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9. Februar 2018 | Aus Bewegungen | 

Gemeinschaft Sant'Egidio feiert 50. Bestehen


Zum jubiläum hat die Gemeinschaft Sant'Egidio ihr Logo erneuert (Foto: Sant'Egidio)

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Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist 50 Jahre alt. Ihre Geschichte begann am 7. Februar 1968 in Rom mit Andrea Riccardi und einer kleinen Gruppe von Gymnasiasten, die die Welt verändern wollten. Heute hat Sant'Egidio, das Papst Franziskus in „die Gemeinschaft der 3P“ umbenannt hat (3P = Preghiera, Poveri, Pace - Gebet, Arme, Frieden), weiterhin denselben Traum, jetzt aber gemeinsam mit vielen Freunden, die ihn teilen.

Heimat von Sant'Egidio: Basilika Santa Maria in Trastevere (Foto: Di Jensens - Opera propria, Pubblico dominio)

Heimat von Sant'Egidio: Basilika Santa Maria in Trastevere (Foto: Di Jensens - Opera propria, Pubblico dominio)

Die Gemeinschaft ist heute auf allen Kontinenten präsent. Über 60.000 Menschen aller Altersstufen und aus allen sozialen Hintergründen engagieren sich für die Zukunft in einer globalisierten Welt, in der der Einzelne Mensch immer weniger Bedeutung zu haben scheint. „Wir freuen uns, dass wir in den letzten Jahren gemeinsam mit so vielen Menschen in der Welt die Freude am Evangelium entdeckt haben", sagte der Präsident der Gemeinschaft, Marco Impagliazzo.

Das Abendteuer Sant’Egidio begann in Trastevere

Der Name Sant'Egidio stammt von dem Ort im Herzen des Römischen Stadtteiles Trastevere, an dem die Gemeinschaft in den siebziger Jahren eine erste Heimat gefunden hatte. Dort begann das Abenteuer, das die Mitglieder und Freunde der Gemeinschaft in die sozialen Brennpunkte der verschiedenen Kontinente führte, von der Verpflichtung getrieben, sich für die Armen jedweder Couleur (ohne Wohnung, allein, ältere Menschen, Straßenkinder in Afrika und Lateinamerika, Minderjährige, die an den Schulen des Friedens aufwachsen, bis hin zu Programmen für die AIDS-Bekämpfung) einzusetzen. Zentral ist auch das Engagement für den interreligiösen Dialog im Sinne des "Geistes von Assisi" und der Schwerpunkt der Friedensarbeit, der sich seit dem 4. Oktober 1992 herausgebildet hat, als Sant’Egidio mithelfen konnte, das Ende eines Bürgerkrieges in Mosambik zu erreichen, der eine Million Menschen das Leben gekostet hatte.

Andrea Riccardi (r) und Marco Impagliazzo (Foto: Sant'Egidio)

Andrea Riccardi (r) und Marco Impagliazzo (Foto: Sant'Egidio)

Demonstration für den Frieden (Foto: Sant'Egidio)

Demonstration für den Frieden (Foto: Sant'Egidio)

Heute sieht die Gemeinschaft die große Herausforderung darin, an einer humaneren Welt auf vielen Ebenen mitzubauen. Dazu gehören etwa die Nähe zu Obdachlosen, die Überwindung der sozialen Isolation oder die Schaffung und Sicherung humanitärer Korridore, um Flüchtenden das Leben zu retten und ihre Integration zu fördern, um nur einige zu nennen.

Viele Veranstaltungen sind für die 50 Jahrfeier geplant.

Der Auftakt am Samstag, den 10. Februar in Rom, führt Mitglieder, Freunde und Sympathisanten von Sant' Egidio und die Menschen, für die sich die Gemeinschaft einsetzt zusammen. Zu den Gästen jeden Alters, aus allen Teilen der italienischen Hauptstadt und darüber hinaus, gehören auch die Armen, die ebenfalls Teil der Hauptstadt sind. Gemeinsam mit Bischöfen aus der ganzen Welt, feiern sie um 17.30 Uhr in der Lateran-Basilika einen Festgottesdienst unter dem Vorsitz des vatikanischen Staatssekretärs Kardinal Pietro Parolin. Auch zur Feier nach der Liturgie sind alle eingeladen: Ältere Menschen in Schwierigkeiten, denen Sant' Egidio besonders nahe steht. Obdachlose, die nicht nur unter der Kälte des Winters leiden, sondern auch unter Einsamkeit. Behinderte, von denen einige sich künstlerisch betätigen. Einwanderer, die sich seit Jahren um die Integration in das gesellschaftliche Gefüge Italiens bemühen und schließlich Flüchtlinge, die durch die humanitären Korridore in Rom und Italien angekommen sind. So werden sich diejenigen begegnen, die helfen und diejenigen, denen geholfen wird und vielleicht die Erfahrung machen, dass jeder etwas umsonst für andere tun kann, und das heute die Notwendigkeit groß ist, für den Frieden zu arbeiten, der in zu vielen Teilen der Welt bedroht ist.

Das neue Logo: Sant'Egidio - eine Brücke die zusammenführt, Keine Mauer, die trennt - 50 Jahre SantEgidio (Foto: Sant'Egidio)

Das neue Logo: Sant'Egidio - eine Brücke die zusammenführt, Keine Mauer, die trennt - 50 Jahre SantEgidio (Foto: Sant'Egidio)

Das Fest von Rom - das auch allen Freunden der Gemeinschaft und den Vertretern der Institutionen offen steht - ist nur das erste von vielen weiteren, zu denen die Gemeinschaft in mehr als 70 Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, in denen Sant‘Egidio präsent ist, einlädt.

Herzlichen Glückwunsch einer neuen geistlichen Gemeinschaft, mit der die Schönstatt-Bewegung vor allem durch die Zusammenarbeit im Netzwerk Miteinander für Europa verbunden ist.