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21. Dezember 2017 | Impuls aus Schönstatt | 

Weihnachten ohne Regierung


Impuls aus Schönstatt (Foto: Brehm)

Als Christus geboren wurde, waren die Herrschaftsverhältnisse eindeutig. Kaiser Augustus hatte das Sagen und zwang seine Untertanen zur Volkszählung, um sie besser besteuern zu können. Die Weltgegend, in der sich das heilige Geschehen von Weihnachten vollzieht, war immer schon unruhig und ist es auch heute wieder. Grenzziehungen werden hinterfragt, Völker, Religionen und Mächte stehen gegeneinander. Der römische Kaiser, dessen Macht in militärischer Überlegenheit bestand, ließ sich als Friedensbringer verehren.

Macht als Mittel und Ziel bestimmte sein Handeln, bestimmt auch die heutigen Akteure auf der Weltbühne. Werden sich die „Starken“ durchsetzen, die militärische Überlegenheit, Wirtschaftskraft oder Terror einsetzen? Oder sich und andere zerstören?

In einer Zeit, in der die einen von der Macht nicht genug bekommen können, scheuen sich bei uns gewählte Vertreter in der Demokratie, die Verantwortung für eine neue Regierung zu übernehmen. Und so bleiben jene in der Welt ohne Gewicht, die ihr Mandat vom Willen des Volkes getragen wissen.

Man kann die Parteien in gewisser Weise auch verstehen, denn die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt, dass eine - zumindest in der Sicht anderer Länder - erfolgreiche Regierungstätigkeit trotzdem vom Wähler bestraft wird. Regierung in Koalition verlangt Kompromisse, die das eigene Profil notwendigerweise verwässern. Wenn sich eine Partei dafür hergibt, sich uneigennützig in Regierungsverantwortung zu begeben und um des Gemeinwohles willen auf eigene Profilschärfung verzichtet, wird das von den kurzfristigen und kurzlebigen Entscheidungen der Wähler nicht gewürdigt. Der uneindeutige Wählerwille, der ein buntes Parteienspektrum beschert hat, hat uns in eine Lage gebracht, in der es in der Mitte der Gesellschaft anscheinend nur Verlierer gibt, egal wie die Frage nach der Regierung gelöst oder nicht gelöst wird.

Wo stehen wir als Christen? In einer uneindeutigen und ungewissen Lage können kleine Veränderungen darüber entscheiden, welche Richtung wir einschlagen. So sind wir mehr herausgefordert, die Stimme zu erheben und mitzumischen. Der Evangelist Lukas stellt die Kindheitsgeschichte Jesu bewusst in einen politischen Groß-Kontext und beschreibt den Kommenden als den wahren König und Friedensbringer. Dieser ist einer, der Welt und Gesellschaft ändern will, aber nicht durch Gewalt, sondern auf dem Weg der bedingungslosen Liebe.

Diese Liebe ist unsere Grundlage, ist Motivation und Ziel unseres Handelns: ob als Wähler, als politisch Verantwortliche oder als Beter. Die Welt braucht christliche Akteure, und sie braucht Beter. Paulus fordert in 1 Tim 2,2 zum Gebet für die Machthaber auf. Gott wird dort sein Reich errichten, wo sich Menschen für ihn entscheiden und ihn durch ihr Gebet einladen, damit er durch seinen Geist den Willen zum Guten unterstützt und zum Ziel führt.

Für die „Impuls aus Schönstatt“ - Redaktion: P. Lothar Herter

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