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19. Dezember 2017 | Deutschland | 

„Wieder mehr wir zwei“ - Adventswochenende für Ehepaare in Marienfried


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Adventswochenendes in Oberkirch zusammen mit dem Team (Foto: Jäger)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Adventswochenendes in Oberkirch zusammen mit dem Team (Foto: Jäger)

Berthold Jäger. „Wieder mehr wir zwei.“ Unter diesem Wort stand ein Adventswochenende für Ehepaare, das Anfang Dezember im Schönstatt-Zentrum Marienfried in Oberkirch angeboten wurde. Die 10 teilnehmenden Paare erlebten eine Zeit wirklicher Besinnung und eines intensiven Miteinanders. „Wunder“ war das Thema des Treffens, und gleich am Freitagabend half das „Marienfried-Ensemble“ (Daniel Wöhrle: Keyboard, Rebekka Wiegert: Gesang und Gitarre, Daniel Hoog Gesang) in der abgedunkelten Hauskapelle bei Kerzenschein der Gruppe zur Ruhe zu kommen. Der glockenreine Gesang und meditative Texte schlossen die Herzen auf für alles Wunderbare, das die kommenden 2 Tage noch bringen sollten.

Eine wunder-bare Eröffnung

Die „Eröffnung“ am Samstagmorgen verlief unerwartet. Es blieb nicht bei einer Vorstellungsrunde mit kargen Informationen über Beruf und Anzahl der Kinder usw. Die Paare erzählten auch, wie sie sich kennenlernten, und es war wohl die herzliche Anteilnahme der Zuhörer, die eine Atmosphäre von liebevoller Vertrautheit entstehen ließ, die dann im Anschluss die ganze Tagung prägte. Immer wieder spürten wir, wie wunder-bar die Zeit des Kennenlernens war, wie kostbar die Erinnerung daran empfunden wurde. Aber wieviel wurde einzelnen Paaren auch zugemutet: Krankheit, Schmerzen, Unfälle, Sorgen um Eltern, Kinder und Enkel.

Die Schönstatt-Kapelle des Zentrums Marienfried - ein wunderbar stiller Ort zum Gebet (Foto: Jäger)

Die Schönstatt-Kapelle des Zentrums Marienfried - ein wunderbar stiller Ort zum Gebet (Foto: Jäger)

Wunder wahrnehmen

Wunder geschehen jeden Tag. Wir müssen allerdings bereit sein, sie wahrzunehmen, und manchmal brauchen sie auch unsere Mitwirkung. Das war das Thema des folgenden Gespräches, das Schwester Vernita moderierte. Wunder der Demut ereignen sich z.B., wenn wir den Mut zum Dienen aufbringen, wenn wir im Stillen wirken, uns nicht so wichtig nehmen oder eigene Unzulänglichkeiten erkennen und zu ihnen stehen.

Wunder des Vertrauens zeigen sich, wenn andere uns vertrauen können, wenn wir uns der Gottesmutter anvertrauen, voller Hoffnung sind, wenn wir uns bemühen, Dinge loszulassen oder Krisen durchzustehen.

Sich selbstlos in den Dienst einer guten Sache stellen, geben ohne daran zu denken, was es bringt, sich verschenken, jemandem ganz vertrauen: Das alles lässt sich als ein Wunder der Hingabe erfahren, und dazu passt auch die frohe Formel „Türe auf – Angst raus – Liebe rein!“

Positiv denkende Menschen haben ganz sicher einen besonders guten Zugang zu Wundern der Freude. Das Geschenk des Partners, das Wahrnehmen der Schönheiten in der Natur, Feiern und Gutes tun: Welche Freude! Und dann: Die Freude an Gott gibt uns Kraft!

In zwei Stunden zum Adventskranz-Kunstwerk

Am Samstagnachmittag wurde traditionell von jedem Paar ein Adventskranz geflochten und geschmückt. Für jede Menge Tannenzweige, für Kerzen und Werkzeug war gesorgt. Das Basteln war Anlass für lustige Gespräche und vielfältige Hilfe untereinander. Und nach dem Sitzen im Seminarraum war es eine Wohltat, zwischen den Arbeitstischen hin- und hergehen zu können. Nach kaum einer Stunde waren lauter Kunstwerke entstanden, die dann vorgestellt und ausführlich bewundert wurden. Gelobt werden, das tut gut! Msg. Dr. Wolf hatte in der Zeit persönliche Gespräche und das Sakrament der Versöhnung angeboten.

In der Wunder-BAR (Foto: Jäger)

In der Wunder-BAR (Foto: Jäger)

Ein wunderbarer Adventsabend (Foto: Jäger)

Ein wunderbarer Adventsabend (Foto: Jäger)

Überraschungsgeschenke herstellen

Anschließend trennten sich Männer und Frauen, um für die Partner ein Überraschungsgeschenk herzustellen. Da waren Kreativität und Geschicklichkeit gefragt. Und Spannung war zu spüren: Was die anderen wohl machen? Ob die (auch) was hinkriegen?

Auf das Abendessen und eine Meditation im Heiligtum folgte dann der ersehnte Frohe Adventsabend. Was war die Überraschung der Herren für die Damen? Mit lauter im Haus vorgefundenen Dingen (Paletten, Tücher, LED-Schlangen, Pflanzen usw.) hatten sie den Seminarraum in eine romantische Partylandschaft verwandelt, im Mittelpunkt eine „Wunderbar“, auf der Sekt und Snacks bereitstanden.

Und das Geschenk der Frauen für ihre Männer? Jede hatte aus adventlichen Stoffen ein wunderschönes Herz genäht - und die Männer haben die Symbolik begriffen. Der Abend verging wie im Flug bei feinen Getränken und Weihnachtsgebäck, mit vielen Gesprächen, mit Spielen und Liedern.

Dankbarkeit für das Geschenk des Glaubens

Im Sonntagsgottesdienst segnete Dr. Wolf die Adventskränze. In seiner Predigt sprach er über 1 Kor 1,3-9. Paulus dankt Gott für das Geschenk des Glaubens für seine Korinther. Ja, das war das, was auch die Tagungsteilnehmer empfanden. Dankbarkeit auch dafür, den eigenen Glauben teilen zu dürfen, darüber reden zu können, was einem aufgegangen ist. Dabei dürfen wir gelassen und bescheiden bleiben: „Wir müssen nicht alles auf einmal glauben: Der Glaube ist so groß… das kann einer allein gar nicht alles glauben“, meinte Dr. Wolf mit einem Lächeln. Gott ist treu, schreibt Paulus. Msg. Wolf führte aus, dass zur Liebe Treue gehört. Weil Gott uns als seine Kinder liebt ist er uns auch treu, wenn wir nur bei ihm „angedockt“ bleiben.

„Adventsweg der Sinne“

Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Teilnehmer auf einen „Adventsweg der Sinne“ eingeladen. An fünf Orten im Haus gab es Anregungen, wie man sich sensibilisieren kann, um Wunder wahrzunehmen. Hören (ruhige Musik im Gründerzimmer), Sehen (Kerze in einem Seminarraum), Genießen u. Schmecken (Weihnachtsgebäck und feiner Tee im „Schauinsland“), Tasten (Ertasten von unter einer Decke verborgenen Dingen), Riechen (Weihrauch in der Kapelle). - Jeder konnte die Stationen in der Reihenfolge seiner Wahl anlaufen und so lange verweilen, wie er wollte. So war dieser Tagungsteil von großer Ruhe und froher Entspanntheit geprägt.

In der Abschlussrunde dankten die Teilnehmer Schwester M. Vernita Weiß, Johannes und Ulrike Beck sowie Msg. Dr. Peter Wolf für die wunderbare Tagung. Das Thema selbst war eine Bereicherung fürs „wirkliche Leben“. Die vielen persönlichen Gespräche und das entstandene Vertrauen der Teilnehmer untereinander, wurde als großes Geschenk empfunden. „Ich habe das Gefühl, unsere Tagung, das war nicht nur ein Wochenende, sondern mindestens eine ganze Woche“, so fasste eine Teilnehmerin dankbar die Erlebnisse zusammen. Ja, Marienfried ist wirklich ein Gnadenort.