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20. April 2017 | Rund ums Urheiligtum | 

Begegnungstag der Schönstatt-Familienbewegung


Sich begegnen (Foto: Neiser)

Sich begegnen (Foto: Neiser)

Cbre. Nicht nur von außen gesehen ist es manchmal nicht ganz einfach, die differenziert aufgebaute Schönstatt-Bewegung mit ihren vielen verschiedenen Gemeinschaften zu verstehen. Auch für die Mitglieder der Bewegung selbst ist die Vielfalt in mancher Hinsicht eine echte Herausforderung. Deshalb hat die Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Trier Familien aus ihren verschiedenen Gliedgemeinschaften zu einem Begegnungstag ins Haus der Familie, Vallendar, eingeladen, um sich besser kennenzulernen und zukünftig leichter zusammenarbeiten zu können. Familien aus dem Institut der Schönstatt-Familien, dem Schönstatt-Familienbund und der Schönstatt-Familienbewegung aus dem ganzen Bistum Trier waren mit dabei.

Pater Angel Strada feierte mit der Gruppe Gottesdienst (Foto: Neiser)

Pater Angel Strada feierte mit der Gruppe Gottesdienst (Foto: Neiser)

Kennenlernen schafft Vertrautheit

„In Zeiten von Globalisierung und Effizienz, von Glaubensschwund und gleichzeitig immer größer werdender pastoraler Räume spüren wir, wie gut es tut, unsere Sorgen gemeinsam zu teilen, uns zuzuarbeiten, Kräfte zu bündeln, Aufgaben gemeinsam anzupacken und den Weg der anderen Gemeinschaft liebevoll zu begleiten“, so Claudia und Heinrich Brehm, Vallendar, bei der Begrüßung. Eine Erzählrunde über die gemachten „Perlenerfahrungen“ in Schönstatt ließ schnell Vertrautheitsatmosphäre und Freude aneinander aufkommen. Im gemeinsamen Sonntagsgottesdienst zog Pater Angel Strada den Bogen vom auferweckten Lazarus im Evangelium zu den Auferweckungen in der Ehe.

Vanessa und Matthias Franke, Gondershausen; Sr. M. Veronika Riechel, Vallendar, Michael Schlüter, Hillesheim (Foto: Neiser)

Vanessa und Matthias Franke, Gondershausen; Sr. M. Veronika Riechel, Vallendar, Michael Schlüter, Hillesheim (Foto: Neiser)

Drei Statements: Das Jahresmotto in der Ehe, im Alltag und im Engagement

Im Sinne einer gemeinsamen Schulung gab es am Nachmittag drei Statements zum Jahresthema der Schönstatt-Bewegung: „Er kam hinzu und ging mit ihnen“. Vanessa und Matthias Franke, Gondershausen, stellten den biblischen Emmausweg in acht Stationen mit konkreten Bezügen zum Eheweg dar und reicherten diese durch Worte von Papst Franziskus aus seinem Lehrschreiben „Amoris laetitia“ an. Die Enttäuschung der Emmausjünger über die Kreuzigung Jesu fanden Analogien in den Schwierigkeiten, die sich in einer Ehebeziehung ergeben können: Missverständnisse in der Partnerschaft, häusliche Routine, gegenseitiges Unverständnis. Da passte Papst Franziskus Beobachtung genau: „Die übertriebene Idealisierung (der Ehe) hat die Ehe nicht erstrebenswerter und attraktiver gemacht, sondern das völlige Gegenteil bewirkt.“ (AM 36) Ehe als Kirche im Kleinen, als Hauskirche wird konkret im Emmaus-Bibelwort: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden!“ Die Jünger werden aktiv, laden Jesus ein. Die Erfahrung, Jesus einzuladen in die eigene Ehe und Familie und ihm einen Platz einzuräumen im Hausheiligtum war für die teilnehmenden Familien ein vertrauter Gedanke und machte Mut, die eigene Ehe im Zusammenhang mit den biblischen Geschichten zu sehen.

„Er kam hinzu und ging mit ihnen - was heißt das für den Alltag?“, dieser Frage widmete sich Schwester M. Veronika Riechel im zweiten Statement. Man können den Alltag grau und geisttötend erleben, und sich manchmal des Eindruckes nicht entledigen, dass das wirkliche Leben woanders stattfinde, z.B. im Urlaub oder an einem erlebnisreichen Abend. Alltag könne aber auch den Reiz des Normalen haben, der Seele Heimat gebend in einer sich ständig rasant verändernden Welt. Diesen „Reiz des Normalen“ immer wieder neu zu entdecken, bleibe eine ständige Aufgabe, so Schwester Veronika. Das könne man erreichen, wenn man – wie Pater Kentenich es vorschlage – bewusst das Kleine groß sehe, wenn man sich als beschenkt erlebe und danken lerne und wenn man in der Liebe reife indem man auch das Schwere ins Leben integriere.

Michael Schlüter, der leider nur ohne seine Frau Annette teilnehmen konnte, motivierte die Teilnehmer mit der Kraft Jesu, der hinzukomme und mithelfe, sich für Kirche und Gesellschaft zu engagieren. Das könne zum Beispiel dadurch geschehen, „dass wir nicht denen das Feld überlassen, die die Ehe als Auslaufmodell ansehen, sondern dass jeder an seinem Platz sich unbeirrt für die Ehe einsetzt und sich mit anderen, die Ähnliches wollen, vernetzt.

José Köstner und Patricia Vázquez Köstner, Argentinien, Institut der Schönstatt-Familien, wurden begrüßt. Sie sind derzeit für ca. 6 Monate Wächterfamilie für das Haus und Heiligtum der Familie (Foto: Neiser)

José Köstner und Patricia Vázquez Köstner, Argentinien, Institut der Schönstatt-Familien, wurden begrüßt. Sie sind derzeit für ca. 6 Monate Wächterfamilie für das Haus und Heiligtum der Familie (Foto: Neiser)

Gebet als Klage, Bitte, Lob und Dank

Eine abschließende Gebetszeit machte deutlich, dass sich gemeinsames, gliederungsübergreifendes Tun nicht nur im Reden, Diskutieren und Erzählen erschöpfen sollte, sondern auch das gemeinsame Beten braucht. Und dieses gemeinsame Beten war vielgestaltig. Klagen, Loben, Bitten und Danken waren die Stichworte, zu denen jeder im freien Gebet etwas beitragen konnte.

Beim langen Verabschieden am Ende des Treffens wurde deutlich, dass das Ziel des Tages, sich näher zu kommen und sich mehr zu befreunden wirklich erreicht wurde.