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21. November 2016 | Kirche | 

Schönstattvertreter im ZdK


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Bei der Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen Deutschlands wurde am 2. Juli 2016 Professor Joachim Söder als Vertreter der Schönstattbewegung in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Am 18./19. November kam das ZdK in Bonn zu seiner Herbstvollversammlung zusammen. Joachim Söders Bericht über diese Tagung finden sie nachfolgend.

… demokratisch in der Anwendung!

Zentralkomitee der deutschen Katholiken für mehr Synodalität in der Kirche

Joachim Söder. Am 18. und 19. November tagte die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in Bonn. In ihm sind neben den Abgeordneten der Diözesanräte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch die katholischen Organisationen und Gemeinschaften, darunter die Schönstattbewegung, vertreten. Das „Parlament des politischen Katholizismus“ sieht seine Hauptaufgabe vornehmlich im christlichen Dienst an der Welt: Im Raum der Gesellschaft sollen katholische Überzeugungen, Werte und Positionen nicht nur sichtbar gemacht werden, sondern in die Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse von Kultur, Politik, Medien und Wirtschaft einfließen.

Prof. Joachim Söder (Foto: Grabowaska)

Prof. Joachim Söder (Foto: Grabowaska)

Bei der jetzigen Tagung wurden turnusmäßig 45 herausragende katholische Vertreter des öffentlichen Lebens für eine vierjährige Amtszeit hinzugewählt. Dazu zählen unter anderem die Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg), Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz) und Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland), die Bundes- und Staatsminister Gerd Müller (Wirtschaftliche Zusammenarbeit), Andrea Nahles (Arbeit), Barbara Hendricks (Umwelt), Monika Grütters (Kultur) und Maria Böhmer (Auswärtiges Amt), der Präsident der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Heinrich Detering und der ZDF-Journalist Peter Frey.

Stärkung des synodalen Prinzips in der Kirche

Neben einem Positionspapier zur generationengerechten Alterssicherung ging es in den inhaltlichen Beratungen auch um die Stärkung des synodalen Prinzips in der Kirche. Seit frühchristlichen Zeiten gilt der „Glaubenssinn“ aller Getauften als wichtiges Kriterium bei Entscheidungsfindungen. Von altersher war es so, dass bei kirchlichen Zusammenkünften („Synoden“) von Repräsentanten verschiedener Gegenden, Gruppen oder Denkrichtungen der nach voraufgehender Diskussion gefundene Konsens Rechtsverbindlichkeit erlangte. Diesem synodalen Prinzip ‚von unten‘ steht das hierarchische Prinzip ‚von oben‘ gegenüber: Der geweihte Amtsträger trifft aus seiner Amtsvollmacht (Autorität) heraus die Entscheidung. Beide Prinzipien stehen in einer Spannung zueinander, deren Energie es konstruktiv-schöpferisch zu nutzen gilt.

Gerade die föderative Verfasstheit der schönstättischen Gemeinschaften ist Ausdruck gelebter Synodalität. Das von Pater Kentenich von Anfang an befolgte Organisationsprinzip baut auf die Dynamik einer demokratischen und einer autoritativen Linie. Dahinter steht letztlich die Überzeugung, dass Gott durch freie Zweitursachen wirkt, dass also die von unten und die von oben kommende Bewegung ineinander greifen: die demokratische Anwendung des Autoritätsprinzips. Seit hundert Jahren macht die Schönstatt-Bewegung Erfahrungen mit dieser Organisationsform. Diesen Schatz zu heben und in die Prozesse des Gestaltwandels der Kirche einfließen zu lassen, wäre ein wertvoller Dienst.

Katholikentag 2018 in Münster

Im Jahr 2018 veranstaltet das Zentralkomitee in Münster den 101. Katholikentag. Er wird unter dem Leitwort: „Suche Frieden“ stehen. Der Beitrag der Christen zu Versöhnung und Friedensstiftung in einer vielfach zerrissenen Welt soll herausgestellt werden. Auch hier kann die Schönstattbewegung, das hat das Jubliäumsjahr 2014 gezeigt, auf eine Fülle wegweisender Initiativen und Projekte verweisen. Exemplarisch sei die Versöhnungsarbeit zwischen den verfeindeten Volksgruppen in Burundi aus der Spiritualität der Bündniskultur genannt. Es kommt darauf an, sich einzubringen!