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9. März 2019 | International | 

Pilger genießen „Belmonte-Tag“ und Begegnungen in Rom


Auf dem "Vaterweg", die 4. Station beim Bildstock (Foto: Brehm)

Auf dem "Vaterweg", die 4. Station beim Bildstock (Foto: Brehm)

Hbre. Bevor die Pilgergruppe aus der Schönstattfamilie der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Freitag, 8. März 2019 einen ganzen Tag in der Stadt Rom verbrachten, genossen sie am Donnerstag das etwas außerhalb des römischen Autobahnringes gelegene „Domus Pater Kentenich“ des internationalen Schönstatt-Zentrums Belmonte als einen besonderen Tagungsort, als einen Ort der Ruhe und Einkehr. Als einen Ort der Reflexion und Sendung.

Zukunftsvisionen für Belmonte - Pfarrer Heinz-Martin Zipfel (Foto: Autor)Zukunftsvisionen für Belmonte - Pfarrer Heinz-Martin Zipfel (Foto: Autor)

Nicht nur die angenehmen, zweckmäßig eingerichteten Zimmer, die guten landestypischen Mahlzeiten, serviert von einem engagierten, fröhlichen Team, sondern auch die durchdachten, lichtdurchfluteten Funktionsräume mit unterschiedlichsten Grundrissen, das Schönstatt-Heiligtum in exponierter Lage oberhalb des Zentrums, die Statue Pater Kentenichs, die zur Interaktion einlädt, eine große weite Freifläche mit Aussicht auf für die südeuropäische Lage typische Pflanzen und Bäume und mit angenehm zu gehenden Wegen, waren für die Teilnehmer eine Einladung, den „Belmonte-Tag“ als einen Tag der Erholung und Rekreation zu genießen.

Geschichte und Zukunftsvision

Auf dem Programm der Pilger standen am Vormittag Geschichte und Zukunftsvision des Zentrums, das zwar noch nicht in allen Details fertiggestellt ist, dessen endgültige Betriebserlaubnis aber bald erwartet wird. So begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Vormittag z. B. auf einen „Vaterweg auf Belmonte in Rom“. Ein Rundgang mit fünf Stationen, für den es eine eigens geschaffene Broschüre gibt, soll dazu beitragen, mit der prophetischen Vatergestalt des Schönstatt-Gründers, Pater Josef Kentenich, näher in Kontakt und Berührung zu kommen. So konnten sich die Pilger an den verschiedenen Stationen mit Aspekten eines Kirchenbildes konfrontieren lassen, für das Pater Kentenich über viele Jahrzehnte die von ihm gegründeten Gemeinschaften vorbereitet hatte, das aber erst seit der öffnenden Wirkung des Konzils in der Kirche verstanden werden konnte und gerade jetzt, fünfzig Jahre nach dem Konzil, in der Berührung mit dem Kirchenbild, das Papst Franziskus forciert, eine erneute Relevanz erhält.

Die Gruppe am Eingangsportal von Santa Gemma (Foto: Brehm)

Die Gruppe am Eingangsportal von Santa Gemma (Foto: Brehm)

Ein Zentrum mit Deltafunktion

Dass die Schönstatt-Bewegung gewillt ist, dieses Kirchenbild ihres Gründers in die Kirche einzubringen, wurde in einem zweiten Teil des Vormittages deutlich, in dem Pfarrer Heinz-Martin Zipfel das internationale Schönstatt-Zentrum Belmonte als ein Zentrum mit „Delta“-Funktion charakterisierte. Es sei zu wenig, das Schönstatt-Heiligtum „Matri Ecclesiae“ vor allem unter dem internationalen Gesichtspunkt „unser aller Heiligtum“ zu sehen. Natürlich sei das richtig, denn die ganze internationale Schönstatt-Familie habe repräsentiert durch das Generalpräsidium Pater Kentenich dieses Zentrum zum 80. Geburtstag geschenkt. Jedoch brauche Schönstatt nicht ein neues „Filialheiligtum“ in Rom. Vielmehr brauche es wie bei einem Fluss, der eine Quelle habe (das Urheiligtum), und der von vielen weiteren Zuflüssen gespeist werde (Filialheiligtümer) schließlich einen Punkt, von dem aus sich das Delta bildet und neue Fruchtbarkeit entstehe, indem sich der Fluss mit dem Meer vermischt. Das Belmonte-Zentrum müsse zu diesem Deltaausgangspunkt für alles werden, was Schonstatt aus der Spiritualität seines Gründers und aus dem Liebesbündnis heraus der Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft anbieten könne. Hier seien die Schönstatt-Familien und –Gemeinschaften in allen Ländern herausgefordert, zu vermitteln, wie sie in die Kirche und Welt hinein konkret wirken. Es gehe um Kommunikation und Vermittlung und um die Bereitschaft, sich auch verändern zu lassen, „denn Rausgehen verändert!“

Mitfeier des Gemeindegottesdienstes (Foto: Brehm)

Mitfeier des Gemeindegottesdienstes (Foto: Brehm)

Am späten Nachmittag und Abend kam es im Sinne des Hinausgehens zu einer Begegnung der Pilgergruppe mit der Pfarrgemeinde Santa Gemma, zu deren Gebiet Belmonte gehört. Die Rottenburg-Stuttgarter waren aus eigener Anschauung aber auch durch die Vermittlung des Passionisten-Paters Pater Aurelio, der in der Gemeinde mit Mitbrüdern seiner Gemeinschaft lebt und arbeitet, beeindruckt vom Erlebnis einer lebendigen Gemeinde. Und zusätzlich durften sie – nach einer gemeinsam gefeierten italienisch-deutschen Messe - bei einem von Mitgliedern der Gemeinde vorbereiteten Abendessen italienische Gastfreundlichkeit und Freude zum Abschluss ihres „Belmonte“-Tages genießen.

Begegnungen in Rom

In aller Frühe ging es am nächsten Morgen ins Zentrum der Weltkirche. Der Tag begann mit einem Gottesdienst in Sankt Peter am Grab des Heiligen Johannes-Paul II. in beeindruckender, frühmorgendlicher Stille und Leere dieser immer wieder neu faszinierenden großen Hallenkirche im Vatikan. Nach Besichtigungszeit in Sankt Peter und einem Spaziergang nach Trastevere kam es zu zwei interessanten Begegnungen. Ein Teil der Gruppe besuchte das Dikasterium für Laien, Familie und Leben und traf mit dem Sekretär dieser vatikanischen Behörde, Pater Awi Mello zusammen, der über die von Papst Franziskus initiierte Neuausrichtung des Dikasteriums berichtete. Der andere Teil der Gruppe traf mit Cecilia Pani von der Gemeinschaft Sant Egidio zusammen, die sehr lebendig über vielfältige soziale Initiativen ihrer Gemeinschaft berichten konnte, nicht ohne gleichzeitig zu betonen, dass alle Initiativen für die Armen und am Rande Stehenden aber auch alle Initiativen in der Friedensarbeit wesentlich vom Gebet getragen seien. „Gebet kann unmögliche Situationen lösen, das haben wir immer wieder erfahren“, so Cecilia Pani. Diese beiden Begegnungen standen ganz im Dienst des „Delta“-Wunsches, mit Vertretern der Kirche aber auch mit Vertretern anderer kirchlicher Gemeinschaften und Bewegungen in intensiveren Kontakt zu kommen.

Nach dem Besuch im Petersdom noch ein Gruppenfoto auf der Piazza di Sant Pietro (Foto: Brehm)

Nach dem Besuch im Petersdom noch ein Gruppenfoto auf der Piazza di Sant Pietro (Foto: Brehm)


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