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13. Februar 2018 | Deutschland | 

Anfang und Ende im Blick – „Tatort-Wochenende“ führte nach Gymnich und zum Sterbeort Pater Kentenichs


„Tatort Gymnich“ (Foto: Fella)

„Tatort Gymnich“ (Foto: Fella)

Wolfgang Fella. Schönstatt gedenkt in diesem Jahr des 50. Todestages seines Gründers. Grund genug auch ein Minijubiläum bei der Familienbewegung zu feiern. Zum 10. Mal fand nämlich in diesem Jahr ein „Tatort-Wochenende“ statt – anfangs noch als „Spiri-Wochenende“ bekannt. Bei so viel Tradition, durfte sich diesmal auch etwas verändern. Pater Otto Amberger ist nun mit von der Partie und löste Pater Bernhard Schneider im Vorbereitungsteam ab. Aber bewährt wie eh und je, begrüßte Schwester Vernita M. Weiß die Teilnehmer aus verschiedenen deutschen Schönstattfamilien im Haus der Familie. Für ein Tatort-Wochenende passend, waren wieder viele der üblichen Verdächtigen gekommen, aber auch eine erfreuliche Zahl an Neukommissaren, die sich an der Spurensuche in Schönstatt und Umgebung beteiligen wollten.

Informationen am Geburtshaus Josef Kentenichs in Gymnich (Foto: Fella)

Informationen am Geburtshaus Josef Kentenichs in Gymnich (Foto: Fella)

Pater Bodo Maria Erhard lässt alte Zeiten lebendig werden (Foto: Fella)

Pater Bodo Maria Erhard lässt alte Zeiten lebendig werden (Foto: Fella)

Josef Kentenich (Foto: Fella)

Josef Kentenich (Foto: Fella)

Tauferinnerung am Gymnicher Taufstein (Foto: Fella)

Tauferinnerung am Gymnicher Taufstein (Foto: Fella)

Geschichte von der Palme

Bevor es zum ersten Tatort ging und eine erste Zeugenvernehmung anstand, sorgte die Geschichte von der Palme für einen zeichenhaften Einstieg. Beschwert mit einem Stein, droht diese Palme zu verkümmern. Doch der belastende Stein in ihrer Krone bewirkt genau das Gegenteil: Sie stemmt sich mit aller Macht dagegen, wurzelt tiefer und wird zur mächtigsten Palme in der ganzen Oase. Und genau um diese belastenden Anfangssteine in der Geschichte eines Menschen sollte es dann gehen. Denn gemeinsam machte sich die Gruppe auf, um nach Gymnich zu fahren, zu jenem Ort an dem alles seinen Anfang nahm.

Geburt unter besonderen Vorzeichen

Dort im Geburtshaus des Schönstatt-Gründers hat man einen Experten gegenüber, der viele Details aus den Geburtsjahren Josef Kentenichs zu berichten weiß: Pater Bodo Maria Erhard. Er erklärt dazu zunächst auf einer Landkarte die Umgebung, um alle weiteren Ereignisse auch lokal einordnen zu können. Dann kommen Namen und Menschen ins Spiel, deren Zusammenhänge an einem übersichtlichen Stammbaum mitverfolgt werden können. Verwandtschaftsverhältnisse werden erklärt bevor er auf die schicksalshaften Begebenheiten bis zur Geburt Josef Peter Kentenichs näher eingeht. Überraschende Details weiß er den aufmerksamen Zuhörern zu berichten, angefangen von den Tagen bis zur Geburt und jener Kammer, in der die Geburt stattgefunden hat.

Gottesdienst am Geburtsort

Dann geht´s in die Taufkirche von Gymnich, deren Taufstein nun zwar an einem anderen Platz zu finden ist, aber mit einer Tafel daneben noch an den berühmtesten Täufling des Ortes erinnert. Dort ist allerdings mit dem 18.11.1885 noch das falsche Geburts- und Taufdatum angegeben, aber auch dazu kann Pater Erhard Hintergründe liefern. Zurück im Geburtshaus hat die Gruppe einen ganz besonderen Moment: An der Stelle, an der Josef Kentenich vor über 132 Jahren das Licht der Welt erblickte, kann man gemeinsam Gottesdienst feiern und seiner gedenken.

Sr. M. Annelucia bei ihrer eindrucksvollen Schilderung (Foto: Fella)

Sr. M. Annelucia bei ihrer eindrucksvollen Schilderung (Foto: Fella)

Sr. M. Vernita sammelt Kentenich-Eindrücke (Foto: Fella)

Sr. M. Vernita sammelt Kentenich-Eindrücke (Foto: Fella)

Eine Ikone entsteht (Foto: Fella)

Eine Ikone entsteht (Foto: Fella)

Totenstille

Nachdem die Teilnehmer diesen intensiven Blick auf den Anfang des Lebens gerichtet hatten, sollte im zweiten Teil des Wochenendes das Ende des Lebens von Pater Josef Kentenich im Mittelpunkt stehen. Ein großes Privileg ist es deshalb, am Samstagabend noch eine Zeitzeugin zu treffen, die damals am 15. September 1968 als Sakristanin hautnah dabei war. Schwester Annelucia Heuberger steht an jenem schwarzen großen Tisch, der damals noch in der ursprünglichen Sakristei der neu erbauten Anbetungskirche stand, die jetzt die Gründerkapelle beherbergt. Heute steht der Tisch in der neuen Sakristei und Sr. Annelucia ist umringt von der Gruppe, die ihr andächtig bei ihren Schilderungen über ihre damalige Berufung zur Sakristanin und den Ereignissen des 15. September 1968 lauscht. Totenstill wird es in der Sakristei, als sie in dichter Atmosphäre minutiös darüber berichtet was sich nach dem letzten Gottesdienst Pater Kentenichs abspielte. Nachdem er sein Messgewand abgelegt hatte, sank er, gestützt von zwei Mitbrüdern nieder und erlag einem akuten Herzversagen. Es folgt eine lange Stille im Raum und die Anwesenden können förmlich diesen besonderen Moment nachspüren, in dem der Gründer der Schönstattbewegung vor 50 Jahren für immer heimgegangen ist.

Ikone für den, der Spuren hinterließ

Am nächsten Tag wirft die Gruppe noch einmal einen Blick auf Josef Kentenich. Eine persönliche Ikone entsteht dabei, deren Rahmen der Frage nachgeht, was jeden selbst zum Wachsen bringt, wenn er auf diese außergewöhnliche Persönlichkeit und sein Leben schaut. Ein intensiver Austausch folgt, der viel davon zeugt, welch unterschiedliche Spuren der Schönstattgründer im Leben der Teilnehmer hinterlassen hat. Ein Gottesdienst im Heiligtum der Familie rundet dieses besondere Wochenende ab. Ein Wochenende im Jubiläumsjahr des Gründers, das seinen Anfang und sein Ende in bewegender Weise in den Blick nahm.

Tatort-Teilnehmer (Foto: Fella)

Tatort-Teilnehmer (Foto: Fella)