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26. Oktober 2017 | Deutschland | 

Montagsgebet auf der Liebfrauenhöhe – ein „voller Erfolg“


Montagsgebet in der Unterkirche der Krönungskirche/Liebfrauenhöhe (Foto: Montagsgebet)

Montagsgebet in der Unterkirche der Krönungskirche/Liebfrauenhöhe (Foto: Montagsgebet)

Sr. M. Monika März. Inspiriert vom Katholikentag in Leipzig und dem Politischen Abendgebet aus Anlass ‚60 Jahre Römische Verträge‘ – oder besser gesagt: inspiriert vom Heiligen Geist – wagt ein Team von sechs Personen (ein Ärzteehepaar, zwei junge Männer unter 25 Jahren und ein evangelisches Ehepaar) aus Eutingen einen Vorstoß: Jede Woche bietet es ein 40Minuten ‚Montagsgebet‘ an: Zur Stärkung der Demokratie, für gute politische Entscheidungen, für einen fairen Dialog, zur Achtung der Würde und Freiheit des Menschen. Es findet in der Unterkirche der Krönungskirche/Liebfrauenhöhe statt und erhält enormen Zuspruch, nicht zuletzt aus den eigenen Reihen.

 

Initiatoren des Montagsgebets mit Pater Dr. Lothar Penners (Foto: Montagsgebet)

Initiatoren des Montagsgebets mit Pater Dr. Lothar Penners (Foto: Montagsgebet)

Zusammensitzen und diskutieren gehört dazu (Foto: Montagsgebet)

Zusammensitzen und diskutieren gehört dazu (Foto: Montagsgebet)

Hochmotiviert

gestaltet dieses Montagsgebet um 19.30 Uhr eine je andere Gruppierung oder Einzelperson – ob Grünen-politiker oder Firmlinge, ob evangelischer Pastor aus Stuttgart oder blutjunge SPD-Politikerin, ob Taize-gruppe oder Fairtradeverteter – sie alle möchten sich stark machen für die menschlichen Grundwerte, für ein Zusammenleben, das getragen wird von Respekt und Dialogfähigkeit. Mit den Impulsgebern singen dann die meist 100 Teilnehmer/innen rhythmische Lieder, beten topaktuelle Fürbitten, ein immer gleiches Gebet, das Vater unser und den Friedensgruß. Wer hat sie eingeladen? Warum kommen sie?

„Die dichte Atmosphäre tut so gut.“ – „Gemeinsam beten ist besser als alleine.“ – „Weil wir Eure Anliegen teilen.“ – „Weil jeder kommen darf.“ – „Weil wir persönlich angesprochen sind.“ „Es hat mir sehr gut gefallen“ äußert eine Muslima. Und ein anderer Asylant aus Syrien wagt es sogar, deutsche Fürbitten vorzutragen. Das Zeugnis eines Familienvaters vom CVJM beeindruckt sehr, ebenso das politische Statement des christlichen Landrates, umrahmt von Gitarren- oder Keyboardspieler/innen, zum Schluss der alles einfangende, aus dem Stehgreif formulierte Schlusssegen von Pater Dr. Lothar Penners.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen regen zum Nachdenken und zu neuem Engagement an: U-Boot-Christen tauchen wieder auf, junge Leute machen mit. Priester erleben eine sprudelnd-lebendige Kirche und schöpfen neue Hoffnung. Menschen ganz verschiedener Denkrichtung kommen in Dialog – auch durch anschließendes Zusammensitzen und Diskutieren. Bei der Vorbereitung entdeckt die jeweilige Gruppe ihre eigene Identität neu. Gegenseitige Wertschätzung öffnet füreinander und bestimmt das Klima. Viele entdecken zum ersten Mal das Schönstatt-Zentrum und fühlen sich wohl, nehmen es gerne an als religiösen Mittelpunkt von Seelsorgeeinheiten oder politischen Gemeinden. Die positive Resonanz zieht Kreise und animiert, es auch an anderen Orten zu versuchen, zum Beispiel am Bodensee. Wenn ein NETZ von Montagsgebeten entstehen würde – was könnte das bewirken!

Jedenfalls geht es auf der Liebfrauenhöhe weiter: Ab November einmal im Monat – inspiriert und hochmotiviert vom Heiligen Geist, getragen von der Hoffnung auf viele positive Nebenwirkungen.