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15. September 2018 | Rund ums Urheiligtum | 

„Liebe“ ist die bleibende Überschrift am Ort der Vollendung des irdischen Weges von Pater Josef Kentenich


Gedenkgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt, zur Sterbestunde Pater Josef Kentenichs (Foto: Brehm)

Gedenkgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt, zur Sterbestunde Pater Josef Kentenichs (Foto: Brehm)

Hbre. 7:07 Uhr am 15. September 2018 in der Anbetungskirche. Es ist ganz still in der Dreifaltigkeitskirche auf Berg Schönstatt. Gerade hat Weihbischof Dr. Michael Gerber die Anwesenden zu einer Gedenkminute an Pater Josef Kentenich eingeladen, der vor 50 Jahren in der damaligen Sakristei der Kirche verstorben ist. Zum Auftakt des Kentenich-Tages 2018 sind trotz der frühen Stunde weit über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Mitglieder der Schönstatt-Bewegung und Freunde Pater Josef Kentenichs gekommen, um für ihn zu beten und sich mit ihm zu verbinden.

Konzelebranten (Foto: Brehm)

Konzelebranten (Foto: Brehm)

Predigt: Weihbischof Dr. Michael Gerber, Freiburg (Foto: Brehm)

Predigt: Weihbischof Dr. Michael Gerber, Freiburg (Foto: Brehm)

Viele Patres und Priester waren beim Gedenkgottesdienst dabei (Foto: Brehm)

Viele Patres und Priester waren beim Gedenkgottesdienst dabei (Foto: Brehm)

Predigt von Weihbischof Dr. Michael Gerber im Gedenkgottesdienst am Ort und in der Stunde des 50-jährigen Heimgangs von Pater Josef Kentenich

Die Dreifaltigkeitskirche sei nicht irgendein Ort, an dem sich vor 50 Jahren das Leben des Schönstatt-Gründers Pater Kentenich vollendet habe, sagt Weihbischof Gerber in seiner Predigt. „Die Architektur dieses Gotteshaus will eine ganz wesentliche Dimension des Gottes- und Menschenbild unseres Vaters ausdrücken: Menschliches Leben, sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich, findet seinen Ursprung im Raum der Liebesdynamik des dreifaltigen Gottes, daraus schöpft es ein Leben lang seine wesentliche Triebkraft.“ Damit sei der Sterbeort „eine wesentliche theologische und vor allem anthropologische Botschaft“, nämlich die Botschaft von der Liebe, die sich auch in der von Pater Kentenich gewünschten Formulierung der Aufschrift auf seinem Grab wiederfinde: Dilexit Ecclesiam – Er liebte die Kirche.

Liebe, die zentrale Grundkraft menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns

Angesichts der Missbrauchsskandale scheine das Wort „Liebe“ im Raum der Kirche weitgehend korrumpiert zu sein, so Gerber weiter. Doch er glaube, dass Pater Kentenich gerade in einer solchen Situation seine Bewegung auffordern würde, mitzuhelfen, „dass die Dynamik der Liebe zur zentralen Grundkraft menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns wird“. Im Liebesbündnis, das habe Pater Kentenich selbst in seinem Leben erfahren, könne der Mensch eine Antwort auf seine Sehnsucht erhalten, als originelle, eigenständige Persönlichkeit und auf originelle Weise geliebt zu sein.

Auf der Fährte Pater Josef Kentenichs - Den eigenen Horizont überschreiten

Schönstätter seien daher aufgerufen, sich um eine originelle Liebesfähigkeit zu bemühen und aus ihr zu leben. Es sei allerdings wichtig, andere Menschen um ihrer selbst willen zu lieben und nicht um sie zu bekehren. Weihbischof Gerber: „Wenn unsere Spiritualität und Pädagogik im Anderen nie nur den Adressat von etwas sieht, sondern den Träger oder die Trägerin einer schon vorhandenen göttlichen Liebe, dann braucht das bei uns eine ganz eigene Wachheit.“

Pater Kentenich leite dazu an, zu beobachten, auch sich selbst im Vorgang des Beobachtens zu beobachten und nicht vorschnell zu interpretieren. „Das ist eine große Gefahr in einer Zeit, in der schnell über alles und jeden geurteilt wird. Auch wir sind Kinder unserer Zeit“, so Gerber. Daher mahne der Gründer Schönstatts zur Ehrfurcht vor dem Geheimnis, vor dem „Mehr“, das der Andere darstelle. Beim Lieben gelte es den eigenen Horizont zu überschreiten.

Weihbischof Gerber lud die Zuhörer ein, sich in diesem Sinne „auf die Fährte unseres Vaters zu begeben“.

Weihbischof Gerber (Foto: Brehm)

7:59 Uhr. „Zu Beginn der Messe haben wir genau in den Minuten seines Todes eine Stille gehalten. Und gleichzeitig haben wir nun Gottesdienst gefeiert exakt zu der Stunde, in der auch Pater Kentenich vor 50 Jahren seine erste und letzte heilige Messe in dieser Dreifaltigkeitskirche gefeiert hat. Wie kann das sein?“, so fragt Weihbischof Gerber am Schluss des Gottesdienstes. Und er löst gleich auf: „1968 gab es noch keine Sommerzeit.“ (Foto: Brehm)

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