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7. Februar 2019 | Deutschland | 

Mit Emser Pastillen und Kentenich-Spezialisten unterwegs - Tatort-Schönstatt-Wochenende führt diesmal nach Bad Ems und in die weite Welt


Gruppenbild vor dem ehemaligen Marienkrankenhaus in Bad Ems (Foto Klaus Wienand)

Gruppenbild vor dem ehemaligen Marienkrankenhaus in Bad Ems (Foto Klaus Wienand)

Wolfgang Fella. Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Ehepaare im Haus der Familien in Schönstatt zusammen gekommen um sich gemeinsam auf Gründerspuren zu begeben. Sr. Vernita M. Weiß konnte dabei Teilnehmer aus den Diözesen Freiburg, Fulda, Münster, Speyer, und Würzburg begrüßen, die gespannt waren, welcher Fährte man diesmal nachgehen werde. Am Vorabend von Maria Lichtmess stimmten sich die Ehepaare zunächst bei Kerzenschein auf die Schatzsuche am nächsten Tag ein und tauschten sich dabei auch über Erwartungen und Anliegen aus.

Zeitzeuge Pater Unkel im „Kreuzverhör“ (Foto Wolfgang Fella)

Zeitzeuge Pater Unkel im „Kreuzverhör“ (Foto Wolfgang Fella)

Sr. Vernita fordert zu Fragen auf (Foto Wolfgang Fella)

Sr. Vernita fordert zu Fragen auf (Foto Wolfgang Fella)

Flammende Standortbestimmung vor Lichtmess (Foto Wolfgang Fella)

Flammende Standortbestimmung vor Lichtmess (Foto Wolfgang Fella)

Sr. Pia kennt sich in Bad Ems bestens aus (Foto Michael Schulze)

Sr. Pia kennt sich in Bad Ems bestens aus (Foto Michael Schulze)

Zukunftsfragen werden lebhaft diskutiert (Foto Michael Schulze)

Zukunftsfragen werden lebhaft diskutiert (Foto Michael Schulze)

Besuch an der damaligen Haltestation Bahnhof Bad Ems auf dem Weg ins KZ (Foto Michael Schulze)

Besuch an der damaligen Haltestation Bahnhof Bad Ems auf dem Weg ins KZ (Foto Michael Schulze)

Aufmerksame und dankbare Zuhörer lauschen Pater Unkel (Foto Michael Schulze)

Aufmerksame und dankbare Zuhörer lauschen Pater Unkel (Foto Michael Schulze)

Stationen in Bad Ems

Nach dem Lichtmess-Gottesdienst im neu renovierten Urheiligtum machte sich die Gruppe auf den Weg ins nahe Bad Ems, der Kurstadt an der Lahn. Dorthin war auch Pater Kentenich in den Jahren 1914 und 1927 gekommen, um sich im dortigen Marienkrankenhaus wegen seiner angegriffenen Gesundheit zu erholen. Zielsicher führte Schwester Pia M. Buesge die Ehepaare zu den relevanten Orten. Das Marienkrankenhaus von damals ist mittlerweile das Rathaus der Verbandsgemeinde. Von dort geht es zum Bahnhof, den der Schönstattgründer 1942 passieren musste bei seinem Transport zum KZ Dachau. Gespannt lauschen alle, als Sr. Pia die Geschichte ihrer Mitschwester M. Agape erzählt, die damals auf der Strecke von Koblenz bis Bad Ems im selben Zug saß, nichtsahnend, dass im letzten Abteil die Gefangenen für das Konzentrationslager mitfuhren. Schwester Pia erzählt weiter von der geheimen Post ins Lager, bei der Hostien in einer Schachtel Emser Pastillen versteckt wurden. Zum Schluss geht es noch zur Villa Flora, in der Kentenich bei seinem letzten Aufenthalt 1951 wohnte. Auch von da weiß Sr. Pia interessante aber auch lustige Dinge zu berichten.

Faszination über Kentenich von einem faszinierenden Zeitzeugen

Der Nachmittag gehört dann ganz Pater Dr. Hans-Werner Unkel. Er, der 8 Jahren in Chile wirkte und zuletzt 21 Jahre junge Studenten in Indien lehrte und begleitete, sagt selbst von sich, dass er bezüglich Pater Kentenich kein Schwärmer sein. Dazu sei er nach all den vielen Jahren im Ausland bei unterschiedlichen Kulturen trotzdem Deutscher geblieben und das sei auch gut so, merkt er schmunzelnd an. Bevor es zur einzigen persönlichen Begegnung kam, hat er viel zu berichten aus der damaligen Zeit bei den Jungmännern und dann als angehender Schönstattpater. Zunächst habe er nichts über Kentenich gelesen. Als damals die Mitbrüder während seines Noviziats in München aus Milwaukee zurückkamen und vom Gründer berichteten, da habe ihn sehr erstaunt, wie unterschiedlich die Schilderungen über jenen Mann waren. So habe er erstmals erahnen können, welch facettenreiche Persönlichkeit er wohl sein musste. Sehr unterhaltsam berichtet Pater Unkel weiter über die unterschiedlichen Eindrücke und Begebenheiten, die sich damals zugetragen hatten und sein Bild vom Menschen, Erzieher und der Führungspersönlichkeit Josef Kentenich prägten. Am Schluss spricht er davon, dass es heute Leute braucht, die den Gründer interpretieren, um in dieser gemeinsamen Auseinandersetzung mit seiner Persönlichkeit besser zu verstehen, um was es ihm damals ging aber auch heute noch gehen würde.

Meine Fragen an Pater Kentenich heute

Am Abend gibt es römische Impressionen vom Ehepaar Schulze und historisches Bildmaterial von Pater Amberger über die Tage Kentenichs in Rom nach seiner Rückkehr aus der Verbannung. Am Sonntagmorgen fordert Schwester Vernita die Teilnehmer auf, sich Fragen zu überlegen, die man Pater Kentenich heute gerne einmal stellen würde. Im Nuh ist ein Berg aus Fragen aufgeschrieben zu Kirche, Welt, Schönstatt und ganz persönlich. Und so begibt man sich in Kleingruppen tastend auf die Suche nach möglichen Antworten Kentenichs in der heutigen Zeit. Ein Experiment – so ergänzt Schwester Vernita – das bei den anstehenden Zukunftsfragen der Schönstattbewegung auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den verschiedenen Regionen nützlich sein kann. Leider ist die Zeit viel zu kurz, denn es wird heftig diskutiert und dabei vor allem um Kirche und Schönstatt gerungen. Den Abschluss bildet ein gemeinsamer Gottesdienst im Heiligtum der Familien ehe es auseinandergeht in Vorfreude auf die nächste Begegnung an den Tatorten Schönstatts in kommenden Jahr 2020.