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23. Dezember 2016 | Deutschland | 

„Wir haben seinen Stern gesehen“ – Adventswochenenden für Familien


Familien-Adventstagung mit vielen Kindern im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe (Foto: Fischer)

Familien-Adventstagung mit vielen Kindern im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe (Foto: Fischer)

Thomas Rady/Hbre. Insgesamt 38 Familien mit fast 100 Kindern haben in diesem Jahr an zwei Adventswochenenden für Familien im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe, Rottenburg, teilgenommen, um sich auf den Advent und das bevorstehende Weihnachtsfest einzustimmen. Die beiden Wochenenden, die unter dem Thema „Wir haben seinen Stern gesehen“ standen, waren an die Familien eine Einladung, die Zeit des Wartens auf Weihnachten, auf die Geburt Jesu, bewusst mit Muse wahrzunehmen.

Eltern und Kinder hatten gemeinsam viel Spaß (Foto: Fischer)

Eltern und Kinder hatten gemeinsam viel Spaß (Foto: Fischer)

Kinder beim Kreativ-Angebot (Foto: Fischer)

Kinder beim Kreativ-Angebot (Foto: Fischer)

LED-Sterne sind entstanden (Foto: Güserle)

LED-Sterne sind entstanden (Foto: Güserle)

Strohsterne herstellen - ein Ehepaar-Projekt (Foto: Güserle)

Strohsterne herstellen - ein Ehepaar-Projekt (Foto: Güserle)

Familiengottesdienst am Christkönigssonntag (Foto: Fischer)

Familiengottesdienst am Christkönigssonntag (Foto: Fischer)

Der Familien-Stern auf dem „Walk of Fame“

Für den Impuls für die Eltern am Samstagvormittag griff Pater Ludwig Güthlein, Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland und gleichzeitig im Familienbewegungs-Team der Schönstatt-Patres für die Diözese Rottenburg-Stuttgart verantwortlich, das Bild des Sterns in vier Variationen auf. Im Anklang an die Sterne auf dem „Walk of Fame“ ermutigte Güthlein die Familien, ihren eigenen Familien-Stern auf dem „Walk of Fame“ der Familien zu sehen: ihre Familie, sich als Ehepaar und die Kinder groß zu sehen. „Machen Sie sich als Familie nicht klein. Sehen Sie ihre Familie groß, glauben Sie an die Stärken ihrer Familie.“ Gleichzeitig lud Güthlein die Paare ein, zu „Sterndeutern“ ihrer eigenen Ehe- und Familiengeschichte zu werden. Wie einstmals die Weisen aus dem Morgenland dem Stern folgten und zur Krippe fanden, so dürfen sie sich, wie sie bei genauerem Hinsehen sicher entdecken könnten, ebenfalls als von Gott geführt verstehen.

Als den Polarstern der Ehe bezeichnete Pater Güthlein Jesus Christus, mit dem jedes Ehepaar durch das Sakrament der Ehe in einem Dreierbündnis verbunden sei. Sich mit diesem Ankerpunkt der Ehe und der Familie durch das Gebet immer wieder neu zu verbünden, dazu ermutigte Güthlein die Familien: „A family that prays together stays together” („Eine Familie die zusammen betet, bleibt zusammen“). Ein vierter Stern, nämlich der „Stern der Hoffnung“ lade in einer unübersichtlicher werdenden Welt ein, sich mit Zuversicht an die Widrigkeiten des Lebens anzupassen ohne sich selbst zu verlieren und dadurch widerstandsfähiger und selbstbewusster zu werden.

Ein eigenes Programm für die Kinder und Jugendlichen

Dank eines hochengagierten Teams von neun Betreuerinnen und Betreuern waren die Kinder und Jugendlichen während der Impulszeit für die Erwachsenen am Vormittag, dem Adventskranzbinden (mit Ehepaar Lipp) und einem Meditationsangebot (mit Sr. Andita) am Nachmittag mit Bewegungs-, Spiel und Kreativangeboten bestens versorgt. Dabei entstanden z.B. LED-Sterne, Strohsterne und hübsche Tisch-Gestecke. Für die ganz Kleinen und ihre Eltern gab es die Gelegenheit im Mithörzimmer zu spielen, in das die Vorträge übertragen wurden.

Meditation zum Stroh- und Sternenthema

Diese Meditation ist die Hinführung zum praktischen Tun. Aus dem an sich eher wertlosen Stroh, wurden in Paararbeit große Strohsterne gebunden.

Schwester M. Andita Potthast, Familienbewegungs-Team der Schönstätter Marienschwestern verantwortlich für die Diözese Rottenburg-Stuttgart, ermutigte die Familien in einer Meditativen Zeit, sich von den grellen Werbelichtern unserer Zeit nicht blenden zu lassen. Viel mehr komme es gerade in der Vorweihnachtszeit darauf an, die Aufmerksamkeit auf kleine, vielleicht sogar wertlos erscheinende Taten zu lenken, mit denen Eltern und Kinder das Leben in dieser Zeit bereichern und sich gleichzeitig für die Gegenwart Gottes öffnen könnten. „So wie ein Strohhalm zum anderen gelegt am Ende einen wunderschönen Stern bilden kann, so kann die eine oder andere kleine Hilfestellung, die man sich gegenseitig gewährt, große Wirkung entfalten“, so Sr. Andita. Dabei gelte es sich nicht mit großen Veränderungsschritten, die schwer umzusetzen seien, zu überfordern. „Packen Sie lieber kleine Dinge an, die im Alltag einer Familie auch realistisch erreichbar sind“. Der Meditation folgte eine Kreativ-Runde, bei der die Paare zusammen ihren Strohstern bastelten.

Familiengottesdienst zum Abschluss

Der „Stern des Sonntags“ war dann sicher der kleine Leo. Im Familiengottesdienst zum Christkönigsonntag saß er so selbstbewusst auf dem Königs-Thron vor dem Altar dass viele herzlich lachen mussten. Pater Güthlein fragte grinsend: „An welche Bibelstelle erinnert uns das?“ Ja wahrlich, wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. So wurde der Familiengottesdienst eine Einladung, durch die Adventszeit hindurch dem Stern zu folgen und wie ein Kind frei von Ängsten, Irrungen und Wirrungen, fest an das Wunder das in der Krippe in Bethlehem geschah, zu glauben.

Ein tolles Erlebnis nicht nur für Pater Güthlein: Junge Kirche füllt den Altarraum (Foto: Fischer)

Ein tolles Erlebnis nicht nur für Pater Güthlein: Junge Kirche füllt den Altarraum (Foto: Fischer)