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31. Oktober 2018 | Deutschland | 

Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Münster bietet Wochenende für Jungen an


Legionäre in ihrer Toga beim Jungenwochenende der Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Münster (Foto: Imwalle)

Legionäre in ihrer Toga beim Jungenwochenende der Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Münster (Foto: Imwalle)

Ansgar Imwalle. 20 Jungen im Alter von (fast) neun bis 15 Jahren hatten in Münster ihr römisches Lager aufgeschlagen. Sie waren der Einladung der Schönstatt Familienbewegung im Bistum Münster zu einem Wochenende nur für Jungen gefolgt: Vom 12. bis 14. Oktober 2018 waren sie Gast in Haus Mariengrund, um die Geheimnisse des römischen Imperiums zu erkunden.

Römisches Bürgerrecht erlangen

„Ave“ statt „Moin“ oder „Tach“ hieß es, als die Jungen nach ihrer Anfahrt auf vollen Straßen – zum Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen – im Haus eintrafen. Nach ersten Spielen im Halbdunkel draußen gab ein geheimnisvoller Brief Ziel und Aufgabe für das Wochenende bekannt: Es galt, die Civitas Romanum, das römische Bürgerrecht, zu erlangen! Dazu wurden zwei Kohorten gebildet, denen je ein Kohortenführer vorstand. Das war die Gruppe, mit der jeder Junge kämpfen und arbeiten musste, um die Freiheit zu erlangen, die das römische Bürgerrecht versprach. So war man kurzerhand Legionär im Dienste des römischen Staates geworden.

Der Samstagmorgen begann nach dem Gebet mit leichten Exerzierübungen. Dann traf man sich, um die Standarte zu bemalen, römische Zahlen und Wörter zu erlernen oder den Grenzverkehr am Limes in einer Bildbox zu gestalten. Große Mühe legten die neuen Legionäre in die Gestaltung ihres Schildes: Da wurden die verschiedensten Zeichen aufgemalt – Adler, Blitze, Symbole nach alten Vorbildern und natürlich das SPQR. Den Nachmittag verbrachten die jungen Legionäre dann im ehemaligen Römerlager Aliso in Haltern: Hier stand das bedeutendste Kastell der Römer in Nordwestdeutschland, hierhin zogen sie sich nach der verheerenden Niederlage in der Varusschlacht zurück, von hier aus beherrschten sie die umliegenden Gebiete. Viele tausend Fundstücke zeugen heute davon. Die Jungen lernten in einer Führung den Alltag eines römischen Legionärs kennen, wie schwer das Tagesgepäck war und was er alles beherrschen musste, um in der Fremde zurechtzukommen. Der wieder aufgebaute Teil der befestigten Wallanlagen mit den vier Meter hohen Palisaden gab einen Eindruck davon, wie stark die Römer sich vor den Übergriffen der Germanen sichern mussten.

Stockbrot backen am Lagerfeuer (Foto: Imwalle)

Stockbrot backen am Lagerfeuer (Foto: Imwalle)

Zurück im „Heimatlager“ in Münster gab es dann die Überraschung: Das Abendessen war „gestohlen“ worden. Also musste draußen im Freien am Lagerfeuer gegessen werden! Für die jungen Legionäre Anlass genug, ihre Schilde bei Formation, Kampf und Verteidigung einer ersten Prüfung zu unterziehen. Eine abschließende gemeinsame Patrouille im angrenzenden Wald schloss den Tag ab.

Paulus kennenlernen

Der Sonntagvormittag war dem heiligen Paulus gewidmet: Wer war dieser Mann, der sich Apostel nannte, Jesus aber nie gesehen hatte? Warum gehört er zu den bedeutendsten Männern in der Anfangszeit des Christentums? Und warum berief er sich auf sein römisches Bürgerrecht, als er in Jerusalem vor Gericht stand? - Das alles musste geklärt werden. Vor allem aber merkten die jungen Legionäre, dass Paulus für die Freiheit kämpfte und einen Glauben verkündete, der sich nicht an Kreuz und Leid vorbeimogelt.

Schilde bemalen mit Andreas (Foto: Imwalle)Rätsel zum Leben der Römer  (Foto: Imwalle)Stolze Legionäre mit ihren Schilden (Foto: Imwalle)

Schilde bemalen mit Andreas | Rätsel zum Leben der Römer | Stolze Legionäre mit ihren Schilden (Fotos: Imwalle)

Die Zeit nach dem Mittagessen wurde genutzt, um die Sonntagsmesse vorzubereiten, die Kaffeetafel für die Eltern und Geschwister zu richten und natürlich, um die „Schildkröte“ zu üben, die die Legionäre mit ihren Schilden bildeten, um sich vor feindlichem Pfeilregen zu schützen. Selbstverständlich durfte dann auch beim Kaffee der Eltern im Garten von Haus Mariengrund das Marschieren in Formation und ein Schaukampf nicht fehlen. So mancher Vater stand mit glänzenden Augen da! In der abschließenden Sonntagsmesse mit Regens Hartmut Niehues konnten die Jungen dann schließlich die Urkunde zur Erlangung der Civitas Romanum stolz entgegennehmen.

Unterstützung der Schönstatt-Mannesjugend SMJ

Die nächsten Treffen finden 2019 im März (1.-3.) und im November (1.-3.) ebenfalls in Münster statt. Mit den Treffen für Jungen unterstützt die Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Münster die Arbeit der Schönstatt-Mannesjugend SMJ, die vormals noch am Heiligtum in Endel stattfand. Ziel ist es, dass die Jungen in einigen Jahren die Arbeit der SMJ wieder selbst in die Hände nehmen können.