pater Kentenichs sei wie ein Vermächtnis, eine Aufforderung, die Zukunft in den Blick zu nehmen und heute Menschen neu für den Glauben zu begeistern.

Am Nachmittag haben alle Gelegenheit, im gemeinsamen und persönlichen Gebet an den Orten des Heimgangs von Pater Kentenich zu verweilen: in der Dreifaltigkeitskirche und der ehemaligen Sakristei, die jetzt Grabstätte des Gründers der Schönstatt-Bewegung ist. Wohl unzählige Dank- und Bittgebete steigen an diesem Ort zum Himmel auf, in dem Vertrauen, dass Pater Kentenich hier weiterhin für alle ein offenes Ohr und Herz hat, die ihm begegnen und ihre Sorgen zu ihm tragen wollen.

Vielleicht geht es vielen ähnlich wie einer Besucherin, die ihre Erfahrung so formulierte: "Eine tiefe Ruhe kam über mich, als ich den Sarkophag berührte. Ich komme wieder."

"Eine tiefe Ruhe kam über mich, als ich den Sarkophag berührte. Ich komme wieder.“

 

Er hilft

Bei Eheproblemen

Ich hatte schon monatelang Depressionen und wusste nicht mehr ein noch aus. Dahinter stand ein Problem, das ich mit meinem Mann lösen musste, aber ich traute mich nicht. In meiner Verzweiflung habe ich eine ganze Nacht die Novene zu Pater Kentenich und zur Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt gebetet. Am Tag darauf konnte ich mit meinem Mann über das Problem sprechen. Er hat mich in den Arm genommen und getröstet, was ich mir nie vorstellen konnte. So haben mir die Gottesmutter und Pater Kentenich geholfen.

H. S., Dezember 2007

Bei Kinderwunsch

Vor fast zehn Jahren hat unsere Tochter geheiratet und wir hofften immer auf ein Enkelkind, gerade weil meine Tochter und mein Schwiegersohn so gut mit Kindern umgehen können. Als sich während der ersten Jahre kein Nachwuchs einstellte, erklärten die beiden, dass sie es Gottes Plan überlassen wollten, ob ihnen die Berufung zur Elternschaft geschenkt würde. So fing ich an, die Gottesmutter und Pater Kentenich in vielen Novenen und Rosenkranzgesätzen zu bitten, dass dieses gute Ehepaar mit einem Kind beschenkt würde. Viele andere beteten mit. Im Herbst letzten Jahres schrieb dann unsere Tochter: "Wenn alles gut geht, könnt Ihr Euch Ende Februar auf ein Enkelkind freuen." Und sie fügte hinzu: "Wir sind ja selbst total überrascht!" Das war natürlich eine ganz freudige Nachricht für uns. Wir beteten eifrig weiter. Inzwischen wurde ein gesundes Mädchen geboren und wir sind alle sehr glücklich. Wir danken Pater Kentenich für seine Fürsprache bei Gott!

R. K., März 2008

In schwerer Krankheit

Im Jahr 2000 meinte das Schicksal es nicht gut mit uns. Unser bis dahin normales Leben wurde über Nacht total verändert. Unser ältestes Kind, damals neun Jahre alt, wurde plötzlich schwer krank. Was am Anfang noch harmlos aussah, entpuppte sich für uns als ein Alptraum, der lange andauerte. Wir brachten unseren Sohn ins Krankenhaus in der Meinung, ihn bald wieder mit nach Hause nehmen zu können. Die Ärzte konnten keine klare Auskunft geben, ein Virus im Gehirn wurde vermutet. Nach einer Woche im Krankenhaus kämpfte unser Sohn um Leben und Tod. Das Leben siegte, wobei uns viele Gebete halfen. Die erschütternde Prognose lautete: Wenn er dies überlebt, wird er geistig und körperlich schwer behindert sein. Doch die Rechnung wurde nicht mit dem Vater im Himmel gemacht, der andere Pläne hatte. Geistig normal war unser Sohn geblieben, aber körperlich war er 100% behindert, was sich erst einige Zeit später zeigte. Nach sechs Wochen Krankenhaus folgte ein fast einjähriger Reha-Aufenthalt, 100 km von zu Hause weg. Nach einem Jahr wurde er nach Hause entlassen mit der Diagnose „austherapiert“. Damals konnte er gerade wieder selbst essen, zuvor musste er gefüttert werden. Mein Glaube an Gott sagte mir, dass alles wieder gut werden würde. In dieser Zeit fand ich eine Frauen- und Müttergruppe der Schönstatt-Bewegung. Während einer Fahrt nach Vallendar/Schönstatt ergab es sich, dass ich von meiner Sorge erzählte. Eine der Frauen kam auf die Idee, in diesem Anliegen Novenen zu Pater Kentenich zu beten mit der Bitte, dass mein Junge wieder gehen lernen würde. Die Novenen-Hefte wurden im Bus ausgeteilt. So beteten Frauen aus dem Bezirk Oberschwaben, sowie viele Schönstätter Marienschwestern für meinen Sohn. Langsam aber stetig besserte sich sein Zustand. Er konnte den Übergang in die Realschule machen und später nach und nach die ersten Schritte alleine tun. Heute, Ende des Jahres 2007 ist das eingetroffen, worauf wir immer gehofft haben: Er kann alleine gehen, in 20 Minuten auf dem Sportplatz 1200 m. Er geht noch nicht sicher, die Angst ist sein größter Feind, aber er geht. Im Gespräch mit unserem Heilpraktiker sagte dieser: „Es ist ein Wunder, dass er das kann. Er hat nur noch etwa 20 bis 30 Prozent Kleinhirn, alles andere ist durch die Krankheit zerstört worden.“ Jesus sagt: ,,Bittet und euch wird gegeben“. Wir danken Pater Kentenich für seine Fürsprache.

M. O., Dezember 2007

 

Die Adressen der Schreiber sind im Sekretariat Pater Josef Kentenich bekannt. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht.

 

Kosten

Die "Impulse fürs Leben" werden, wie alle Schriften des Sekretariates, kostenlos verschickt. Das Schriftmaterial wird durch freiwillige Spenden finanziert.

Bestelladresse für Mitteilungsblatt:

Sekretariat Pater Josef Kentenich
Berg Schönstatt 7
56179 Vallendar

Telefon: 0261/6404-410
Telefax: 0261/6404-407
eMail: sekretariat.pjk@schoenstatt.de

 

Auszüge aus älteren Ausgaben des Mitteilungsblattes

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