Diesen Artikel ausdrucken 
1. Februar 2019 | Deutschland | 

Mit und wie Maria „Influencer Gottes“ sein


Der Heilige Vater wird bei seiner Ankunft auf dem Weltjugendtag in Panama herzlich empfangen (Foto: Cyganik)

Der Heilige Vater wird bei seiner Ankunft auf dem Weltjugendtag in Panama herzlich empfangen (Foto: Cyganik)

Hbre. Zurückgekehrt aus Panama in den Vatikan, zeigte sich Papst Franziskus bei seiner ersten Mittwochsaudienz nach dem Weltjugendtag beeindruckt von einer Jugend, die neben einer fröhlichen und ausgelassenen Feierstimmung bei der Verkündigung und Auslegung des Wortes Gottes zu einer tiefen und gesammelten Stille des Gebetes in der Lage gewesen sei. Diese Jugend sei nicht die Zukunft der Kirche, vielmehr sei sie die Gegenwart, das Jetzt Gottes, das Heute der Kirche und der Welt.

Der Papst erinnerte im Rahmen der Audienz vor knapp 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Audienzhalle „Aula Paolo VI“ auch an das Jugendtreffen der indigenen Völker und der jungen Menschen afroamerikanischer Herkunft zum Auftakt des Weltjugendtages. Das habe besonders das vielgestaltige Gesicht der Kirche in Lateinamerika zum Ausdruck gebracht. Franziskus betonte: „Das Meer der vielen Fahnen stellte angesichts der vielfach zunehmenden nationalistischen Tendenzen, die Mauern errichten und sich gegen die Begegnung der Völker verschließen, ein prophetisches Zeichen dar. Ein Zeichen, das uns zeigt, dass die jungen Christen in der Welt ein Sauerteig des Friedens sind.“

Papst Franziskus erinnerte auch noch einmal an das Motto des Weltjugendtages „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Dieses Motto habe dem Weltjugendtag in Panama eine starke marianische Prägung gegeben. Solange es eine junge Generation gebe, die wie Maria ihr „Fiat“, ihr „Ja“ zu Gott sagen könnten, habe die Welt eine Zukunft, unterstrich der Heilige Vater. Eine solche Jugend könne wie das Mädchen aus Nazareth „Influencer Gottes“ sein, hier und jetzt und heute.

Jesus offenbart das Jetzt Gottes

„Jesus offenbart das Jetzt Gottes, der uns entgegenkommt, um auch uns aufzurufen, an seinem Jetzt teilzunehmen, in dem den Armen eine frohe Botschaft gebracht, den Gefangenen die Entlassung verkündet und ein Gnadenjahr des Herrn ausgerufen wird (vgl. Lk 4,18-19)“, so hatte Papst Franziskus beim Abschlussgottesdienst in Panama den Jugendlichen zugerufen. Es sei das „Jetzt Gottes“, das durch Jesus gegenwärtig werde. So erhalte Gott ein Gesicht, werde zu Fleisch, „zu barmherziger Liebe, die nicht auf ideale oder vollkommene Situationen für ihre Offenbarung wartet.“ Diese Liebe brauche keine Ausreden zu ihrer Realisierung. „Er ist die Zeit Gottes. Er macht jede Situation und jeden Raum richtig und geeignet. In Jesus beginnt die verheißene Zukunft und wird lebendig.“

Nicht immer könnten Menschen glauben, dass Gott so konkret und im Alltag anwesend sein kann, „dass der Herr uns einladen kann, mit ihm in seinem Reich auf so einfache, aber wirkungsvolle Weise zu arbeiten und uns die Hände schmutzig zu machen.“ Daher würden manche einen „Gott auf Distanz“ vorziehen: „schön, gut, großzügig, aber fern, so dass er nicht unbequem wird. Weil ein naher Gott im Alltag, der Freund und Bruder ist, von uns verlangt, Nähe, Alltäglichkeit und vor allem Geschwisterlichkeit zu lernen.“ Aber Gott sei wirklich, weil die Liebe wirklich sei, Gott sei konkret, weil auch die Liebe konkret sei.

Marias Wort „Mir geschehe“, das die Weltjugendtagsteilnehmerinnen und -teilnehmer begleitet habe, sei eine Einladung, sich auf die Konkretheit von Gottes Liebe einzulassen. „Sie hat nicht nur an Gott und an seine Verheißungen als etwas Mögliches geglaubt, sie hat Gott geglaubt und den Mut gehabt, ‚ja‘ zu sagen, um an diesem Jetzt des Herrn teilzunehmen. Sie hat gespürt, eine Mission zu haben, sie hat sich verliebt und dies hat alles entschieden.“

Der Papst beendete seine Predigt mit den Worten: „Wollt ihr die Konkretheit seiner Liebe leben? Euer ‚Ja‘ möge weiterhin das Eingangstor sein, auf dass der Heilige Geist der Welt und der Kirche ein neues Pfingsten schenke.“ Mit dieser Frage und dem Wunsch des Papstes im Ohr sind die Mitglieder der Schönstattjugend aus Deutschland, die ebenfalls beim Weltjugendtag in Panama teilnahmen, inzwischen wieder zu Hause angekommen.

Bilder der Schönstatt-Jugend