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12. Oktober 2017 | Deutschland | 

Mobiler Eheweg findet lebhaftes Interesse in Gerolstein


Der Eheweg der Schönstatt-Familienbewegung in Geroldstein (Foto: Schlüter)

Der Eheweg der Schönstatt-Familienbewegung in Geroldstein (Foto: Schlüter)

Michael Schlüter. Zwölf Tage war in der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land im Bistum Trier der mobile Eheweg der Schönstatt-Familienbewegung an verschiedenen Orten im Dauereinsatz. Die 7 etwa 2 Meter hohen Stelen zu den Themen „Kraft der ersten Liebe, Sexualität leben, Schwierigkeiten meistern, Kinder stärken, Treue bewahren, Ernte einfahren, Dankbarkeit pflegen“ haben die Menschen angesprochen. „Wir finden es echt gut, dass Ihr das mal gemacht habt!“ – so einer von vielen ähnlichen Kommentaren zu diesem Projekt.

Gemeindereferentin Annette Schlüter und ihr Mann Michael, beide Mitglieder im Institut der Schönstatt-Familien, wollten in der Kirche und in der Öffentlichkeit ein sichtbares Zeichen setzen für Paarsein, Ehe und Familie. „Der Lebensbereich Mann-Frau-Beziehung spielt für beinahe Jede und Jeden eine gewichtige Rolle. Sowohl von der rein menschlichen als auch von der sakramentalen Seite her gibt es daher viel zu sagen und zu entdecken, um das Ganze mehr aus der Perspektive gelingenden Lebens zu betrachten!“

Eine Einladung über die eigene Beziehung nachzudenken (Foto: Schlüter)

Eine Einladung über die eigene Beziehung nachzudenken (Foto: Schlüter)

Neben Führungen gab es auch Infomaterial und eine Tasse Kaffee (Foto: Schlüter)

Neben Führungen gab es auch Infomaterial und eine Tasse Kaffee (Foto: Schlüter)

Eheweg-Angebot bei diversen Gelegenheiten

Den Auftakt bildete eine sonntägliche Eucharistiefeier mit thematisch abgestimmten Texten von Kyrie, Predigt (vom Ehepaar), Erneuerung des Eheversprechens, Fürbitten und einem Gebet zur Heiligen Familie. Nachmittags (am Wahlsonntag!) folgte eine Führung in der Stadt in einem neugestalteten Freizeitbereich entlang eines Flussufers, wo die Stelen im Abstand von 100-200 Metern aufgestellt waren. Die Paare, die sich auf den Gang und ein Gespräch eingelassen haben, waren positiv angetan. Viele andere haben das kleine Begleitheft als Anregung für zuhause mitgenommen, manche sogar das größere Heft gekauft. So war es auch bei der zweiten Führung am darauffolgenden Samstag in der evangelischen Kirche beim Abendmahlsgottesdienst.

An den anderen Orten gab es zum Teil sehr persönliche und interessierte Gespräche – ob in der Kindertagesstätte, im Rathaus, im Krankenhaus, auf der Meile beim verkaufsoffenen Sonntag oder in freier Natur auf dem Weg zu einer Marienkapelle. Etwa 80% der Rückmeldungen waren positiv, 19% desinteressiert bzw. mit fehlendem Verständnis und 1% mit Widerspruch oder ganz anderer Sicht auf Ehepastoral. Für manche war es seit langem der erste Kontakt mit der Kirche, die sich in der Öffentlichkeit zeigt und dialogbereit ist.

Gespräche, die sonst nicht stattfinden

Viele sahen sich in ihrem Fühlen und Denken bestätigt und angeregt, mal (wieder) intensiver über ihre Beziehung nachzudenken und zu sprechen: Über das, was anliegt oder vielleicht sogar wehtut. Manche fragten sich, wie sie leben: Rechtfertige ich mich oder stelle ich mich in Frage? Einigen wenigen wurde bewusst, dass sie dadurch, dass sie ihre Haltung und ihr Interesse zeigen, u.U. aus ihrem Umkreis angefragt werden und es zu Gesprächen kommt, die sonst nicht stattfinden. Da waren Frohe, Traurige, Betroffene, Suchende, Weggefährten, Mitfühlende und -denkende, Aktivisten mit Erfahrung, Tatkräftige, die Orientierung suchen und viele andere. Mit ihnen auf Augenhöhe unterwegs zu sein, zuzuhören und - wo nötig - Hoffnung, Trost und Mut zuzusprechen, war eine erfüllende Herausforderung.

Eheweg – ein „Parcours d´amour“, der zu tieferem Miteinander führt

Als Fazit lässt sich festhalten: Der mobile Eheweg, als kleinere Variante des festinstallierten Eheweges in Schönstatt/Vallendar, ist eine gute Erfindung von Familien für Familien. Er vermag Paare auf die spezielle Spur eines tieferen Miteinanders zu bringen. Die Impulse atmen den Gründergeist Pater Kentenichs und lassen sich problemlos mit dem päpstlichen Schreiben „Amoris Laetitia“ kombinieren. Letzteres hat die Veranstalter inspiriert, den „Eheweg“ in der Werbung als „Parcours d´amour“ zu bezeichnen. Dieser Titel verknüpft mit der Idee, Paarsein, Ehe und Familie besonders wertzuschätzen, hat eine Redakteurin der örtlichen Medien zu zwei gelungenen Zeitungsberichten veranlasst.

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Impression vom Eheweg in Geroldstein (Foto: Schlüter)

Impression vom Eheweg in Geroldstein (Foto: Schlüter)