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11. August 2017 | Demnächst | 

Franz Reinisch Gedenkfeier in Kiel geplant


Franz Reinisch Gedenkfeier in Kiel

Franz Reinisch Gedenkfeier in Kiel

Hbre. Am 11. August 1942, also genau vor 75 Jahren wurde Pater Franz Reinisch ins Zuchthaus nach Brandenburg-Görden verlegt, nachdem er zuvor als einziger katholischer Priester den Fahneneid auf Hitler verweigert hatte. Die Entscheidung, zu der er sich unter anderem in der Gnadenkapelle von Schönstatt durchgerungen hatte, kostete ihn schließlich am 21. August 1942 das Leben. Er wurde im Zuchthaus durch das Fallbeil hingerichtet.

Plakat Franz Reinisch Gedenkfeier in Kiel

Erinnerung an den großen „Märtyrer der Gewissenstreue“

Die Schönstatt-Bewegung im Erzbistum Hamburg wird sich mit einer diözesanen Gedenkveranstaltung am 21. August in die Erinnerung an diesen großen „Märtyrer der Gewissenstreue“, wie ihn Schönstatt-Pater Klaus Brantzen (†) in einem Novenenheft aus dem Jahr 1983 bezeichnete, einschalten, besonders auch deshalb, weil Franz Reinisch vom 23. April bis 29. Juni 1923 im Niemansweg 22 in Kiel gelebt hatte.

Für Reinisch sei diese dreimonatige Zeit durchaus von großer Bedeutung gewesen, schreibt Ferdinand Güsewell von der Schönstatt-Gruppe in Kiel. „Während seines Aufenthaltes in Kiel studierte er Rechtsmedizin und nahm in der Fastenzeit 1923 an vierwöchigen Exerzitien der Studentenverbindung Rheno Guestfalia e.V. teil. Hierbei entschloss er sich bei einem Gang durch das Elends- (Rotlicht-)viertel in der Karwoche aufgrund des so schockierenden menschlichen Elends, sein Jurastudium zu beenden und Priester zu werden.“ Aus diesem Grund fühle sich die Schönstattgruppe in Kiel mit Pater Franz Reinisch sehr verbunden, so Güsewell weiter.

Gedenkfeier im Gemeindezentrum St. Nikolaus, Kiel

Die Schönstatt-Bewegung im Erzbistum Hamburg lädt daher alle Interessierten zur diözesanen Gedenkveranstaltung am 21. August 2017 in das Gemeindezentrum St. Nikolaus in Kiel ein. Los geht es um 17.45 Uhr mit einem internationalen Rosenkranz, anschl. findet um 18.30 die hl. Messe statt – wobei Schönstattdiakon Ulrich Bork aus Hamburg die Festpredigt halten wird. Nach dem Gottesdienst wird im Gemeindezentrum ein Gedenkbild von Franz Reinisch feierlich enthüllt. Anschließend lädt die Schönstatt-Bewegung zu einem kleinen Empfang ins Gemeindezentrum ein und wird u.a. den Film „Pater Franz Reinisch“ zeigen, den das Büro des Postulators im Seligsprechungsprozess von Pater Franz Reinisch kürzlich herausgegeben hat.

20 Jahre Schönstatt-Bewegung im Erzbistum Hamburg

Zusammen mit dieser Gedenkfeier an Pater Franz Reinisch wird die Schönstatt-Bewegung im Erzbistum Hamburg auch ihr 20jähriges Bestehen feiern. Nach kleinen Anfängen in den 80er Jahren gab es erstmals 1996 in Kiel eine kleine Schönstattgruppe, die sich ab Mitte 1997 in der Propsteikirche St. Nikolaus traf. Am Samstag nach dem 18. gibt es seit damals eine Bündnisandacht. Nach und nach formierten sich die ersten polnischsprachigen Kreise des Pilgerheiligtums in Kiel. Von Kiel aus breitete sich die Schönstatt-Bewegung im Erzbistum aus. Seit 2012 hat der internationale Rosenkranz (1x jährlich) in Kiel Tradition. 2013 besuchte die Europa-Pilgergottesmutter, in Vorbereitung auf das Jubiläum, auch Kiel – mit großer Resonanz.

Nachdem es in Hamburg zuerst eine diözesane Männergruppe gab, entwickelte sich später eine Schönstattgruppe, welche sich seit November 2014 ebenfalls einmal monatlich zur Bündnisandacht trifft und weitere gemeinsame Unternehmungen, wie z.B. eine Schönstattwallfahrt im Sommer 2015 veranstaltet. „Insbesondere in der Diaspora lautet für uns Schönstätter immer wieder das Motto, Schönstatt für die Kirche! Wir bereichern das Gemeindeleben mit unserem Einsatz und unserem marianischen Charisma insbesondere hier im Norden“, schreibt Ferdinand Güsewell. Eine Besonderheit der Schönstattgruppe in Kiel sei es, dass sie komplett international sei: „Deutsche, Polen, Argentinier, Iraker, Kroaten, Ukrainer, Rumänen sind bei uns vertreten.“

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