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9. April 2013 | Rund ums Urheiligtum | 

Mut, das Abenteuer Ehe zu wagen …


Beim Ehevorbereitungsseminar in Vallendar-Schönstatt (Foto: Denkinger)

Beim Ehevorbereitungsseminar in Vallendar-Schönstatt (Foto: Denkinger)

Hbre. Über die Kar- und Ostertage haben sich 14 Paare aus ganz Deutschland und der Schweiz in Vallendar-Schönstatt, im Priesterhaus Berg Moriah getroffen, um sich in einer besonderen Art und Weise auf das Sakrament der Ehe vorzubereiten. Das Team bestehend aus Sr. M. Louise Schulz, Pater Stefan Strecker, Ehepaar Sonja und Bernhard Denkinger, sowie den Gastreferenten Ehepaar Wilma und Joachim Lerchen und Ehepaar Diana und Dr. Lukas Schreiber, haben in praxisnahen Vorträgen und Impulsen Anregungen für eine gelungene Partnerschaft gegeben. Mit diesem Seminarangebot möchte die Schönstatt-Familienbewegung dazu beitragen, junge Paare dabei zu unterstützen, ihre Partnerschafts- und Ehe-Kompetenz noch vor der Eheschließung zu erweitern. Weitere Termine für derartige Eheseminare sind zu finden unter www.abenteuer-ehe.de. Lesen Sie im Folgenden den Erfahrungsbericht von Nicole Langer, die mit ihrem Partner Ralf an diesem Seminar teilgenommen hat.

Ehevorbereitung: Viel Zeit zu Zweit (Foto: Denkinger)

Ehevorbereitung: Viel Zeit zu Zweit (Foto: Denkinger)

Impuls: Ehepaar Sonja und Bernhard Denkinger (Foto: Schulz)

Impuls: Ehepaar Sonja und Bernhard Denkinger (Foto: Schulz)

Im Rahmen des Seminares konnten die Paare ihre Ehe-Kerze gestalten (Foto: Denkinger)

Im Rahmen des Seminares konnten die Paare ihre Ehe-Kerze gestalten (Foto: Denkinger)

Anfangs eher skeptisch

Nicole Langer. Einige gute Freunde und auch der Priester, der uns trauen wird, haben uns empfohlen, dass Ehe-Vorbereitungsseminar der Schönstatt-Bewegung zu besuchen. Ralf und ich hatten unter dem Wort „Seminar“ ganz andere Vorstellungen, wir waren anfangs eher skeptisch und hatten Bedenken, dass wir uns womöglich permanent in einer Gruppe austauschen würden. Der Schwerpunkt dieser 5 Tage in Schönstatt war dann aber ein ganz anderer. Es ging ausschließlich um uns und unsere Beziehung im gemeinsamen Bund mit Gott. Zu Beginn haben wir uns alle in einer Kennlernrunde anhand eines Zeichens, das mit unserer Partnerschaft zu tun hat, vorgestellt. Ralf und ich haben uns in Köln kennengelernt und eine fast 6-jährige Fernbeziehung zwischen Köln und der Rhön hinter uns. In dieser Zeit sind wir jedes Wochenende hin- und hergependelt und waren dadurch viel mit der Bahn unterwegs. Als Zeichen haben wir zwei Gleisstücke einer Modelleisenbahn mitgebracht, nicht nur weil wir viel Zeit auf den Schienen verbracht haben, sondern auch als Zeichen, dass wir schon einen langen und weiten Weg hinter uns haben. Die Entfernung zwischen Rhön und Rheinland war nicht immer einfach. Doch sie half, uns zu prüfen, wie weit wir füreinander gehen.

Wenn es ans „Eingemachte“ ging …

Die Seminartage hatten eine regelmäßige Struktur. Neben den Mahlzeiten gab es Vorträge und Impulse der Referenten, die immer in ein anschließendes Paargespräch mündeten. Es ging konkret um das Gespräch in der Partnerschaft, als Frau und Mann ein Team sein, Ehe als Sakrament zu leben, gemeinsam einen eigenen Stil in der Partnerschaft zu entwickeln,  Kultur der Sexualität, Natürliche Empfängnisregelung, Konflikte als Wachstumschance zu nutzen, unser gemeinsames Leben mit Gott und die praktische Hochzeitsvorbereitung.

Teamarbeit bei der Ostereier-Suche im Foyer von Berg Moriah (Foto: Denkinger)

Teamarbeit bei der Ostereier-Suche im Foyer von Berg Moriah (Foto: Denkinger)

Für den Weg bis zur Hochzeit gab es noch einen Segen für die Paare (Foto: Denkinger)

Für den Weg bis zur Hochzeit gab es noch einen Segen für die Paare (Foto: Denkinger)

Anfangs war es für uns beide ein etwas seltsames Gefühl, sich jetzt mal ganz konkret über ein Thema intensiv auszutauschen, obwohl wir uns eigentlich immer viel von unserem Alltag erzählen. Aber wie wir z.B. unseren eigenen Lebensstil als Paar entwickeln, darüber hatten wir uns bisher tatsächlich noch keine Gedanken gemacht. Und wenn es richtig ans „Eingemachte“ ging - z. B. Thema Konflikte und Streit in der Beziehung, wie wir einander aufrichtig verzeihen und ein Weg zur Versöhnung finden können - , dann tat es einfach nur gut, im Gespräch zu zweit in der schönen Natur von Berg Moriah spazieren zu gehen.

Es ist bemerkenswert, wie Sr. M. Louise und Pater Stefan, die ja zölibatär leben, über Ehe und Partnerschaft gesprochen haben. Sie zeigten uns, dass auch die Ehe eine Berufung ist und wir im Partner Gott entdecken können. Die Referenten-Ehepaare haben als schon „etablierte“ Ehepaare für uns „Zukünftige“ überzeugend und mit vielen Alltagsbeispielen ihre Themen rübergebracht. Sie haben uns Mut gemacht, das Abenteuer Ehe zu wagen.

Ich will für dich zum Segen werden

Noch nie haben wir beide so intensiv die Kar- und Osterliturgien erlebt, wie bei diesem Seminar. Die gemeinsame Kreuzverehrung am Karfreitag: Sinnbild für die schweren Zeiten der Ehe, wo wir auch dann zueinander stehen wollen in der Gewissheit, dass Jesus uns hilft, unser Kreuz zu tragen. In der Osternacht waren wir eingeladen, uns gegenseitig als Paar zu segnen, um zum Segen füreinander zu werden. Einige Paare empfanden es auch als eine echte Bereicherung mit dem Partner gemeinsam zum Abschlusssegen im Schönstatt-Heiligtum vor den Altar zu treten, um schon mal einen Eindruck zu bekommen, wie es sich anfühlt, wenn dann der große Tag kommt.

Gemeinsam wurden wir nebenbei auch sehr kreativ. Wir hatten die Möglichkeit unsere Hochzeits- bzw. Partnerschaftskerze zu gestalten. Es hat uns richtig Spaß gemacht, gemeinsam eine Idee zu entwickeln und diese dann umzusetzen. Hier zeigte sich, wie gut wir schon als Team funktionieren. „Hand-in-Hand-Arbeiten“ war gefragt und manche haben sogar ein neues Hobby entdeckt. In der Liturgie-Werkstatt konnten sich die Musiker unter uns, aber auch Lektoren, Messdiener und jeder, der gute Ideen hatte, engagieren.

Die teilnehmenden Paare und Referenten (Foto: Denkinger)

Die teilnehmenden Paare und Referenten (Foto: Denkinger)

Nachtreffen in Planung

In der Zeit auf Berg Moriah sind wir Paare zu einer richtig guten Truppe zusammen gewachsen. Im Kaminzimmer fanden wir Zeit, in lockerer, geselliger Runde uns besser kennenzulernen und das Osterfest gebührend zu feiern.  Wir haben auch eine gemeinsame Kerze gestaltet-  jedes Paar mit seinen Symbolen -  die am Tag der jeweiligen Trauungen im Heiligtum der Familien in Vallendar Schönstatt brennen wird. Ein schönes Zeichen, das uns miteinander weiter verbindet.

Ein Nachtreffen ist bereits in Planung, mit der Auflage Hochzeitsbilder und kulinarische Spezialitäten aus der jeweiligen Heimat mitzubringen.

Für Ralf und mich war es ein sehr erfülltes und tiefgehendes Seminar. Wir haben den richtigen Kurs gefunden, wir freuen uns auf das Abenteuer Ehe und wissen, dass Gott mit uns im Boot sitzt. Wir können nach aller vorherigen Skepsis allen Paaren, die noch überlegen, sich in so einem Seminar auf die Ehe vorzubereiten, nur empfehlen, mit zu machen.

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