Diesen Artikel ausdrucken 
24. Juni 2015 | Deutschland | 

Zwischen last minute und langer Hand – Ehevorbereitungsseminar auf der Liebfrauenhöhe


Entspannung beim Ehevorbereitungsseminar im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe, Rottenburg (Foto: Denkinger)

Entspannung beim Ehevorbereitungsseminar im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe, Rottenburg (Foto: Denkinger)

Elmar Busse. „Das Gesamtkonzept passt einfach.“ So äußerte sich ein Teilnehmerpaar, das sich erst ein paar Tage vorher zum mehrtägigen Ehevorbereitungsseminar auf der Liebfrauenhöhe angemeldet hatte, nachdem es an einem Tanzwochenende im Schönstatt-Zentrum Memhölz teilgenommen hatte und dort auf diesen Ehevorbereitungskurs angesprochen worden war. Die Schönstatt-Familienbewegung will mit diesen Kursen einen Beitrag dazu leisten, dass junge Paare gut vorbereitet ihren gemeinsamen Lebensweg in der Ehe beginnen können.

Impulsreferate regen Gespräche der Partner an (Foto: Denkinger)

Impulsreferate regen Gespräche der Partner an (Foto: Denkinger)

Meditative Impulse unterwegs (Foto: Denkinger)

Meditative Impulse unterwegs (Foto: Denkinger)

Gemeinsames Gebet am Feuerbecken (Foto: Denkinger)

Gemeinsames Gebet am Feuerbecken (Foto: Denkinger)

Auch spielerisch lässt sich manches erarbeiten (Foto: Denkinger)

Auch spielerisch lässt sich manches erarbeiten (Foto: Denkinger)

Schon mal etwas üben, für den Brauttanz (Foto: Denkinger)

Schon mal etwas üben, für den Brauttanz (Foto: Denkinger)

Typische Unfallschwerpunkte des partnerschaftlichen Zusammenlebens im Gespräch

Das Referententeam, zwei Ehepaaren, eine Schwester und ein Pater, bringt unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten die typischen Unfallschwerpunkte des partnerschaftlichen Zusammenlebens ins Gespräch. Die Themenschwerpunkte dieser Schönstatt-Ehevorbereitungsseminare sind: „Frau und Mann - ein Ehe-Team“, „Damit wir uns verstehen - Gespräch in der Partnerschaft“, „Ehesakrament - Zeichen der Liebe Gottes“, „Eine Kultur der Sexualität“, „Natürliche Empfängnisregelung“ sowie „Konflikte als Wachstumschance nutzen“. „Die ganz praktischen Kommunikationsübungen haben mir gezeigt, wie schnell Missverständnisse bei so einfachen Aufgaben wie der Bildbeschreibung eines Fotos, das der Partner nicht sehen kann, passieren können“, heißt es in der Rückmeldung einer Teilnehmerin nach dem Seminar. „Damit zu rechnen, dass der Partner mich missverstehen könnte, wenn es um kompliziertere seelische Vorgänge ginge, das ist mir noch mal neu aufgegangen. Und damit verbunden der Vorsatz, dass ich mich nicht in mein Schneckenhaus des Selbstmitleids reflexartig zurückziehen möchte, wenn ich mich nicht verstanden fühle, sondern geduldig mit anderen Worten noch einmal meine Gedanken ihm erklären will.“

Abwechslungsreiches, „stimmiges“ Programm

Natürlich durfte bei all den intensiven Gesprächen auch ein Spielabend am Samstag nicht fehlen, bei dem viel gelacht wurde. Bernhard Denkinger, der mit seiner Frau Sonja nicht nur referierte, sondern auch ein begeisterter Hobbyfotograf ist, zauberte noch wunderbare Schnappschüsse von jedem Paar auf dem weitläufigen und abwechslungsreichen Gelände der Liebfrauenhöhe. Eine Fackelwanderung mit meditativen Impulsen und abschließendem Lagerfeuer trug viel zum stimmigen Klima der Tagung bei.

Zwischen kurzfristig entschieden bis langfristig geplant

Zwischen kurzfristig entschieden bis langfristig geplant – alles kam im Hinblick auf die Kursteilnahme vor. „Wir haben sehr gezielt im Internet nach einem längeren Seminar gesucht“, meinte am Ende des Kurses ein Paar, „und unsere Erwartungen sind voll erfüllt worden.“ Ein Mann erwähnte gleich bei der Eröffnungsrunde, dass schon seine Eltern vor über 30 Jahren auf diesem Schönstätter Ehevorbereitungskurs gewesen seien und dass seine Taufpatin eine Frau sei, die seine Eltern auf dem damaligen Ehevorbereitungskurs kennen gelernt hätten. Eine Teilnehmerin, die von Freunden erzählte, die ein Halbtages-Seminar mitgemacht hätten und total unzufrieden gewesen seien, weil’s nichts gebracht hätte, meinte: „Während der vier Tage ist aber so viel thematisiert worden und es gab so viel Zeit und Möglichkeit, um mit dem Zukünftigen über alles zu reden, so dass jetzt unsere Vorfreude auf den Hochzeitstag noch intensiver ist.“

Nachhaltige Verbundenheit

Manche Teilnehmer von früheren Ehevorbereitungskursen ließen es sich nicht nehmen, den Hinweis auf diesen Kurs auf facebook mit Kommentaren zu versehen wie: „Genau diesen Kurs haben wir vor 5 Jahren besucht! Es war eine tolle Erfahrung an die wir bis heute gerne denken ;))). Ihnen allen segensreiche Tage!“ oder: „Das erinnert uns sofort an unseren Kurs in Schönstatt vor 7 Jahren. Und wir grüßen die neuen Paare, weil wir wissen, wie wichtig uns unserer Kurs nach wie vor ist!“

Mehr Informationen

Zwischen Weihnachten und Silvester findet der nächste 4tägige Schönstatt-Ehevorbereitungskurs statt.

Prävention

Papst Benedikt XVI. gab bei einem Treffen der Priester am 24.7.2007 folgende Stegreifantwort: „Was ist zu tun? Ich meine, ein erster Punkt wäre natürlich soweit wie möglich die Prävention […] Der erste Teil meiner Antwort schaut auf das Vorbeugen, nicht nur im Sinne der Vorbereitung, sondern auch der Begleitung, des Bestehens eines Netzes von Familien, das dieser modernen Situation beisteht, in der alles gegen eine lebenslange Treue spricht. Man muss dazu helfen, diese Treue zu finden, sie auch unter Leiden zu erlernen. …“[1]

Professor Wollbold schreibt in einem Kommentar zu diesem Papstzitat:

„Nichts davon ist in deutschen Diözesen Standard. Vielfach fehlt überhaupt ein Familienpastoralplan, der die vielfältigen Probleme und Herausforderungen angeht und sich nicht nur auf punktuelle Angebote beschränkt.“[2]


[1] zit.n.Andreas Wollbold, Pastoral mit wiederverheirateten Geschiedenen – gordischer Knoten oder ungeahnte Möglichkeiten, Regensburg 2015, S. 210.

[2] A.a.O.