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11. Januar 2018 | Rund ums Urheiligtum | 

Gipfelstürmer erobern sich die Kentenich-Pädagogik - MJF-Trainee 2017


Bei der MJF-Vernissage wurden persönliche Erfahrungen und Erlebnisse aus 2017 in Form von Bildern ausgetauscht (Foto: Chiara Schneider)

Bei der MJF-Vernissage wurden persönliche Erfahrungen und Erlebnisse aus 2017 in Form von Bildern ausgetauscht (Foto: Chiara Schneider)

Jule Gärtner, Carolina Kammann Inda. „Was ist dein persönlicher Gipfel?“ – mit dieser Frage starteten am Donnerstag, den 28. Dezember, 41 junge Frauen von 17 bis 25 Jahren in das MJF-Trainee 2017 in Schönstatt. Beim MJF-Trainee handelt es sich um eine Schulung für die deutsche SchönstattMJF (Schönstattbewegung Mädchen/ Junge Frauen), bei der Trägerinnen (Gruppenleiterinnen) aus ganz Deutschland die Chance haben, Ideen und Impulse der Arbeit ihrer Diözese auszutauschen und Neues für ihre ehrenamtliche Arbeit dazuzulernen. Bei diesem MJF-Trainee, das in diesem Format zum zweiten Mal stattfand, lag der Schwerpunkt auf der Kentenich-Pädagogik.

Erwartungen-Kollekte und MJF-Vernissage

Der Donnerstag, welcher unter dem Motto „Wir starten in die nächste Runde“ stand, wurde mit diversen Kennenlern- und Vertrauensspielen eröffnet, um von Beginn an eine gute Atmosphäre zu schaffen. Doch neben dem Kennenlernen wurde auch in Kleingruppen besprochen, was die Teilnehmerinnen denn vom diesjährigen Trainee überhaupt erwarteten. Unter jene Erwartungen fielen beispielsweise neue Erkenntnisse, praxisnaher Input, Spaß und (neue) Freundschaften.

Nach dem Abendessen wurden die jungen Frauen feierlich zu einer MJF-Vernissage begrüßt. Dabei handelte es sich um eine Ausstellung, auf der von jeder einzelnen Teilnehmerin ein „Bild des Jahres 2017“ zu finden war. Jede MJFlerin durfte dann als lebende Künstlerin den anderen von ihrem persönlichen Highlight des Jahres erzählen.

Nach der gelungenen Vernissage machten sich die 41 Mädels auf zum Urheiligtum, um den ersten Trainee-Tag mit einem gemeinsamen Abendgebet abzuschließen. Das Motiv des Bildes sollte sich dabei weiter durch die Tage ziehen, weshalb alle angeregt wurden, sich jeden Tag für ein „Bild des Tages“ zu entscheiden, welches für einen besonderen Moment des Tages steht.

Praktische Überlegungen zur Kentenichpädagogik verdeutlichten die Relevanz der 5 Leitsterne für die MJF-Arbeit (Foto: Chiara Schneider)

Praktische Überlegungen zur Kentenichpädagogik verdeutlichten die Relevanz der 5 Leitsterne für die MJF-Arbeit (Foto: Chiara Schneider)

Kentenich-Pädagogik in Theorie und Praxis

„Dann nimmst Du uns an der Hand…!“ - am zweiten Tag stand die Kentenich-Pädagogik im Vordergrund. Nachdem Pater Kuller in einem Vortrag erläuterte, was zentrale Aspekte der Kentenich-Pädagogik sind und welches Bild diese von Erziehung hat, sollte das neu erworbene Wissen in einem anschließenden Praxisteil in die Tat umgesetzt werden. So verteilten sich acht Kleingruppen in der Sonnenau und tauschten sich über die 5 Leitsterne der Kentenich-Pädagogik sowie über die verschiedenen Methoden der unterschiedlichen Diözesen und Abteilungen aus. Ob eine Sitzordnung, die jeden Tag wechselt, gemeinsame Zeiten im Heiligtum oder das gemeinsame Völkerballspiel, jede Ferienwoche ist individuell und trotzdem sind sie im Kern dann doch gleich, denn im Mittelpunkt steht bei allen der Glaube und die Gemeinschaft. Beim gemeinsamen Rücklauf wurde ganz deutlich: Auch wenn dies oft nicht bewusst ist, wenden wir in unserer MJF-Arbeit viele Aspekte der Kentenich-Pädagogik an.

Handwerkszeug der Kentenich-Pädagigik

Am Nachmittag ging es dann mit der Kentenich-Pädagogik weiter und Pater Kuller brachte den MJFlerinnen in einem kurzen Impuls einen wichtigen Grundsatz näher: „Beobachten, vergleichen, straffen, anwenden“. Nach diesem Leitfaden galt es alleine oder zu zweit einen Gruppenstundenimpuls auszuarbeiten, um den Trägerinnen die Arbeit in den jeweiligen Diözesen in Zukunft etwas zu erleichtern. Ob Freundschaft, Vergebung oder Stärken und Schwächen, es wurden auf jeden Fall kreative Denkanstöße geliefert, die im Plenum großen Anklang fanden.

Die Hl. Messe in der Anbetungskirche war eine der Möglichkeiten, in diesen Tagen auch geistig auftanken zu können (Foto: Chiara Schneider)

Die Hl. Messe in der weihnachtlich geschmückten Anbetungskirche war eine der Möglichkeiten, in diesen Tagen auch geistig auftanken zu können (Foto: Chiara Schneider)

Am Abend ging es hoch auf Berg Schönstatt: rund um den Altar der Anbetungskirche feierte Pater Güthlein mit den Teilnehmerinnen des MJF-Trainees eine Hl. Messe. Mit Blick auf das Kentenichjahr, das anlässlich des 50. Todestages Pater Kentenichs am 15. September 2018 begangen wird, gab es anschließend eine gemeinsame Zeit in der Gründerkapelle. Als gemütlicher Abschluss eines intensiven Tages erwartete in der Sonnenau ein weihnachtlicher Kulturabend mit Suppe, Waffeln und Musik die Trägerinnen.

Im Vortragssaal erhielten die Teilnehmerinnen vielfältigen inhaltlichen Input (Foto: Chiara Schneider)

Im Vortragssaal erhielten die Teilnehmerinnen vielfältigen inhaltlichen Input (Foto: Chiara Schneider)

Auseinandersetzung mit Themen und Methoden

Der vorletzte Tag stand unter dem Motto „Gipfelstürmer unterwegs“. Der Vormittag war geprägt von einem spannenden Vortrag mit Sr. Dr. M. Nurit Stosiek über die Herausforderungen durch die digitale Revolution, Medien in unserem Alltag und wie man diese auf positive Weise nutzen und die eigene Identität entfalten kann. Darauf folgte eine persönliche Zeit in der jede einzelne sich Gedanken über ihr Jahr machen konnte. Nach der Mittagspause erwarteten die Teilnehmerinnen drei inhaltlich starke Workshops, von denen jede zwei besuchte. Benno Klee von der Initiative Pontifex machte den Interessierten deutlich, wie sie authentisch für ihren Glauben einstehen können. Im zweiten Workshop mit Sr. M. Francine-Marie Coober wurden innovative Ideen ausgetauscht und Vorschläge für eine Schönstatt-App entwickelt. Der dritte und letzte Workshop mit Carolina Kammann Inda, Psychologin und Trägerin in der MJF, gab den Trägerinnen Zeit, die eigene Gesprächskultur zu reflektieren und trainieren.

„Big Pictures Trainee“

Nach diesem informativen und praxisnahen Nachmittag bereiteten sich die Teilnehmerinnen schließlich auf den Bunten Abend vor. Unter dem Motto „Big Pictures Trainee“ führten die Moderatoren durch das Programm, an dem sich alle Teilnehmerinnen beteiligten. Jede Trägerin stellte im Laufe des Abends ihr „Bild des Trainees“ vor. Die verschiedenen Diözesen und Abteilungen fieberten ihren Auftritten schon entgegen, denn sie hatten ein abwechslungsreiches und unterhaltendes Programm vorbereitet. Von witzigen Darbietungen, über aktivierende und kreative Elemente war alles vertreten. Abgeschlossen wurde der Bunte Abend mit einer Diashow mit der jede die letzten drei Tage noch einmal Revue passieren lassen konnte.

Am Abreisetag entstanden schließlich noch inspirierende Videos über die MJF, die in Zukunft für die Arbeit in der eigenen Diözese genutzt werden können. Nach der Abschlussrunde feierten die 40 Mädchen aus nah und fern noch einen gemeinsamen Abschlussgottesdienst in der Hauskapelle der Sonnenau, bevor sie inhaltlich gestärkt in den Alltag zurückkehrten – „Erfüllt von seinem Geist, der uns die Zukunft weist“.