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19. März 2017 | Deutschland | 

Für die Verbreitung des Charismas des Schönstattgründers Pater Josef Kentenich ist jeder Schönstätter mitverantwortlich


Hauptzelebrant des Bündnisgottesdienstes ist Pater Angel Strada (Foto: Brehm)

Hauptzelebrant des Bündnisgottesdienstes ist Pater Angel Strada, links: P. Eduardo Aguirre, rechts P. Juan Pablo Catoggio (Foto: Brehm)

HCbre. Es ist Bündnistag, der 18. März. Während die Delegierten der Schönstatt-Bewegung Deutschland auf Berg Schönstatt zu ihrer Jahresplanungskonferenz zusammen sind, empfängt die Gottesmutter im Urheiligtum den ganzen Tag über Besucher aus vielen Ländern der Welt, darunter auch zwei Pilger-Gruppen aus Cambrai, Frankreich, und Madrid, Spanien. Jetzt am Abend kommen alle Besucher, in Schönstatt tagende Gruppen und in der näheren und weiteren Umgebung wohnende Freunde Schönstatts zur Bündnismesse am Ursprungsort der Bewegung zusammen. „Für die Verbreitung des Charismas des Schönstattgründers Pater Josef Kentenich ist jeder von uns zuständig“, hören die über 800 Pilger und die 30 Priester, die aus vielen Ländern kommen, aus dem Mund des bisherigen Postulators im Seligsprechungsprozess von Pater Josef Kentenich in seiner Predigt.

Viele Teilnehmer füllen die Pilgerkirche am 18. März zur Bündnismesse (Foto: Brehm)

Viele Teilnehmer füllen die Pilgerkirche am 18. März zur Bündnismesse (Foto: Brehm)

Pater Angel Strada ist an diesem Abend Hauptzelebrant. Neben ihm am Altar sind drei Patres aus Südamerika und Spanien, ein Priester aus Frankreich und einer aus Deutschland. Sie alle und die vielen Pilger in der Kirche sind an diesem Abend nicht nur zur Feier der monatlichen Erneuerung des Liebesbündnisses gekommen, sondern auch, um Pater Angel Strada, der seit 20 Jahren Postulator der Causa Kentenich ist, für seinen langjährigen unermüdlichen Dienst zu danken. Am Altar auch zugegen der neue Postulator, Pater Eduardo Aguirre aus Chile, den Pater Strada weiterhin nach Kräften unterstützen wird.

Predigt: Pater Angel Strada, der bisherige Postulator im Seligsprechungsprozess von Pater Josef Kentenich (Foto: Brehm)

Predigt: Pater Angel Strada, der bisherige Postulator im Seligsprechungsprozess von Pater Josef Kentenich (Foto: Brehm)

Eucharistiefeier (Foto: Brehm)

Eucharistiefeier (Foto: Brehm)

Unser Empfehlungsbrief seid ihr selber

In seiner Predigt geht Pater Strada kurz auf die Lesung ein, die die gleiche sei wie vor nahezu 50 Jahren beim Begräbnis des Gründers Pater Josef Kentenich. „Unser Empfehlungsbrief seid ihr selber. Er ist eingeschrieben in unser Herz.“ Bischof Tenhumberg habe damals gefragt: „Was wird die Kirche einmal von Pater Kentenich sagen?“ Das wird sich an unserem Leben entscheiden, wie wir sein Wirken lesen und leben, so Pater Strada. Die Kirche habe sich über die Heiligkeit von Pater Kentenich noch nicht ausgesprochen. Einige ihrer höchsten Vertreter hätten aber klare Aussagen über Pater Kentenichs Botschaft und seine Bedeutung für die Kirche gemacht und auch deutlich zum Ausdruck gebracht, „was sie von uns erwarten“.

Die Sendung hüten, vertiefen und ständig weiterentwickeln

Johannes Paul II habe am 20. September 1985 im Gedenkjahr gesagt: „Ihr seid berufen an der Gnade, die euer Gründer erhalten hatte, teilzunehmen und sie der ganzen Kirche anzubieten. Denn das Charisma des Gründers erweist sich als eine geistgewirkte Erfahrung, die den eigenen Schülern überliefert wurde, damit sie danach leben, sie hüten, vertiefen und ständig weiterentwickeln und zwar in der Gemeinschaft mit und zum Wohl der Kirche.“ Die Kirche aber sei nach Hans Urs von Balthasar eine Gemeinschaft der Heiligen, eine offene, jedem zugängliche Schatzkammer, ein unversiegbarer Brunnen. Personen in der Nachfolge Jesu würden nicht mehr für sich selber leben, sondern – wie Pater Kentenich es genannt habe - als Mitgründer. Er habe immer darauf bestanden: „Wir alle sind Mitgründer. Das würde ich total ablehnen, wenn Sie nur mich als Gründer nennen würden und nicht auch sich als Mitgründer sehen würden.“

Zur ersten Liebe zurückkehren

Was denkt die Kirche über Pater Kentenich? Auch Papst Franziskus hat sich in einer Audienz für das Kapitel der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres am 3. September 2015 dazu geäußert. Er sagte: „Es ist auch mir ein Anliegen dass Sie das Charisma beibehalten und weitergeben, so dass es Ihr Leben und Ihre Sendung weiterhin inspirieren und stützen möge. Ihr wisst, dass ein Charisma kein Ausstellungstück im Museum ist, das dort unangetastet in der Vitrine bleibt, um betrachtet zu werden und nichts weiter. Die Treue, das Charisma in seiner Reinheit zu erhalten, bedeutet nicht, es in einer versiegelten Flaschen zu verschließen, als wäre es destilliertes Wasser, das von außen nicht verunreinigt werden darf. Nein, das Charisma bewahrt man nicht, indem man es absondert. Man muss es öffnen und heraus kommen lassen, damit es mit der Wirklichkeit in Kontakt kommt mit den Menschen, ihren Sorgen und Problemen. … Gott befreie uns vom Geist des Funktionalismus.“ Das Charisma lebendig zu erhalten, bedeute, immer wieder zur ersten Liebe zurückzukehren. Man muss sich immer wieder fragen: „Wie steht es um meine Liebe? Ist sie noch lebendig, hat sie noch etwas vom Feuer der ersten Liebe? Ist sie eine Liebe, die Enttäuschungen überwinden kann?“ Auf diese Art kann jeder und jede das Charisma des Gründers lebendig erhalten.

Die Kirche erwarte von Schönstatt, so Pater Strada, immer wieder zur ersten Liebe zurückzukehren. Johannes Paul II habe der Schönstatt-Bewegung am 20. September 1985 eindringlich in Erinnerung gerufen: „Innerhalb dieser geistgewirkten Erfahrung, aus der eure Bewegung entstanden ist, nimmt das Liebesbündnis, das der Gründer und die erste Generation mit der Gottesmutter im Heiligtum von Schönstatt am 18. Oktober 1914 geschlossen hat, eine zentrale Stellung ein. Wenn ihr treu und hochherzig aus diesem Bündnis euer Leben gestaltet, werdet ihr zur Fülle eurer christlichen Berufung hingeführt.“ Der Papst nenne dabei das, was Pater Kentenich gelebt habe, eine vom Heiligen Geist gewirkte, nicht nur eine schöne menschliche Erfahrung. Und er anerkenne das Leben aus dem Liebesbündnis als einen Weg zur Fülle der christlichen Berufung, also zur Heiligkeit. Genau das sei immer die Überzeugung von Pater Kentenich gewesen, die Familie fit zu machen, dass sie viele Heilige hervorbringt. Es sei schön, dass es bereits einige Vertreter der Schönstattfamilie gebe, die diese Fülle der christlichen Berufung erreicht hätten: Karl Leisner, Josef Engling, Schwester M. Emilie Engel, Gertrud von Bullion, Joao Pozzobon, Mario Hiriart und Franz Reinisch.

Pater Juan Pablo Catoggio dankt Pater Angel Strada für seinen langjährigen Dienst (Foto: Brehm)

Pater Juan Pablo Catoggio dankt Pater Angel Strada für seinen langjährigen Dienst (Foto: Brehm)

Pater Angel Strada dankt den vielen Mitarbeitern und Helfern in der Causa Kentenich  (Foto: Brehm)

Pater Angel Strada dankt den vielen Mitarbeitern und Helfern in der Causa Kentenich  (Foto: Brehm)

Schwester M. Adele Gertsen (Foto: Brehm)

Schwester M. Adele Gertsen (Foto: Brehm)

Übersetzerin Pitty Reiche (Foto: Brehm)

Übersetzerin Pitty Reiche (Foto: Brehm)

Schön, zeit- und kraftaufwendig

Seine Arbeit als Postulator - so Angel Strada - sei eine schöne Aufgabe gewesen, aber sie verlange viel Zeit und Kraft. Pater Eduardo, seinem Nachfolger, wünsche er eine fruchtbare Arbeit.

Gründlichkeit, Gewissenhaftigkeit und kluges Geschick

Pater Juan Pablo Catoggio, Vorsitzender des Generalpräsidiums der internationalen Schönstattfamilie, dankte Pater Strada am Schluss des Gottesdienstes für seine professionelle Gründlichkeit, seine verantwortliche Gewissenhaftigkeit und sein kluges Geschick, den Seligsprechungsprozess während 20 Jahren zu begleiten. Pater Eduardo aus Chile wünschte er viel Heiligen Geist, Klugheit, Weisheit, Kraft und Geduld für die nicht leichte Aufgabe. (Die Worte von Pater Catoggio im Wortlaut)

Danke an alle, die mitgeholfen haben

Pater Strada dankt den vielen Helfern, die ihm in den vergangenen 20 Jahren zur Seite gestanden sind. Das seien viele gewesen, aber manche wolle er doch namentlich nennen: Schwester M. Adele Gertsen und Schwester M. Resia Käppeler, deren Arbeit eine sehr verborgene, aber sehr wichtige und effektive Arbeit sei. Er wolle sich auch bedanken bei den Übersetzern: Pitty Reiche aus Vallendar, Sergio Acosta aus La Plata, Argentinien und Roberto Vernet aus Madrid, Spanien. Zusammengenommen hätten sie etwa 30 000 Seiten von Deutsch in Spanisch übersetzt. Er danke auch allen, die die halbe Million notwendiger Fotokopien gemacht hätten. Auch den Bischöfen von Trier gelte sein Dank: Bischof Spital, Kardinal Marx, Diözesanadministrator Weihbischof Brahms und Bischof Ackermann hätten mit großer Loyalität und Objektivität geholfen, den Prozess weiterzuführen. Auch der Notarin Frau Theresia Witte, die 100 000 Seiten beglaubigen musste und das ehrenamtlich getan habe, gelte ein besonderes Dankeschön. Vor 20 Jahren habe er, so Pater Strada, mit Prälat Georg Holkenbrink in Trier fast gleichzeitig begonnen, für den Prozess zu arbeiten. Ihm gelte ein besonderer Dank, denn er sei mit hoher Kompetenz, Objektivität und Loyalität ein maßgeblicher Faktor für den Fortschritt des Prozesses.

Erneuerung des Liebesbündnisses am Urheiligtum

Trotz Regen, Nässe und Kälte fand im Anschluss an die Bündnismesse am Urheiligtum die Feier zur Erneuerung des Liebesbündnisses statt. Bei einer Statio am Feuer wurden die Beiträge zum Gnadenkapital aus den Krügen dem Bündnisfeuer übergeben. Danach fand vor dem Urheiligtum die Erneuerung des Liebesbündnisses statt. Wie immer waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eingeladen, das in ihrer jeweiligen Muttersprache zu tun. Zum Abschluss wurde ein Pilgerheiligtum nach Belgien ausgesandt und das 6.000ste Pilgerheiligtum in Deutschland an die Mitarbeiterschaft der Bildungsstätte Marienland übergeben. Danach hatten alle Pilger die Gelegenheit, einen Kurzbesuch im Urheiligtum zu machen und die Gottesmutter und ihren Sohn Jesus Christus persönlich zu grüßen.

Statio am Bündnisfeuer (Foto: Brehm)Aussendung von Pilgerheiligtümern (Foto: Brehm)

Statio am Bündnisfeuer (Foto: Brehm) | Aussendung von Pilgerheiligtümern (Foto: Brehm)